Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Neuer Superintendent für den Kirchenbezirk Leipzig
26 Jan. 2020
Für eine Kirche, die sich aktiv in die Stadtgesellschaft einbringt
DRESDEN | LEIPZIG – Der Dresdner Frauenkirchenpfarrer und Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden, Sebastian Feydt (54), wird Superintendent des Kirchenbezirks Leipzig und Inhaber der 1. Pfarrstelle von St. Nikolai. Der Amtsantritt und die Einführung stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.
Nach der Wahl im Kirchenbezirk am 8. November letzten Jahres, dem Votum der Ortsgemeinde und der Ernennung durch die Kirchenleitung der sächsischen Landeskirche am Freitag, 24. Januar 2020, wird er die Nachfolge von Martin Henker antreten, der Ende Mai nach sechzehnjähriger Amtszeit seinen Ruhestand antritt. Die Verabschiedung findet am 17. Mai, um 14:00 Uhr in der Nikolaikirche statt.
Sebastian Feydt wurde 1965 in Cottbus geboren, besuchte später die Kreuzschule in Dresden, an der er 1984 Abitur machte. Er entschloss sich für ein Studium der Evangelischen Theologie an der Universität Leipzig. Als Mitglied des Stadtökumenekreises wirkte er vor und während der Zeit der Friedlichen Revolution bei den Friedensgebeten in der Nikolaikirche Leipzig mit.
Mit bestandenem Ersten Theologischen Examen 1992 begann er den Vorbereitungsdienst. Er ging im Rahmen eines Sondervikariats nach Jerusalem und Bethlehem und stellte sich vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts Herausforderungen in der Ökumene und des interreligiösen Dialogs. Nach seiner Rückkehr beendete er 1995 sein Vikariat in Leipziger Gemeinden. Mit dem Zweiten Theologischen Examen und seiner Ordination wurde er Pfarrer an der Leipziger Bethlehemkirchgemeinde.
Nach 12-jährigem Gemeindedienst, einem Lehrauftrag an der Uni-Leipzig und der Mitwirkung in Kirchenbezirks- und Landessynode wechselte er im April 2007 an die Frauenkirche Dresden. Neben dem Pfarrdienst und seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden konzipierte er den Ausbau der Friedens- und Versöhnungsarbeit sowie die Entwicklung neuer u.a internationaler Kulturangebote an der Frauenkirche. Er absolvierte einen Kurs (2012-2014) an der Führungsakademie für Kirche und Diakonie Berlin.
Pfarrer Feydt steht für eine Kirche, „die sich aktiv in die Stadtgesellschaft einbringt, indem sie auch aus den Kirchen heraustritt.“ Vor der Kirchenbezirkssynode in Leipzig sprach er sich sowohl für den interreligiösen Dialog, als auch für die Verdeutlichung evangelisch-lutherischen Bekenntnisses in einer säkularen Gesellschaft aus.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.