Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Ökumenische FriedensDekade 2024
06 Nov. 2024
Andachten, Gottesdienste und Friedensgebete in Kirchen Sachsens
DRESDEN – Anlässlich der Ökumenischen FriedensDekade, die bundesweit vom 10. bis zum 20. November 2024 stattfindet, laden auch Kirchgemeinden in Sachsen zu Gottesdiensten, Andachten und Friedensgebeten ein. Mit dem Motto der diesjährigen FriedensDekade “Erzähl mir vom Frieden” soll dazu ermutigt werden, angesichts von Kriegen und sich verstärkender internationaler Konflikte wieder Geschichten vom Frieden zu erzählen. Es brauche ermutigende Beispiele, die zeigen, dass die Spirale der Gewalt durchbrochen werden könne. Und es sei wichtig eine Perspektive gegen den Trend zu setzen, in dem nach der sicherheitspolitischen Zeitenwende seit 2022 militärische Ansätze zur Lösung gewaltvoller Konflikte zunehmend als alternativlos dargestellt werden.
Die Beauftragte für Friedens- und Versöhnungsarbeit der sächsischen Landeskirche, Maria Schiffels, erklärt, warum die FriedensDekade aktuell so wichtig ist: „Wir Christinnen und Christen leben aus dem Frieden Gottes. Wir sprechen einander im Gottesdienst den Frieden Gottes zu. Und dennoch fällt uns Christinnen und Christen die Rede vom Frieden im Moment oft schwer. Wir ringen um den Umgang mit den aktuellen Konflikten in unserer Welt“, sagt sie. Die FriedensDekade mit ihrem Motto „Erzähl mir vom Frieden“ wolle deshalb Mut machen und Hoffnung stärken. „Die FriedensDekade regt uns dazu an auf die biblischen Friedensgeschichten zu hören, auf die begründete Hoffnung, aus der heraus und auf die hin wir Christinnen und Christen leben. Das Motto lässt uns besinnen auf unser Verständnis von Frieden als einem Frieden, in dem alle in Sicherheit und Freiheit leben können, in dem Frieden und Gerechtigkeit sich küssen und es kein Leid mehr gibt.“, so Maria Schiffels.
Peace and pray – Handy-App zur Ökumenischen FriedensDekade
Mit der App „Peace and pray“ wird das Material des Ökumenische FriedensDekade auf digitalem Weg ergänzt. Sie bietet für jeden Tag der Ökumenischen Friedensdekade vom 10. bis 20. November 2024 einen täglichen Impuls zum Nachdenken als Push-Nachricht, ein Aktionsvorschlag und ein Friedenslied. Dazu gehört außerdem eine komplette Liturgie für ein tägliches Friedensgebet. Damit soll es Friedensengagierten leichter gemacht werden, eine Andacht zu feiern und sich gemeinsam unter dem Motto “Erzähl mir vom Frieden” zu verbinden.
Passend zum Motto der diesjährigen FriedensDekade wird es für jeden Tag in der App eine Podcast-Folge geben, in der Menschen aus aller Welt zu Wort kommen. Sie erzählen, welche Möglichkeiten es gibt, gewaltfrei auf Gewalt zu reagieren und haben selbst schon mit ihrem Handeln bewiesen: Gewalt muss nicht Gegengewalt erzeugen.
Die App Peace and pray steht kostenfrei für Android und IOS zum Download zur Verfügung.
Ausgewählte Veranstaltungsangebote
Mit Gottesdiensten, Andachten und Gebeten, Konzerten, Filmabendenden und Buchvorstellungen gestalten die Kirchgemeinden in Dresden die diesjährige FriedensDekade.
Die Eröffnung der FriedensDekade wird am 10. November in ganz Sachsen mit Gottesdiensten gefeiert. In Dresden wird aus diesem Anlass zu Gottesdiensten um 9:30 Uhr in die Apostelkirche Dresden-Trachau, um 10:00 Uhr in die Heilandskirche Dresden-Cotta und die Michaeliskirche Dresden-Bühlau und um 11:00 Uhr in die Dresdner Frauenkirche eingeladen. Im Dresdner Umland finden Gottesdienste zum Beginn der FriedensDekade u.a. um 9:30 Uhr in Grumbach und Moritzburg sowie um 10:00 Uhr in der Barockkirche Brockwitz (bei Coswig) statt.
Ab dem 11. November laden mehrere Kirchgemeinden im Rahmen der Ökumenischen FriedensDekade zu täglichen Andachten ein. In Dresden bieten das Kirchspiel Heidebogen, das Kirchspiel in der Lößnitz oder die Kirchgemeinde Dresden-Ost vom 11. bis 19. November abendliche Friedensgebete in ihren Kirchen an. Vom 11.-15. November wird in der Auferstehungskirche Dresden-Plauen und am 11. und 16. November in der Heilandskirche Dresden-Cotta zu Andachten im Rahmen der FriedensDekade eingeladen. Am 16. November findet um 19:00 Uhr in der Loschwitzer Kirche ein Konzert unter dem Titel „Gerechtigkeit und Frieden“ statt, in dem das Ensemble vocal modern unter der Leitung von Christfried Brödel Vertonungen des 130. und 6. Psalms von Josquin des Prés, Hans Leo Haßler und Andrea Gabrieli und Kompositionen ukranischer Komponistinnen und Komponisten aufführen wird. Am 17. November wird in die Martin-Luther-Kirche in der Dresdner Neustadt (9:30 Uhr), in die Kirche in Cossebaude (10:00 Uhr) und in das Gemeindezentrum Coswig (10:30 Uhr) zu Gottesdiensten im Rahmen der FriedensDekade eingeladen.
In Leipzig wird die FriedensDekade am 10. November mit Gottesdiensten im Gemeindezentrum Leipzig-Marienbrunn sowie in der Kirche in Leipzig-Baalsdorf eröffnet, die jeweils um 10:00 Uhr beginnen. Während der gesamten Friedensdekade finden in der Leipziger Nikolaikirche täglich um 17:00 Uhr Friedensgebete statt. Jeweils um 18:00 Uhr wird in der Stephanuskirche Leipzig-Mockau zu Andachten eingeladen. Die Kirchgemeinden im Leipziger Süden bieten im Zeitraum vom 11.-19. November jeden Abend um 21:00 Uhr eine Online-Andacht an. Am 13. November um 19:30 Uhr wird im Rahmen der FriedensDekade in der Erlöserkirche Leipzig-Thonberg zu einem Filmabend eingeladen und am 15. November um 20:00 Uhr stellt Stefan Seidel im Stadtteilprojekt „Dresdner59“ sein Buch „Entfeindet Euch“ vor.
In Chemnitz wird die FriedensDekade am 10. November mit Gottesdiensten in der in der Kreuzkirche und in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Chemnitz-Markersdorf eröffnet, die beide um 9:30 Uhr beginnen. Der Gottesdienst aus der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche wird zusätzlich im Livestream übertragen. In der St. Petrikirche findet am 17. November um 10:00 Uhr ein Gottesdienst zur FriedensDekade statt.
In die Frauenkirche in Grimma sind Christen am 11., 13., 15. Und 18. November 2024 jeweils um 18:00 Uhr zu Andachten zur Ökumenischen FriedensDekade eingeladen.
Im erzgebirgischen Lößnitz werden vom 11.-15. November sowie am 18. November um 18:00 Uhr Andachten und am 17. November um 10:00 Uhr ein Gottesdienst zur Ökumenischen FriedensDekade gefeiert.
In Ebersbach im Zittauer Gebirge wird um 10:30 Uhr zum Gottesdienst zu Beginn der Ökumenischen FriedensDekade eingeladen. In der Kirche in Oberoderwitz finden vom 11.-19. November täglich Andachten zur FriedensDekade statt.
Buß- und Bettag und Abschluss der FriedensDekade
Als Abschluss der FriedensDekade feiern die Gemeinden besondere Gottesdienste am Buß- und Bettag, der nur noch im Freistaat Sachsen ein staatlich geschützter arbeitsfreier Feiertag ist.
In Dresden wird Landesbischof Tobias Bilz am 20. November 2024 um 9:30 Uhr im Gottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche predigen. Weitere Gottesdienste, oft ökumenisch gefeiert, finden um 10:00 Uhr in der Dreikönigskirche, in der Heilig-Kreuz-Kapelle Dresden-Klotzsche, in der St. Martinskirche Weinböhla und in Moritzburg statt.
In der Dresdner Frauenkirche findet traditionell am Buß- und Bettag um 14:30 Uhr das Forum Frauenkirche mit dem Johann-Amos-Comenius-Club Sachsen statt. Diesmal wird von Prof. Dr. Hendrik Streeck über „Die Pandemie, ihre Folgen und was wir daraus lernen sollten“ sprechen.
In Leipzig lädt die PAX-Jugendkirche – wie in jedem Jahr am Abend vor dem Buß- und Bettag - am 19. November um 19:00 Uhr zur „Taizé-Nacht der Lichter“ ein.
Am Buß- und Bettag findet um 17:00 Uhr in der Nikolaikirche ein Gottesdienst zum Abschluss der FriedensDekade statt, den der Lyriker Tobias Petzoldt musikalisch begleitet. Zuvor feiern Leipziger Kirchgemeinden den Abschluss der FriedensDekade bereits in Gottesdiensten um 10:30 Uhr in der Stephanuskirche Leipzig-Mockau und der Frauenkirche Leipzig-Groitzsch.
In Chemnitz beginnt ein Gottesdienst zum Abschluss der Friedensdekade in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche bereits um 9:30 Uhr.
Zum Hintergrund der Ökumenischen FriedensDekade
Seit über 40 Jahren engagiert sich die Ökumenische FriedensDekade für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Geboren wurde die Idee zur FriedensDekade in den Niederlanden. Während des Kalten Krieges in den 1980er Jahren wurde die Idee der Friedenstage deutschlandweit bekannter – besonders in Ostdeutschland. Gerade in Sachsen beteiligen sich viele Gemeinden und Gruppen an der Ökumenischen FriedensDekade, da sie hier an die kirchliche Friedensinitiative „Schwerter zu Pflugscharen“ anknüpft.
Auch im Jahr 2024 will die FriedensDekade einen Beitrag zur Vertiefung des christlichen Friedenszeugnisses leisten und zur friedenspolitischen Willensbildung in Kirchen, Gemeinden und Gesellschaft beitragen. Jedes Jahr kommen Menschen verschiedener Konfessionen zusammen, verbinden sich für zehn Tage im Gebet für den Frieden und machen Friedenshandeln sichtbar.
Ökumenische FriedensDekade: http://www.friedensdekade.de/
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.