Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Ökumenische Bahnhofsmission in Dresden eröffnet


23 Aug. 2019

Ökumenische Bahnhofsmission in Dresden eröffnet

DRESDEN - Nach mehreren Anläufen, zahlreichen Gesprächen und jahrelanger Vorarbeit konnte Mitte Juli in Dresden wieder eine Bahnhofsmission öffnen. Die mietfrei zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten befinden sich auf der Südseite des Dresdner Hauptbahnhofs (Bayrische Straße). Heute wurden diese mit namhaften Gästen offiziell eröffnet. Die Diakonie-Stadtmission als Träger der Bahnhofsmission und Organisator für Personal und Konzept hatte dazu eingeladen. Die ökumenische Bahnhofsmission ist ein  Gemeinschaftsprojekt von Deutscher Bahn, Landeshauptstadt Dresden, Diakonie, Caritas sowie evangelischen und katholischen Kirchgemeinden in Dresden. 

Nach musikalischer Einstimmung durch eine Bläsergruppe begrüßte Thomas Siesazeck vom Vorstand Diakonisches Werk – Stadtmission Dresden e.V.  die Besucher und Gäste in der Kuppelhalle des Hauptbahnhofs. Er verwies auf die lange Tradition des Begriffs der Bahnhofsmission und übersetze ihn mit „geschickt sein und unterwegs zu anderen Menschen sein“. Genau dies würde nun unter modernen und neuen Bedingungen passieren.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert, der maßgeblich an den Gesprächen zum Wiederaufbau einer Bahnhofsmission beteiligt war, freute sich, dass das freundliche Gesicht des Dresdner Hauptbahnhofs mit dem heutigen Tag noch freundlicher würde.

Der Leiter des Bahnhofsmanagements Dresden Heiko Klaffenbach wünschte der Leiterin Elvira Ploß und ihren aktuell 32 ehrenamtlichen Mitarbeitern viel Kraft für ihre Arbeit. 

Klaus Dieter Kottnik verwies als Vertreter der Kirchlichen Bahnhofsmission Deutschland auf das diesjährige 125. Jubiläum deutscher Bahnhofsmissionen, in denen heute  2.000 Ehrenamtlichen tätig sind und freudig auf die langersehnte hiesige Eröffnung schauen.  „In der Theologie nennen wir es Kairos, wenn von etwas die Rede ist, was den richtigen Zeitpunkt braucht. Offenbar sind jetzt die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt zusammengekommen“, sagte er. Auch das Datum der Eröffnung habe eine besondere Bedeutung, denn heute vor 71 Jahren wurde der ökumenische Rat der Kirchen gegründet. Dessen Leitmotive „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ träfen auch für die Arbeit der ökumenischen Bahnhofsmission zu. Dorthin kämen Menschen, die oft schon Ungerechtigkeit erfahren hätten, mit der Sehnsucht nach Frieden und auf der Suche nach warmherzigem Beistand.

Superintendent Christian Behr, der zuvor den musikalischen Rahmen unterstützt und sich mit viel Energie für das Projekt der Bahnhofsmission eingesetzt hatte, äußerte seine große Freude über die Eröffnung.. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte er die Bahnhofsmission bereits als Kirche am besonderen Ort bezeichnet.

Als symbolischen Startschuss überreichte Thomas Siesazeck der Leiterin der Bahnhofsmission Elvira Ploß eine Signalkelle, wie sie vor Anfahrt der Zuges zum Einsatz kommt. Im Anschluss trafen sich alle Gäste in den Räumlichkeiten zu einem kleinen Imbiss und individuellen Gesprächen. Frau Ploß konnte bereits von einige Erfahrungen der letzten Wochen berichten: „Einmal wurde ein junger Mann im Zug ausgeraubt, während er eingeschlafen war. Nach seiner Anzeige bei der Polizei, bat er uns um Hilfe. Wir konnten ihm einen Fahrschein aushändigen, damit er zur Kirchenbezirks-Sozialarbeit fahren konnte. Dort konnte er das Internet nutzen, seine Frau informieren und über sie ein Flixbus-Ticket erhalten, mit dem er dann die Heimreise antreten konnte. Abends kam er noch einmal kurz zu uns und bedankte sich herzlich. Ein schönes Beispiel, wie das Arbeiten Hand in Hand gut funktioniert“, berichtete Elvira Ploß.

Die Räumlichkeiten der Bahnhofsmission dienen als Rückzugsort und Vermittlungsstelle. Schlafstellen gibt es nicht, aber bei Bedarf kann mit dem Sozialamt Kontakt aufgenommen oder zur Notfallschlafstelle in Dresden Pieschen vermittelt werden. Die Zusammenarbeit mit anderen Beratungsstellen ist ebenfalls gegeben. 

Bahnhofsmissionen gibt es in Sachsen bisher in Leipzig, Chemnitz und Görlitz. In Dresden wurde 2011 eine vorübergehende Lösung für die Zeit des Deutschen Kirchentags geschaffen. Erste Anläufe für eine dauerhafte Bahnhofsmission gibt es seit 2016.

Zum Weiterlesen: ein ausführliches Interview mit der Leiterin der Bahnhofsmission Elvira Ploß.

Überreichen der Signalkelle als symbolischen Startschuss für die Bahnhofsmission
Klaus Dieter Kottnik (Vors. Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission Deutschland)
Superintendent Christian Behr (Kirchenbezirk Dresden Mitte)
Leiterin der Bahnhofsmission Elvira Ploß mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Referentin Gemeindeaufbau und missionarische Dienste Manja Erler (von links)
Bläsergruppe vor den Räumlichkeiten der Bahnhofsmission

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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