Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Politik und Demokratie in der Diskussion
27 März 2019
70 Jahre Grundgesetz – ist Demokratie out?
DRESDEN - Das Grundgesetz wird 70 Jahre alt. Aus diesem Anlass diskutiert am Donnerstag, 28. März, der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse mit weiteren Podiumsgästen um 19:00 Uhr in der Frauenkirche Dresden über die Haltung der Deutschen zur Demokratie.
Im Mai 1949 beschloss ein Parlamentarischer Rat das Grundgesetz. Siebzig Jahre ist das nun her – Grund zum Feiern, aber auch ein guter Zeitpunkt zur Diskussion: Ist unsere Demokratie out? Wie stehen die Deutschen zu ihrer Verfassung?
Offensichtlich ist der Kompromiss – ein Grundpfeiler der Demokratie – in die Kritik geraten. Die langwierige Suche nach mehrheitsfähigen Lösungen gilt als schwer vermittelbar. Davon dürfe man sich aber nicht abschrecken lassen, meint der langjährige Präsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, der am Donnerstag auf dem Podium im Hauptraum der Frauenkirche Platz nehmen wird.
Über diese Ansicht und weitere Fragen wie die Sehnsucht nach einfachen Lösungen, die mangelnde Bereitschaft zum Zuhören und die wahrgenommene Deutungshoheit durch Medien, Protestgruppen und politische Eliten diskutiert er mit der Leipziger Politologin Astrid Lorenz, mit Miriam Tscholl, die die Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden leitet und mit Lukas Rietzschel, dem Autor des Romans „Mit der Faust in die Welt schlagen“. Die Diskussion wird moderiert von Alexandra Gerlach vom Deutschlandradio Kultur, das die Runde wieder aufzeichnet und deutschlandweit sendet.
2019 widmen sich die Podien und Vorträge der Leitfrage »In guter Gesellschaft – Wie wollen wir miteinander leben?« Für die hochrangig besetzten Podiumsdiskussionen arbeitet die Stiftung mit Deutschlandfunk Kultur und dem MDR zusammen.
„Wie viel Politik gehört auf die Kanzel?“
LEIPZIG – Dr. Thies Gundlach, theologischer Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD in Hannover, referiert in der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig (Hörsaal 001, Martin-Luther-Ring 3) am 28. März um 19:00 Uhr zum Thema „Das Dilemma politischer Predigt“ - Wie viel Politik gehört auf die Kanzel?
Über die adäquate kirchliche Beteiligung an politischen Auseinandersetzungen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren rege gestritten worden. Besonders kirchliche Stellungnahmen zur Migrations- und Sozialpolitik riefen teils vehementen Widerspruch hervor. Dieser implizierte häufig, dass das Ausmaß der politischen Positionierung der Kirchen insgesamt problematisch sei.
Wie viel Politik darf in dem, was sonntags von Kanzel und Ambo gepredigt wird, vorkommen? Welche Sprengkraft bergen politische Einlassungen seitens der Kirche innerhalb von Kirchengemeinden? Verpflichtet das Evangelium ohne Kompromiss zur politischen Einmischung oder gerät bei allzu viel Politik der Glaube selbst aus dem Blick? Wo verläuft der Königsweg zwischen Gottesdienst, Seelsorge und den drängenden Problemen vor der Kirchentür?
Dr. Thies Gundlach ist theologischer Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD. Er leitet die Hauptabteilung „Kirchliche Handlungsfelder und Bildung“ und darin das Referat „Theologische Grundsatzfragen“.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.