Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
Bereich
Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
Bereich
Neue Leitung im Leipziger Missionswerk
27 Nov. 2023
Annette Kalettka übernimmt auch die Verantwortung für das Asien/Pazifik-Referat
LEIPZIG - Pfarrerin Annette von Oltersdorff-Kalettka (52) wird die neue Direktorin des Leipziger Missionswerkes (LMW). Das entschied die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens am 18. November und bestätigte damit einen Beschluss des Missionsausschusses vom 20. Oktober 2023. Zuvor hatte bereits die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) als weitere Trägerkirche des LMW der Personalie zugestimmt. Die gebürtige Mecklenburgerin ist die erste Frau in der 187-jährigen Geschichte des Missionswerkes, die dieses Amt übernimmt.
Annette Kalettka wird von der sächsischen Landeskirche für zunächst sechs Jahre mit Option auf Verlängerung berufen. Zu ihren Aufgaben gehört neben der Leitung des Werkes auch die Verantwortung für das Asien/Pazifik-Referat. Der Einführungstermin und auch der Termin des Dienstantritts stehen noch nicht fest.
Aufgewachsen in einem Dorf bei Güstrow mit einer aktiven Kirchengemeinde war ihr schon als Jugendliche klar, dass sie in der Kirche tätig sein wollte. Sie ging auf ein kirchliches Oberseminar in Potsdam, um dort ihr Abitur abzulegen. Anschließend studierte sie Theologie in Rostock und Berlin mit Auslandsaufenthalten in Rumänien und Südafrika.
Als besonders prägendes Ereignis ihrer Studienzeit beschreibt Pfarrerin Kalettka die Teilnahme an der 8. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Harare, Simbabwe 1998: „Der Geist der Vollversammlung und die Botschaft der christlichen Gemeinschaft zogen damals große Kreise im südlichen Afrika und darüber hinaus. Ich durfte Ende der 1990er an den Prozessen teilhaben und bin seitdem davon überzeugt, dass ökumenische Begegnungen und Partnerschaftsarbeit nachhaltig wirken, aber auch immer wieder angestoßen werden müssen.“
2002 wurde sie in Neukalen ordiniert und ging zunächst als Gemeindepfarrerin in eine mecklenburgische Kirchengemeinde. 2005 kam sie mit ihrem Mann nach Sachsen und übernahm die Kirchgemeinden Olbersdorf und Lückendorf-Oybin im Zittauer Gebirge. 2016 wechselte sie in die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Klingenberg-Kreischa (Kirchenbezirk Freiberg) südlich von Dresden. Sie ist dort für die Gemeinden in Oelsa, Rabenau und Seifersdorf zuständig.
Sowohl in der Gemeindearbeit als auch in ihrem Engagement für die Frauenarbeit und der Arbeitsstelle Eine Welt der sächsischen Landeskirche legt sie Wert darauf, die weltweite Verbundenheit im Blick zu haben und zu leben. Die Themen des Konziliaren Prozesses Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung liegen ihr am Herzen. Dabei sind Annette Kalettka persönliche Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern und Kirchen besonders wichtig. Daher bewarb sie sich 2022 auch als Teilnehmerin für das LMW-Begegnungsprogramm „Mission to the North“ und nahm mit dieser tansanisch-indisch-deutschen Gruppe an der 11. Vollversammlung des ÖRK in Karlsruhe teil.
Auf die Frage, worauf es ihr nach dem internationalen Treffen ankomme, sagte sie damals im Interview: „Machen! Loslegen! Handeln statt Reden! Sich den Realitäten wie etwa dem Klimawandel stellen. Es gibt zahlreiche Herausforderungen für den globalen Norden. Karlsruhe ist für mich ein nachhaltiger Appell an uns selbst, an die christlichen Kirchen weltweit, beginnend bei der Gemeinde vor Ort.“
Annette Kalettka ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig e.V. (LMW) ist seit 1836 ein international arbeitendes Werk, das spirituellen, interkulturellen und interreligiösen Austausch ermöglicht. Das LMW steht für globales Lernen in ökumenischer Perspektive. Es bringt die Themen, Perspektiven und Spiritualität der Partner in Indien, Tansania und Papua-Neuguinea in die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens ein.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.