Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Neue Koordinatorin für „anders wachsen“-Gemeinde
16 Nov. 2023
Kerstin Göpfert begleitet nachhaltige Modellgemeinde in Dresden
DRESDEN - Kerstin Göpfert ist neue Projektkoordinatorin für „anders wachsen“ in Dresden. Die 49-jährige Bildungs- und Erziehungswissenschaftlerin ist für die kirchgemeindliche und stadtteilbezogene Arbeit der Initiative in Dresden-Johannstadt zuständig. Träger der Stelle ist der Evangelisch-Lutherische Kirchenbezirk Dresden Mitte.
Sie wird mit der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas alternative Wirtschaftsmodelle, Entschleunigung sowie eine Ethik und Frömmigkeit des Genug erproben. Christliche Gemeinde soll so als Hoffnungsort für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit erlebbar werden. Darüber hinaus arbeitet das Projekt auch mit anderen Partnerinnen und Partnern im Sozialraum zusammen, etwa im Stadtteilladen in der Pfotenhauerstraße 66.
Die offizielle Einführung von Kerstin Göpfert erfolgt im Gottesdienst am Sonntag, 3. Dezember, um 17:00 Uhr in der Trinitatiskirche Dresden.
Zuletzt war sie als Referentin für den „Ökumenischen Weg für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ im Landesjugendpfarramt der sächsischen Landeskirche tätig und hat sich dort bereits intensiv mit Themen wie Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit auseinandergesetzt. So entwickelte sie beispielsweise in Zusammenarbeit mit jungen Erwachsenen aus dem Landesjugendkonvent die Broschüre „Der grüne Faden für nachhaltige Freizeiten“.
Zu ihrem neuen Tätigkeitsumfeld sagt Kerstin Göpfert: „Ich freue mich, dass ich in der neuen Stelle an die Themenfelder, aber auch an die aufgebauten Kontakte anknüpfen kann. Darüber hinaus bin ich gespannt auf die Begegnungen mit den Gemeindegliedern, den Bewohnern der Johannstadt und den vielen anderen Akteuren, die in dem Stadtteil aktiv sind. Ich bringe mich gern mit meinen Erfahrungen und meiner Kreativität in die bestehenden Netzwerke ein und hoffe, dass in diesem Miteinander viele neue Ideen entstehen und umgesetzt werden können“.
Eines der ersten Projekte, die die neue Koordinatorin mitorganisieren wird, ist der „Sonntagmittag“, der diesen Winter zum zweiten Mal stattfinden soll. Dabei wird von Dezember bis März der Kirchsaal des Trinitatishauses (Fiedlerstraße 2) jeden Sonntag von 11:00 bis 13:00 Uhr als warmer Ort des Auftankens und der Begegnung geöffnet. Das Angebot richtet sich an alle, die den Sonntag nicht allein verbringen möchten und sich über Gemeinschaft und eine warme Mahlzeit freuen. Mitwirkende werden noch gesucht und können sich bei Kerstin Göpfert melden.
Hintergrund „anders wachsen“
Die 2011 gegründete christliche Initiative „anders wachsen“ macht sich in Kirche und Gesellschaft für Alternativen zum Wirtschaftswachstum stark. Seit einigen Jahren profiliert sich die Kirchgemeinde in der Dresdner Johannstadt zur „anders wachsen“-Gemeinde. In Kirchgemeinde und Stadtteil sollen Erfahrungsorte und Reallabore für eine Postwachstumsgesellschaft entstehen. Menschen erproben in geistlichem Leben, Gemeindeaufbau, Sozialraumarbeit und Alltagspraxis neue Formen des Glaubens, Lebens und Wirtschaftens.
Die vom Kirchenbezirk Dresden Mitte und der Initiative „anders wachsen“ eingerichtete Stelle wird durch Fördermittel des Lutherischen Weltbundes sowie der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ermöglicht.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.