Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Ökumenisches Friedensgebet in Aue
28 Dez. 2019
Einladung zum ökumenischen Friedensgebet in Aue
AUE - Für den heutigen Samstag, 28. Dezember 2020, hat Superintendent Dieter Bankmann um 17:00 Uhr zu einem ökumenischen Friedensgebet in die St. Nikolaikirche in Aue eingeladen. Viele Menschen in Aue und ganz Sachsen hatten in den letzten Tagen ihre Betroffenheit und Bestürzung über die gewaltvolle Auseinandersetzung am Heiligabend zum Ausdruck gebracht und den verletzten Mitarbeiter der Kirchgemeinde in ihre Gebete eingeschlossen. Mit dem Friedensgebet möchte die Kirchgemeinde ein Zeichen setzen - für Gebet um Frieden und Versöhnung und gegen die politische Instrumentalisierung der schlimmen Geschehnisse, wie es bereits durch eine angemeldete Demonstration der NPD erfolgt ist. Mit Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz wird auch ein Vertreter der Landeskirche heute beim Friedensgebet anwesend sein.
Zum Hintergrund:
Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Kirchgemeinde wurde Heilig Abend mit Messerstichen verletzt, als er einen Streit zwischen Gästen eines Weihnachtstreffs für Bedürftige im Gemeindehaus der erzgebirgischen Kirchgemeinde Aue (St. Nicolai) schlichten wollte. Superintendent Dieter Bankmann zeigte sich besorgt und bestürzt über die Gewalt, die sich am späteren Abend des 24. Dezember zugetragen hatte: Zunächst gelte dem Opfer, das im Krankenhaus notbehandelt wurde, gesundheitliche Stabilität, nachhaltige und schnelle Besserung. Die Fürbitten gelten ihm, den Angehörigen und dessen Freunden. Auch den zwei leicht verletzten Iranern gelten die Genesungswünsche. Zunächst sei zu danken, dass nicht mehr und Schlimmeres passiert sei, sagte der Superintendent. Der Einladung zu der Veranstaltung folgten rund 100 Menschen.
Wie in Aue, gab es zu Weihnachten verschiedentliche Angebote in Kirchgemeinden und diakonischen Einrichtungen für Einsame, Wohnungslose und bedürftige Menschen. Keiner sollte alleine sein!, so das Motto der angebotenen Treffs, die wie die Dresdner Nachtcafés im Winter offen sind für alle. Die Landeskirche verurteilt die Auseinandersetzung zum Fest des Friedens, aber verweist auch auf die bisher friedvolle Stimmung zu Beginn der Weihnachtstage. Immerhin nahmen wieder über eine halbe Million Menschen an Christvespern in Sachsens Kirchen teil sowie an weiteren Christnachtvespern und Weihnachtsgottesdiensten. Es sind keine negativen Vorkommnisse im Zusammenhang mit Bedürftigen-Treffs bekannt. Deshalb appelliert die Landeskirche an den Sinn des Weihnachtsfestes, das Frieden stiften will. Sie vertraut auf die Überzeugungskraft dieser Botschaft und ruft zur Besonnenheit auf, die Freude des Christfestes zu schützen und zu bewahren.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.