Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Jüdisches Leben im Religionsunterricht


24 Nov. 2023

Thema: "Jüdisches Leben als Thema im Religionsunterricht"

LEIPZIG – Auf dem inzwischen dritten ökumenischen Religionslehretag am 24. November 2023 kamen 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Universität Leipzig auf Einladung des Instituts für Religionspädagogik zusammen, um sich über die Thematisierung jüdischen Lebens und Glaubens im Unterricht auszutauschen und fortzubilden. Neben Vorträgen und Workshops gab es vielfältige Möglichkeiten, um zu dieser Frage miteinander und auch mit vielen jüdischen Gesprächspartnern ins Gespräch zu kommen.

Nach einer ökumenischen Andacht in der Universitätskirche St. Pauli (Paulinum) zu Beginn des Tages, die die Frage nach der Gegenwart Gottes trotz oder gerade in der aktuellen Weltlage und den auch in Deutschland stattfindenden Diskursen thematisierte, folgte ein spannender Vortrag von Prof. Dr. Ascher Biemann aus dem US-amerikanischen Charlottesville zur Frage nach der "Einheit und Entwicklung im Judentum". Nicht weniger spannend waren die religionsdidaktischen Überlegungen von Prof. Dr. Frank Lütze (Universität Leipzig) dazu, wie jüdisches Leben im Religionsunterricht lebendig werden kann.

Zahlreiche Infostände im Paulinum boten Informationen und Austausch zum Thema an. In den elf Workshops konnte man Menschen begegnen, die das Judentum in vielen Facetten leben und prägen. Die verschiedenen jüdischen Referentinnen und Referenten boten Einblicke in ganz unterschiedliche Facetten und Ausprägungen des jüdischen Glaubens und Lebens und wertvolle Anregungen für die Gestaltung des Religionsunterrichts über die Religionskunde hinaus. Überall war das hohe Interesse der Teilnehmenden spürbar und gab es angeregte Gespräche. Fast alle Teilnehmenden blieben bis zum Ende und empfanden die Zeit, die an diesem Tag da war, um sich mit dem so aktuellen und wichtigen Thema auseinanderzusetzen, für zu kurz. Viele äußerten daher die Hoffnung, dass es möglichst bald erneut Gelegenheit zu einem solchen Austausch geben werde. 

Hintergrund:

Im Jahre 2002 wurde zum ersten Mal vom Institut für Religionspädagogik in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ein Leipziger Religionslehrertag organisiert. Seit dem bietet dieser Tag Religionslehrkräften einmmal im Jahr die Möglichkeit, sich mit anderen über aktuelle religionspädagogische Fragen oder Themenfelder auszutauschen. Es geht vor allem darum, neue Anreize für die Arbeit in Schule und Gemeinde zu schaffen und religiöse Bildung spannend zu machen. Überdies bietet der Tag die Möglichkeit des Austauschs und der Vernetzung von Religionslehrkräften in Sachsen.

Ein Ökumenischer Religionslehrertag fand erstmals 2015 zum Thema des ökumenisch sensiblen Religionsunterrichts statt. Ein zweiter Ökumenischer Religionslehrertag in Kooperation mit dem Bistum Dresden-Meißen hatte 2019 die Überschrift "Religion – Gesellschaft – Politik". 

Zum Programm des 3. Ökumenischen Religionslehretages 2023: https://www.religionslehrertag.de/  

Ökumenischer Religionslehretag 2023 in der Universitätskirche St. Pauli (Paulinum)
Informationsstände
Austausch und Gespräche in den Pausen

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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