Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Mutmaßlicher Brandstifter der Kirche wurde ermittelt
14 Aug. 2023
Großröhrsdorf feierte zweiten Gottesdienst ohne Kirche
GROSSRÖHRSDORF – Nach einem bewegenden Gottesdienst am gestrigen Sonntag im Pfarrhof der Kirchgemeinde Großröhrsdorf erläuterten am Montag, 14. August 2023, an der Brandruine u.a. der amtierende Leiter der PD Görlitz, der Innenstaatsekretär und der ermittelnde Staatsanwalt ihre Erkenntnisse, die zum verheerenden Brand der Großröhrsdorfer Stadtkirche führten. Nach der Spurensicherung, der Brandursachenermittlung und den Zeugenbefragungen kam ein 40-jähriger Mann in den Fokus der Ermittlungen, der auch die Tat gestanden haben soll. Somit sei von Brandstiftung auszugehen, die bis auf die Grundmauern die Stadtkirche in der Nacht zum 4. August in Schutt und Asche legte.
Ortspfarrer Stefan Schwarzenberg sagte nach Bekanntwerden der Brandstiftung, dass die Kirchgemeinde diese Erkenntnis erst einmal verarbeiten müsse. Er bekräftigte zudem seinen tiefen Dank an die Feuerwehr, die Polizei, das THW und an alle ehrenamtlichen Helfer in der Kirchgemeinde, die in den ersten Tagen nach dem Brand mit großem Einsatz gesichert, ermittelt und geholfen haben. Insbesondere hob er die „riesige Summe“ der Spenden von 155.000 Euro hervor, die innerhalb einer Woche eingingen. Schwarzenberg dankte im Namen der Kirchgemeinde für das Geld, das zweckentsprechend verwendet werde.
Schon jetzt habe die Gemeinde Ausgaben und Aufwendungen. Vieles würden ehrenamtliche Mitarbeiter auffangen. „Wir wollen unser Gemeindeleben fortsetzen, so gut es geht, und dazu einladen“, sagt der Pfarrer. Die Kirchgemeinde sei weiterhin auf Spenden angewiesen, die für zahlreiche Ausgaben im Zusammenhang mit dem Brand und dem Wiederaufbau benötigt werden. Wie der Wiederaufbau aussehen werde, sei noch nicht klar und wird vor Ort in einem gemeinsamen Prozess zu entwickeln sein, sagt der Kirchenvorstandsvorsitzende Jens Großmann. Derzeit bildeten sich mehrere Teams und Ausschüsse für Dokumentation, Bau und Gemeindeaufbau.
„Es tut uns gut, dass viele Menschen da sind, durch die wir Zuspruch und Beistand erfahren“, so Großmann. Das ermutige die Gemeinde. Zur Brandursache sagte er, dass trotz der Erleichterung über die Kenntnis der Ursache, der unwiederbringliche Verlust bleibe. Das werfe gleichermaßen die Frage auf – „Warum?“ Die Gemeinde wünsche sich, dass es eine gemeinsame Kirche für die Stadt werde.
„Manchmal merkt man erst, wie wertvoll etwas ist, wenn man es verloren hat“, sagte Superintendent Tilmann Popp (Bautzen) in seiner gestrigen Predigt im Gottesdienst. „Achte darauf, was dir gegeben und geschenkt ist“, fügte er hinzu.
Nach aller Aufgeregtheit und der erfahrenen Hilfe, müsse jetzt auch die Trauer zugelassen werden. Es brauche einen Moment der Trauer, wohl wissend, welch schwere Aufgabe auf die Gemeinde zukommen werde. Am Ende werde aber stehen: „Wir waren es, die die Kirche wieder aufgebaut haben und Gott hat uns die Kraft dazu gegeben“, so der Superintendent. Als Zeichen eines Neuanfangs hatte er zum Gottesdienst ein neues Liturgiebuch mitgebracht, da das alte verbrannte. Vieles habe sich mit dem Verlust geändert, aber eines bleibe gleich – die Gemeinschaft der Gottesdienstgemeinde, sagte er vor den Besuchern im Pfarrhof. Die Kollekten zum Abschluss an den Zugängen zum Pfarrhof wurden für die eigene Gemeinde und für die Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sowie andere kirchliche Arbeitsgemeinschaften und Werke gesammelt.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.