Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Modellprojekt für den Religionsunterricht in konfessionell-kooperativer Form startet


07 Sept. 2021

ZITTAU - Mit Beginn des Schuljahres 2021/22 wird es am Christian-Weise-Gymnasium in Zittau erstmalig in Sachsen Religionsunterricht in konfessionell-kooperativer Form als Modellversuch für zwei Schuljahre geben.

Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz, Bildungsdezernent in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, freut sich: „Es ist gut, dass wir im Bereich des Religionsunterrichts neue Erfahrungen sammeln können, wie religiöses Wissen in Kooperation von katholischen und evangelischen Lehrkräften vermittelt werden kann. Ich freue mich sehr, dass es bei den Lehrkräften in den Fächern Evangelische Religion und Katholische Religion am Christian-Weise-Gymnasium schon seit einigen Jahren gute und vielfältige Erfahrungen mit fächerverbindenden, z.T. öffentlichen Projekten gibt, so dass hier das Modellprojekt gut anschließen kann. Und ich bin der Schulleitung sowie der Lehrer- und Schulkonferenz dankbar, dass sie dies ermöglicht haben.“ So werde beispielsweise die Reformationsgeschichte der Oberlausitz im Lehrplan des Gymnasiums aufgegriffen, das in der humanistischen Bildungstradition des frühaufklärerischen Wirkens des protestantischen Theologen, Philosophen und Pädagogen Christian Weise (1642-1708) stehe. Die Toleranz der Zittauer Bürger in der nachreformatorischen Zeit habe die Kultur- und Bildungstraditionen der Stadt Zittau nachhaltig geprägt.

Ordinariatsrat Christoph Bernhard, Leiter der Hauptabteilung Schulen und Hochschulen im Katholischen Ordinariat des Bistums Dresden-Meißen, erläutert, dass in den letzten Monaten die Lehrkräfte zusammen mit den Fachberatern der Fächer Evangelische und Katholische Religion sowie Vertretern des Bischöflichen Ordinariates und des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamtes sehr intensiv und mit hohem Engagement die Lehrpläne der Klassen 7 und 8 überarbeitet und auf die Situation vor Ort angepasst hätten, so dass der Freistaat nun diesen Modellversuch genehmigt habe. Er betont: „Es geht nicht darum ein neues Fach zu schaffen, sondern das Lernangebot für den konfessionellen Religionsunterricht gemäß Grundgesetz und Verfassung des Freistaates Sachsen zu verbessern. Dabei sollen die Gemeinsamkeiten der Konfessionen hervorgehoben und bestehende Unterschiede ökumenisch sensibel erklärt sowie der gute Umgang mit Unterschieden eingeübt werden.“

Bereits 2002 hatten das Bistum Dresden-Meißen und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens eine Vereinbarung zur konfessionellen Kooperation unterzeichnet, die eine „ökumenischen Verpflichtung“ und „Notwendigkeit konfessioneller Kooperation“ der beiden Fächer Evangelische Religion und Katholische Religion festlegt. Im Positionspapier vom 19. Januar 2019 haben Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen) und der damalige Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens Dr. Carsten Rentzing sich dafür ausgesprochen, in ausgewählten Modellschulen konfessionellen Religionsunterricht in konfessionell-kooperativer Form zu erproben.

Der Modellversuch am Christian-Weise-Gymnasium in Zittau soll ein Beispiel und Anreiz für andere Schulen werden, neue Formen der Unterrichtsorganisation auszuprobieren. Daher ist auch eine Evaluierung geplant. Über die Fortsetzung des Religionsunterrichts in konfessionell-kooperativer Form entscheiden dann das Sächsische Staatsministerium für Kultus, das Landesamt für Schule und Bildung, das Bistum Dresden-Meißen und die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens auf der Grundlage der Evaluationsergebnisse gemeinsam.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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