Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Referent für Seelsorge geht in den Ruhestand
19 Mai 2025
Frank del Chin sorgte für Aufbau und Kontinuität der Seelsorgearbeit
DRESDEN – Der für die Seelsorge und Beratung zuständige Referent der sächsischen Landeskirche, Oberkirchenrat Frank del Chin (66), wurde am 19. Mai 2025 in einer Grußstunde im Landeskirchenamt in den Ruhestand verabschiedet. Seit 2007 war er als Referent im Landeskirchenamt für diese Aufgaben sowie für die Begleitung der besonderen Seelsorgefelder verantwortlich, zu denen beispielsweise die Seelsorge in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen, die Notfallseelsorge, die Polizeiseelsorge, die Gefängnisseelsorge und die Flughafenseelsorge zählen. Auch die gebärdensprachliche Seelsorge gehörte zu seinen Aufgaben.
Eng arbeitete Frank del Chin mit dem Institut für Seelsorge und Gemeindepraxis Meißen (ISG) sowie der Diakonie Sachsen (hier besonders im Blick auf die Telefonseelsorge und die Psychologische Beratung) zusammen. OKR del Chin leitete den Seelsorgebeirat der Landeskirche, mit dem er verschiedene Publikationen für den Bereich Seelsorge und Beratung sowie zu medizinethischen Fragen verfasste.
Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte dankte in der Andacht zu Beginn der Grußstunde Oberkirchenrat del Chin für seine engagierte und umsichtige Arbeit und stellte den hebräischen Friedengruß „Schalom“ in den Mittelpunkt der Betrachtung. Del Chin habe durch seine „Friedfertigkeit“ einen Raum geschaffen, den Seelsorgedienst für andere Menschen zu ermöglichen. Weiterhin würdigte sie dessen hohe Fachkompetenz in der Begleitung von Menschen in besonderen, schweren und oft traumatischen Lebenssituationen.
„Frank del Chin hat in seinem Dienst dafür Sorge getragen, dass die Seelsorgerinnen und Seelsorger gut ausgebildet und professionell begleitet werden.“ Er habe enge Kontakte zu den haupt- und ehrenamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern in den Regionen und Einrichtungen sowie zu den Trägern der Einrichtungen gehalten. In Polizei, Justiz und Krankenhäusern sei sein Wirken anerkannt und wertgeschätzt gewesen, so Margrit Klatte.
Präsident Hans-Peter Vollbach überreichte dem Oberkirchenrat die Urkunde über dessen Eintritt in den Ruhestand Anfang Juni 2025. Im Rahmen von Personalwechsel und Umstrukturierungen in den Dezernaten sei er ein Punkt der Kontinuität in der hiesigen Arbeit gewesen. Diakonie-Direktor Dietrich Bauer und früherer Dezernent im Landeskirchenamt, bestätigte ebenfalls die Kontinuität in der Wirksamkeit von del Chin, der eine strukturierte Einführung der Seelsorgearbeit ermöglichte.
Bauer würdigte seine „hartnäckige Freundlichkeit“ in dessen Arbeit in Bereichen von Seelsorge und Beratung, auch in der Begleitung vom ‚Haus der Stille‘.
Synodalpräsidenten Bettina Westfeld erinnerte an del Chins Pfarrdienst in ihrer früheren Nazareth-Kirchgemeinde Dresden-Seidnitz, wo er sie 2001 auf die damalige Wahl zur Landessynode hingewiesen habe. Frank del Chin habe für sie die Gabe Menschen zu ermutigen. „Im Landeskirchenrat sorgte er dann weiterhin, dass dieser Mut bleibt“, so Westfeld.
Pfarrerin Annelie Zemmrich dankte für Ermutigung und die Hilfe bei Schwierigkeiten im Rahmen der Gefängnisseelsorge. Dadurch sei Frank del Chin in den acht Gefängnissen und in der Justiz bekannt geworden. Er habe mit seinem Einsatz zur Stabilität der Gefängnisseelsorge beigetragen. Zudem überbrachte sie Grüße von der Seelsorge im uniformierten Bereich. Für die Gebärdensprachliche Seelsorge überbrachte Pfarrerin Kerstin Lechner Grüße und das Modell einer nachgebildeten Hand als Handy-Halter für nonverbale Kommunikation.
Frank del Chin zeigte sich dankbar für die Zusammenarbeit in den Fachkreisen sowie für das geschwisterliche Miteinander. Er sei über die lange Zeit immer gerne in das Landeskirchenamt oder zu Besuchen im Lande von Bad Elster bis Zittau gekommen. Seine Motivation habe er aus den vielfältigen Berichten aller Arbeitsbereiche gezogen. Auch dankte er für die kollegiale Unterstützung bei Vorgängen, die zunächst schwierig lösbar erschienen. Nun freue er sich auf die Überraschungen, die im Ruhestand auf ihn zukämen.
Beruflicher Hintergrund
Mit seinem Dienstantritt am 1. September 2007 übernahm er zunächst eine landeskirchliche Pfarrstelle im damaligen Dezernat für Gemeindeaufbau, Medien und Seelsorge. 2009 wurde del Chin Referent und Kirchenbeamter. Im Rahmen seiner Aufgaben im Bereich Seelsorge organisierte er u.a. die jährlichen Veranstaltungen zur „Woche für das Leben“ und war mitverantwortlich für die Arbeit mit Familien und Senioren. Später kamen Aufgaben im Bereich Umwelt und Schöpfungsverantwortung hinzu, wo Frank del Chin u.a. die Fachtage zum Thema Energiemanagement in Kirchgemeinden organisierte. Durch seine Mitgliedschaft in verschiedenen Leitungs- und Beratungskreisen trug er zudem Mitverantwortung für die Arbeit im Haus der Stille Grumbach sowie in der Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis. Nach Umstrukturierungen im Landeskirchenamt ist der Arbeitsbereich „Seelsorge und Beratung“ nun dem Dezernat II (Personalangelegenheiten der Pfarrer/innen, Theologische Aus- und Fortbildung) zugewiesen, wo die Aufgaben der Personal- und Teamentwicklung hinzukamen. Die Stelle wird nach erfolgter Ausschreibung neu besetzt werden.
Zur Person
Frank del Chin ist 1959 in Sebnitz geboren und aufgewachsen. Er schloss eine Lehre als Baufacharbeiter mit Abitur in Bautzen ab und war - mit Unterbrechung durch die Grundwehrdienstzeit - von 1978 bis Anfang 1982 im BMK Kohle und Energie Hoyerswerda tätig. Nach einem Missionarischen Jahr im Kirchenbezirk Pirna entschied er sich im Herbst 1982 für die Aufnahme des Theologiestudiums an der damaligen Karl-Marx-Universität in Leipzig.
Die Praxis und Ausbildung in der Vorbereitungszeit (Vikariat) begann er 1988 und wurde nach dem Zweiten Theologischen Examen im Dezember 1989 in der Kirche zu Neusalza im damaligen Kirchenbezirk Löbau ordiniert. Von der Pfarrstelle Neusalza-Spremberg mit SK Friedersdorf wechselte er im August 2000 nach Dresden-Seidnitz bzw. Dresden-Gruna-Seidnitz, bevor er 2007 die Beauftragung im Landeskirchenamt antrat.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.