Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Nachtschwärmer auf St.-Pauli-Friedhof eingeladen


23 Juni 2018

Johannistag aus christlicher Perspektive betrachtet

DRESDEN - Unter dem Motto „…mitten wir im Leben sind…“ laden der Kirchenbezirk Dresden Nord und der ‚Denk Mal Fort e.V.‘ am Sonntag, 24. Juni, zwischen 18:00 und 22:00 Uhr, ein zu Begegnung, Filmen, Gespräch und gemeinsamen Wegen auf den St.-Pauli-Friedhof (Hechtstraße 78). Eine der bedeutendsten Grabanlagen Dresdens, die seit zwei Jahren durch den Neustädter Friedhofsverband beschränkt geschlossen werden musste, soll am Johannistag besonders in die öffentliche Wahrnehmung gerückt werden.

Mittels unterschiedlicher Zugänge zu den Themen Tod und Sterben, Bestattungskultur, Vergänglichkeit, aber auch Architektur, Flora und Fauna und unter Einbeziehung verschiedener Dresdner Akteure soll der Friedhof als Erinnerungs- und Erzählort auf neue Weise erschlossen werden. Denk Mal Fort e.V. und der Kirchenbezirk haben dafür bewusst Dresdner Akteure gewinnen können: So wird Justus Ulbricht vom Dresdner Geschichtsverein e.V. am Grab des Philanthropen Franz Ludwig Gehe dessen bewegte Biografie illustrieren. Am Grab der Eltern von Erich Kästner rezitiert Robby Langner Gedichte des Dresdner Autors.

Der von der Stadt Dresden ehrenamtlich Beauftragte für Denkmalpflege, Jürgen Lambrecht, zeigt den Besuchern mit der Meschwitz-Eiche ein kleines forstbotanisches Wunder: Die auf dem Familiengrab des Dresdner Forstmeisters Friedrich Wilhelm Meschwitz befindliche Schindeleiche ist die größte ihrer Art in Deutschland. Ulrich Hübner vom Kulturamt der Stadt erläutert die denkmalgeschützte Architektur der Totenhalle. Unter dem Titel st.pauli_reloaded gibt es Kurzfilme von Dresdner Studierenden zu sehen. Der Eintritt zu all dem ist frei. Für Essen und Trinken ist gesorgt.

Superintendent Albrecht Nollau verweist auf christliche Traditionen auf der Höhe des Jahres: „Den Johannistag feiern wir als Geburtstag Johannes‘ des Täufers. Zugleich steht er in engem Zusammenhang mit der Sommersonnenwende. Wachsen und Vergehen, Leben und Sterben, Licht und Dunkel sind dabei Gegensatzpaare, die aus christlicher Perspektive auf eine große Hoffnung am Ende hinsteuern.“ Er freue sich deshalb auf nachdenkliche Nachtschwärmer, die sich auf dem St.-Pauli-Friedhof zu diesen Fragen auf die Spurensuche begeben wollen.

Holger Hase, Vorsitzender des Vereins Denk Mal Fort e.V., sagt: „Der St. Pauli Friedhof ist ein herausragendes Denkmal der Dresdner Sepulkralkultur. Auf ihm wurden zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten beigesetzt. Daneben existieren eine ganze Reihe von Kriegsgräbern, wie beispielsweise die Kindergrabstätte für die aus Osteuropa verschleppten Zwangsarbeiterinnen. Der Friedhof hat somit ein großes Potential zu einem historischen Lernort zu werden, auf dem die lokale Bestattungskultur der letzten 150 Jahre hervorragend nachvollzogen werden kann. Es würde mich daher freuen, wenn möglichst viele Dresdnerinnen und Dresdner sich am Johannistag aufmachen würden, um diesen spannenden Ort der Stadtgeschichte zu entdecken.“

Der St.-Pauli-Friedhof

Der elf Hektar große St.-Pauli-Friedhof steht insgesamt unter Denkmalschutz. Es ist ein naturnaher Friedhof mit einem reichen Baumbestand. U.a. steht dort Deutschlands größte Schindel-Eiche. Auf der terrassenförmigen Anlage zwischen Hechtstraße und Stauffenbergallee befinden sich derzeit noch etwa 1.400 Gräber mit Nutzungsrecht.

Durch die beschränkte Schließung vor zwei Jahren zeigt der St.-Pauli-Friedhof exemplarisch, dass der allgemeine gesellschaftliche Wandel in der Bestattungskultur weitreichende Folgen hat. Dresden verfügt mit seinen 58 Friedhöfen über zu viel Bestattungsflächen, die in ihrer Größe der Trauer- und Bestattungskultur des 19. Jahrhunderts entstammen.

Geöffnete Tür in die Feierhalle mit der Jehmlich-Orgel

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite