Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Neuer Polizeiseelsorger beginnt Dienst


26 Feb. 2021

Amtseinführung als Polizeiseelsorger am 5. März in Dresden

DRESDEN – Der Glauchauer Pfarrer Matthias Große (46) wechselt zum 1. März 2021 auf die Landeskirchliche Pfarrstelle als Polizeiseelsorger nach Dresden. Er wird in der hiesigen Polizeidirektion sowie der Bereitschaftspolizei, des PVA und des LKA Sachsen mit insgesamt rund 5.000 Bediensteten zuständig sein.

Zu dessen Aufgaben gehört u.a. die seelsorgliche Begleitung von Polizisten bei belastenden Ereignissen. Zu den Schwerpunkten des Dienstes zählen ferner der berufsethische Unterricht sowie berufsbegleitende ethische Schulungen. Bei Bedarf steht er Polizeibediensteten in Einsätzen seelsorglich zur Seite.

Matthias Große wuchs in einem Pfarrhaus im Erzgebirge auf und entschied sich nach der Schulzeit für ein Theologiestudium. Nach dem Studium in Leipzig und Göttingen absolvierte er seine Examen in Sachsen und übernahm nach dem Vorbereitungsdienst und seiner Ordination 2002 den Pfarrdienst im mittelsächsischen Marbach. Von dort aus wechselte er Ende 2009 in eine Pfarrstelle an der St. Georgenkirche in Glauchau. Anfang 2020 wurde ihm die 1. Pfarrstelle übertragen.

Pfarrer Große nahm in seiner bisherigen Dienstzeit an verschiedenen Fortbildungen im Rahmen des Pastoralkollegs, der Gemeinde Akademie (Schwarzenbruck) und des Seelsorgeinstituts teil. U.a. erhielt er Zertifikate im Mentorat, in der Gemeinberatung und der Notfallseelsorge. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.
Die Einführung von Pfarrer Große als Polizeiseelsorger erfolgt am Freitag, 5. März 2021, in der Dresdner Dreikönigskirche.

Würdigung für den Dienst seines Vorgängers

Große tritt die Nachfolge von Pfarrer Christian Mendt an, der nach über sechs Jahren Dienst in der Polizei- und Notfallseelsorge am 5. Februar 2021 feierlich in einem Gottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche von Superintendent Christian Behr in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Pfarrer Mendt, der auch Sprecher der evangelischen Polizeiseelsorge in Sachsen und Beauftragter für Notfallseelsorge in der Landeskirche war, wurde für dessen Dienst und Einsatz mehrfach gedankt. Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar würdigte ihn als Instanz im Bemühen, einen Ausweg zu finden.  Dresdens Polizeipräsident Jörg Kubiessa dankte Mendt dafür, dass er auf andere zuging und zuhören konnte. „Bei Ihnen fühlte man sich behütet“, sagte er.

So führte er Gespräche mit traumatisierten Polizisten, überbrachte Todesnachrichten an Hinterbliebene von Unfallopfern und tat Dienst als Mitglied im Einsatznachsorgeteam. Jährlich veranstaltete er Blaulichtgottesdienste für alle Rettungskräfte sowie einen Gedenkgottesdienst, bei dem er den Kolleginnen und Kollegen gedacht wurde, die während ihrer aktiven Dienstzeit verstarben.

Landeskollekte am kommenden Sonntag für Seelsorgedienst

Zufällig in die Zeit des Wechsels fällt der Sonntag Reminiszere, 28. Februar, an dem traditionell die Landeskollekte für die besonderen Seelsorgedienste vorgesehen ist. Seelsorgerinnen und Seelsorger in besonderen Seelsorgediensten der Krankenhaus-, Gehörlosen-, Schwerhörigen-, Gefängnis- und Polizeiseelsorge stehen Menschen in Not oder in besonderen Herausforderungen bei. Dieser Dienst in der Gesellschaft ist über die Grenzen der Kirche anerkannt.

Das wurde und wird in der Corona-Pandemie besonders deutlich durch eine starke Nachfrage von einsamen Menschen, bei denen die Besuche vertrauter Angehöriger ausbleiben müssen. So werden Grüße überbracht, Telefonkontakte vermittelt oder Videoverbindungen hergestellt. Der größte Teil der Personal-, Ausbildungs- und Sachkosten für die verschiedenen Seelsorgedienste muss aus landeskirchlichen Mitteln aufgebracht werden.

Pfarrer Großes bisherige Wirkungsstätte in der St. Georgenkirche in Glauchau (Foto: Markus Pfeifer)
Pfarrer Christian Mendt zum Abschied in der Dresdner Kreuzkirche

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite