Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Proteste gegen "Pegida" in Dresden


22 Okt. 2018

Zehntausend Menschen gehen für Respekt und Demokratie auf die Straße

DRESDEN (epd) - Rund 10.000 Menschen haben nach Veranstalterangaben am Sonntag in Dresden gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit demonstriert. Sie folgten einem Aufruf der Initiative "Herz statt Hetze". Anlass war eine zeitgleich stattfindende "Pegida"-Kundgebung zum vierten Jahrestag der fremdenfeindlichen Bewegung. Dazu hatten sich nach Schätzungen von Beobachtern mehrere Tausend Menschen versammelt, unter ihnen Anhänger der vom Verfassungsschutz beobachteten "Identitären Bewegung". In Sicht- und Hörweite protestierten mehrere Hundert Menschen lautstark gegen die "Pegida"-Versammlung auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche. Sie riefen unter anderem "Nazis raus!".

Ein erster Protestzug von Initiativen aus dem linken Spektrum war am Mittag von der Neustädter Elbseite in Richtung Zentrum mit mehreren Tausend Menschen gestartet. Auf Bannern war etwa zu lesen "Gemeinsam gegen den Rechtsruck in Europa". Vom Hauptbahnhof in die Innenstadt verlief ein weiteren Protestzug mit rund 6.000 Menschen. Beide Demonstrationen vereinigten sich zu einer gemeinsamen Abschlusskundgebung.

Damit setzten erstmals seit langem verschiedene Initiativen sowie Vertreter der Landesregierung, von Parteien und Kirchen ein gemeinsames Zeichen für Demokratie. In der Vergangenheit hatte es immer wieder nur Einzelaktionen gegeben. Neu war auch, dass sich der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Protest auf der Straße beteiligte. Parallel zur "Pegida"-Kundgebung fand zudem in der Frauenkirche ein Friedensgebet statt.

Kretschmer rief bei einer Kundgebung vor dem Dresdner Rathaus dazu auf, sich politisch zu engagieren: "Wir haben es in der Hand, ob dieses Land weltoffen und freundlich ist." Zugleich forderte er dazu auf, sich gegen Alltagsrassismus zu wehren. "Es ist wichtig, dass wir uns engagieren und denen entgegentreten, die nur einfache Antworten haben", sagte Kretschmer mit Blick auf "Pegida". Der Initiator des Bündnisses "Dresden.Respekt", der Medizinprofessor Gerhard Ehninger, sagte, "Demokratie ist keine Zuschau- sondern eine Mitmachveranstaltung".

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), appellierte in seiner Rede, gegen Fremdenfeindlichkeit aufzustehen. Bei Rassismus müsse es ein "klares Halt" geben, sagte Dulig. Wissenschafts- und Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD), betonte, es könne nicht sein, dass Menschen wie beispielsweise ausländische Wissenschaftler oder Studenten Angst hätten, in Dresden zu leben. Zugleich rief sie dazu auf, sich für ein demokratisches Miteinander einzusetzen. Mit Blick auf "Pegida" sagte Stange, dort versammelten sich "nicht nur die Unzufrieden, sondern sie ziehen rechte Gruppen an". (©epd 21.10.2018)

...

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite