Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Neuer Präsident des Martin-Luther-Bundes
29 Okt. 2021
Der Martin-Luther-Bund ist das Diasporawerk der VELKD
WITTENBERG - Der Leitende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn, Bischof Dr. Tamás Fabiny wurde bei der Bundesversammlung des Martin-Luther-Bundes in Wittenberg einstimmig zum neuen Präsidenten des Martin-Luther-Bundes gewählt.
Er tritt zum Jahreswechsel bei diesem Ehrenamt die Nachfolge von Landesbischof a.D., Pfarrer Dr. Carsten Rentzing, an, der seit November 2020 als Beauftragter der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) für die Stärkung des Kontaktes zu den lutherischen Kirchen in Mittel- und Osteuropa tätig ist, wobei die Vorbereitung der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes 2023 in Krakau/Polen derzeit im Mittelpunkt steht, eine Aufgabe, die Dr. Rentzing in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes wahrnimmt. Eng wird daher auch die Zusammenarbeit mit dem Martin-Luther-Bund bleiben.
Tamás Fabiny ist der Arbeit des Martin-Luther-Bundes bereits seit seiner Studienzeit Mitte der 1980er Jahre eng verbunden. Zu theologischen Studienaufenthalten war er in den Jahren 1984/85, später 1993/94 und 1997/98 in Erlangen, 1985/86 in Chicago (USA). In Erlangen wurde er 1998 im Fach Neues Testament (bei Prof. Dr. Jürgen Roloff) promoviert. Der 1959 in Budapest geborene Fabiny war nach dem Studium Pfarrer in Siófok und später in Budapest, wo er auch an der Ev.-Luth. Theologischen Universität lehrte.
2005 wurde zum Bischof der Norddiözese in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn gewählt. 2010 bis 2017 war er Vizepräsident des Lutherischen Weltbundes für die Region Mittel- und Osteuropa. Fabiny ist außerdem der geschäftsführende Direktor der Christlich-jüdischen Gesellschaft in Ungarn. 2018 wurde er zum Leitenden Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn gewählt. Fabiny ist verheiratet und hat drei Kinder.
Bei der Bundesversammlung in Wittenberg berichtete Fabiny zunächst über die Herausforderungen für die lutherische Kirche in der Diaspora Ungarns angesichts der Covid-19-Pandemie. Er erinnerte zum Beispiel bei der Diakonie an den anfangs großen Mangel an Schutzmitteln und Hygiene-Ausstattung für die Klienten als auch das Personal. In einigen Fällen zogen die Mitarbeitenden für Wochen reihum mit in die Einrichtungen, um ihre Schützlinge durch diese Krisenzeit zu begleiten. Gleichzeitig konnte bei Schulen und Bildungseinrichtungen die Initiative zur Digitalisierung weiter verstärkt werden.
Die Wahl Fabinys wurde aus der Mitte der Bundesversammlung lebhaft als Perspektivwechsel begrüßt – auch für die Arbeit in Deutschland. Diaspora als kirchliches Leben einer Minderheit in der Minderheit einer Minderheit wird der Normalfall werden auch in Deutschland und ist es für viele Kirchen und Gemeinden schon seit langem. Geistliche Gemeinschaft, der theologische Austausch und der helfende Beistand bleiben für die lutherische Diasporaarbeit aktuell.
Diese Aspekte prägten auch die Berichterstattung, Beratungen und weiteren Beschlüsse der Mitgliederversammlung mit Berichten aus Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden, der Ukraine und auch Chile. Grüße der Verbundenheit kamen aus Brasilien, Namibia und Tschechien und boten reichlich Anlass und Inhalt für Gespräche. Beschlossen wurde, die Diasporagabe 2022 einzuwerben für das Theologische Institut Tallinn der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Estland (EELK), um für gute theologische Aus- und Fortbildung einen wirksamen Beitrag zu leisten.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.