Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Reformation: Christus bekennen und ins Zentrum rücken


31 Okt. 2017

Reformationstag 2017: Straßenfeste, offene Kirchen, Baumpflanzungen und mehr

DRESDEN - In seiner Predigt am Reformationstag, 31. Oktober, im Dom zu Meißen begrüßte Landesbischof Dr. Carsten Rentzing im Festgottesdienst seinen römisch-katholischen Amtskollegen Bischof Heinrich Timmerevers, Bistum Dresden-Meißen. Es gehöre zu den Wundern der letzten zehn Jahre, diesen Tag in ökumenischer Gemeinschaft als Christusgedächtnis feiern zu können. Die zurückliegende Dekade sei keine vertane Zeit und verpasste Chance gewesen. Reformation bedeute Reinigung und Erneuerung, damit Christus im Zentrum bleibe. Es sei eine Aufforderung zum Christusbekenntnis und eine Warnung vor der Verleugnung.

„Demütig kann ich ohne Zorn und falschen Eifer an der Verbesserung der Gesellschaft mitgestalten, ohne dies zur Heilsfrage zu stilisieren. Eine Haltung, die Christus ins Zentrum rückt, ist eine Haltung der Demut“, sagte der Landesbischof. Zugleich sei sie eine Haltung der Zuversicht. In ihr würden alle „Verbitterung“ und alle „Nörgelei“ enden. Wenn der Weg der Konstruktivität und nicht der Destruktivität gegangen würde, dann werde im Nächsten auch das Ebenbild Gottes sichtbar, beispielsweise beim ungeborenen Leben, bei Alten, Kranken und bei Fremden. „Auf diese Weise steht das Bekenntnis zu Christus gegen den Hochmut eines narzisstischen Lebens und einer narzisstischen Gesellschaft“, so Dr. Rentzing.

Die liturgische Leitung des Sakramentsgottesdienstes hatte Superintendent Andreas Beuchel, der zugleich Dompfarrer ist. Die musikalische Ausgestaltung des über die Sitzplätze hinaus gefüllten Gottesdienstes übernahmen der Domchor Meißen, die Domkurrende und der Bläserkreis St. Afra / Dom unter der Leitung von Domkantor Jörg Bräunig.

Bischof Heinrich Timmerevers habe früher nicht gedacht, „dass wir das so feiern konnten“. Zum Ende des Gottesdienstes richtete er damit ein Wort der Dankbarkeit und der Hoffnung an die versammelte Gemeinde. Er werde mit dem Landesbischof anschließend nach Wittenberg zu Gottesdienst und Festakt fahren. Gottes Werk sei im Gange, sagte er, und nahm Bezug auf den Weg von Streit und Trennung hin zur Wendung mit der gemeinsamen Feier des Christusfestes. Diese Ausrichtung sei der entscheidende Punkt der Zukunft. „Er wird uns die Einheit schenken“, ist der Bischof überzeugt. „Wofür sind wir als Kirche da?“, fragte er. Mit Demut und Würde solle der Welt begegnet werden. Das gebe Halt und Orientierung. Die Zuversicht sei die gemeinsame Botschaft der Kirchen, die von Gott komme. „Wir sollen Zuversicht leben und bezeugen“, rief Bischof Timmerevers den Christen zu.

Im Anschluss des Gottesdienstes wurden Reformationsbrötchen vor dem Dom verteilt. Die Mitglieder des Hochstifts setzen  ihren diesjährigen Herbstkapiteltag in der Dompropstei fort. Das Hochstift Meißen ist mit seiner Gründung im Jahre 968 die älteste Institution in Sachsen. Es wurde nach Einführung der Reformation in Sachsen (1539) im Jahr 1581 evangelisch-lutherisch und ist heute ein Stift der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

In den Kirchgemeinden fanden viele Festgottesdienste am Reformationstag zeitgleich am Vormittag statt. In der Dresdner Kreuzkirche wurde ein Ökumenischer Gottesdienst zum Reformationsjubiläum unter dem Motto „Ein feste Burg - Eine offene Tür“ mit dem katholischen Dompfarrer Norbert Büchner, mit Superintendent Christian Behr, Kreuzkirchenpfarrer Holger Milkau und dem Dresdner Kreuzchor gefeiert. In der Leipziger Thomaskirche sangen in einem Kantatengottesdienst Mitglieder des Thomanerchores Leipzig, Mitglieder des ThomasSchulChores unter Begleitung des Gewandhausorchesters Leipzig. Im erzgebirgischen Marienberg war der Festgottesdienst Anlass, vier neue Bronzeglocken zum ersten Mal zu läuten.

Gottesdienste zum Reformationsfest sowie die Feiern am Reformationstag

Bild: Bischöfe essen Reformationsbrötchen
Bischof Timmerevers (l.), Landesbischof Dr. Rentzing und Superintendent Beuchel (r.) essen gemeinsam Reformationsbrötchen

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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