Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Neue Beauftragte für Migration und Integration beginnt ihren Dienst
09 Jan. 2026
DRESDEN – Am 2. Januar 2026 hat Claudia Nikol ihren Dienst als Beauftragte für Migration und Integration der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens begonnen. Albrecht Engelmann, der diese Aufgabe zuvor über viele Jahre innehatte, war im Oktober 2025 in den Ruhestand getreten. Claudia Nikol übernimmt nun seine Aufgaben.
Als Beauftragte für Migration und Integration wird sie künftig als wichtige Schnittstelle zwischen Kirche, Politik und Zivilgesellschaft fungieren und gleichzeitig die Kirchgemeinden ganz praktisch unterstützen.
Beratung und Unterstützung von Kirchgemeinden und Institutionen
Claudia Nikol ist die neue Ansprechpartnerin für die Kirchgemeinden in Sachsen, wenn es um die Hilfe für Geflüchtete und Fragen von Migration und Integration geht. Sie steht Kirchgemeinden und kirchlichen Institutionen bei praktischen wie strukturellen Fragestellungen wie z.B. dem Kirchenasyl beratend zur Seite und unterstützt bei der konzeptionellen Weiterentwicklung der Arbeit in den Kirchenbezirken.
Ein oft komplexes Thema ist die Finanzierung von Projekten. Hier berät Claudia Nikol zu Fördermöglichkeiten, unterstützt bei der Antragstellung und ist verantwortlich für die Umsetzung von Bezuschussungsverfahren.
Zudem ist Claudia Nikol auch in Einzelfällen unterstützend und beratend tätig. Sie kümmert sich um die Vermittlung von Hilfe in Einzelfallanfragen und steht bei Konflikten mit Bezug zu ihrem Aufgabenbereich beratend und begleitend zur Verfügung.
Kommunikation und Vernetzung
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt jedoch auch in der Analyse der politischen Prozesse im Themengebiet Migration, Flucht und Integration. Claudia Nikol wird aktuelle Entwicklungen beobachten und darauf aufbauend fachliche Standpunkte für die Landeskirche in grundlegenden Fragen erarbeiten.
Da es in diesem Themenbereich verschiedene Akteure gibt, steht die Vernetzung mit verschiedenen Akteursgruppen – sowohl im kirchlichen als auch im zivilgesellschaftlichen Bereich – im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Dazu gehört auch die aktive Vertretung der EVLKS in kirchlichen Gremien, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene. Sie wird dort die Interessen der sächsischen Landeskirche einbringen und wichtige Impulse für die Arbeit vor Ort mitnehmen.
Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle Gerechtigkeit-Frieden-Bewahrung der Schöpfung
Mit der im Januar 2024 entstandenen Arbeitsstelle Gerechtigkeit-Frieden-Bewahrung der Schöpfung wird Claudia Nikol zukünftig eng zusammenarbeiten. Die Arbeitsstelle ist eine Fach- und Servicestelle der Landeskirche für die Fragen des konziliaren Prozesses. Ziel ihrer Arbeit ist es, sowohl in Kirchgemeinden und Gruppen als auch in kirchlichen Institutionen bis hin zu Entscheidungsgremien der Landeskirche das Bewusstsein für die Fragen von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zu schärfen.
Zur Person
Claudia Nikol arbeitete von 2023 bis 2025 bereits als Beauftragte im Sachbereich Migration und Integration für die Kirchenbezirke Dresden Mitte und Nord und leitete darüber hinaus über viele Jahre nicht nur die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Umweltzentrums Dresden e. V., sondern später auch dessen ABC-Tische, eines der bis heute erfolgreichen Dresdner Integrationsprojekte.
Ihre berufliche Laufbahn startete sie nach einem Magisterstudium der Kommunikationswissenschaft, Anglistik und Musikwissenschaft als freiberufliche Journalistin und selbstständige Unternehmerin im Bereich Kommunikationsberatung, Veranstaltungsmanagement und Beteiligungsformate. Sie schloss Fortbildungen zur zertifizierten Mediatorin sowie zur ehrenamtlichen Seelsorge ab. Für die Landeskirche war sie bereits als Projektkoordinatorin des 3. Sächsischen Kirchenvorstandstages in der Ehrenamtsakademie Sachsen sowie zur Prozessbegleitung und Organisationsentwicklung der Evangelischen Frauenarbeit tätig.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.