Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Osterbotschaft des Landesbischofs


04 Apr. 2021

Wenn wir nur für dieses Leben auf Christus hoffen, sind wir bedauernswerter als alle anderen Menschen. Nun ist Christus aber vom Tod auferweckt worden, und zwar als Erster der Verstorbenen. 1. Kor. 15,19f 

„Wir erleben das zweite Osterfest in der Corona-Zeit – und es ist stärker als im letzten Jahr von Sehnsucht und Hoffnung geprägt.  Wir sehnen uns nach nichts so sehr, wie nach dem Ende der Corona-Pandemie. Manche von uns fühlen sich wie Langstreckenläufer, die gerade am sogenannten „Toten Punkt“ angekommen sind, jenem Moment, an dem ein Weiterlaufen unmöglich erscheint. Sie können und wollen nicht mehr. Wie gut wäre es, wenn jetzt die Ziellinie bereits in Sichtweite käme. Die aber verschwimmt gerade wieder im Nebel des Ungefähren und wir ahnen, dass es noch ein Stück Weg bis dahin sein wird. 

Solche Erfahrungen sind auch in der Bibel beschrieben. Die Worte des Apostels Paulus aus dem 1. Korintherbrief entstammen wahrscheinlich einem Moment der Niedergeschlagenheit, vielleicht sogar seinem ganz persönlichen „Toten Punkt“. Er fühlt sich kraftlos und schreibt an gegen die Verzweiflung. Zugleich hält er seine Hoffnung fest und gibt weiter, was er trotz allem glaubt: Jesus hat den Tod überwunden. Diese Überzeugung gibt ihm nicht nur Kraft zum Leben, sondern auch Hoffnung im Leiden und Sterben. Deswegen ist der Glaube für ihn nicht nur Hilfe für sein jetziges Leben, sondern Quelle der Hoffnung für das, was danach kommt. 

Dass es jemandem nicht nur um Schutz und Erhalt seines irdischen Lebens geht, mutet uns in diesen Tagen eigenartig an. Lebensrettung und Lebenserhaltung haben oberste Priorität. Alle erdenklichen Anstrengungen werden dafür unternommen, Ansteckung zu verhindern oder zu minimieren und Erkrankte vor dem Sterben zu bewahren. Dazu versuchen wir alle derzeit beizutragen, was uns möglich ist. Wir Christen legen besonderes Augenmerk auf den Schutz der Schwachen, die Begleitung Leidender, die Seelsorge an Sterbenden und den Trost für Trauernde. Das ist unser Dienst in dieser schweren Zeit. Damit verbinden wir uns mit allen, die Opfer bringen müssen.

Dinge, die uns das Leben als lebenswert erscheinen lassen, müssen zurückgestellt, manchmal ganz aufgegeben werden. Existenzen sind bedroht. Es gibt Augenblicke, in denen sich das furchtbar schwer anfühlt, leidvoll und hoffnungslos. Für solche Situationen hat Paulus das aufgeschrieben, was ihm selbst damals Kraft gegeben hat: das Vertrauen darauf, dass aus Leid am Ende Segen wird. 

Für uns kann das eine Ermutigung sein: Auch unser Einsatz und unsere Opfer bewirken Segen! Daraus werden neue Lebensmöglichkeiten entstehen.
Wir Christen glauben an die Auferstehung und sind in diesem Glauben mit Jesus Christus, dem Auferstandenen, verbunden. Deshalb beten wir an den Gräbern und geben unsere Verstorbenen in Gottes Hand. Er wird ihnen neues Leben schenken, das ist unsere Hoffnung. 

Lassen Sie sich in diesen Tagen und in dieser Zeit berühren von dieser Osterhoffnung, die Christen auf der ganzen Welt in schwierigen Zeiten Kraft und Trost gegeben hat und gibt.“  

Tobias Bilz, Ostern 2021

Landesbischof Tobias Bilz
Vertrauen darauf, dass aus Leid am Ende Segen werde

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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