Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
Bereich
Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
Bereich
Mitgliederentwicklung in der evangelischen Kirche
21 Juli 2017
EKD-Statistik weist hohe Verbundenheit der Kirchenmitglieder auf
HANNOVER - Das kirchliche Leben in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich im vergangenen Jahr als weitgehend stabil erwiesen. Das belegen die statistischen Zahlen des Jahres 2016, die die EKD am 21. Juli 2017 in Hannover veröffentlicht hat. Demnach gehörten zum Stichtag 31.12.2016 insgesamt 21.922.187 Menschen einer der 20 Gliedkirchen der EKD an. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von 1,57 Prozent.
Zurückzuführen ist der leichte Rückgang wesentlich auf den demografischen Wandel in Deutschland. Im Jahr 2016 verstarben rund 340.000 Mitglieder der evangelischen Kirche.
Um weitere zehn Prozent gesunken ist hingegen erneut die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche. Nach den aktuellen Berechnungen auf Basis der gemeldeten vorläufigen Zahlen aus den Gliedkirchen der EKD traten 2016 rund 190.000 Menschen aus der evangelischen Kirche aus. Im Jahr zuvor waren es noch 210.000.
Erstmals seit drei Jahren traten im Jahr 2016 weniger Menschen aus der evangelischen Kirche aus als Mitglieder im selben Zeitraum durch Taufe (180.000) oder Aufnahme (25.000) hinzukamen.
Auf hohem Niveau stabil ist weiterhin das in den Landeskirchen verzeichnete ehrenamtliche Engagement der Kirchenmitglieder. In der evangelischen Kirche waren neben rund 236.000 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund 1.114.000 Ehrenamtliche tätig.
Demografischer Wandel trifft die Kirche in Sachsen besonders
DRESDEN - Die Mitgliederentwicklung in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens spiegelt eine vergleichbare Tendenz zu den jetzt vorgestellten EKD-Zahlen wider, die aber vor dem Hintergrund der Alltagswirklichkeit in den östlichen Bundesländern zu betrachten ist. So ist von einem deutlich geringeren Anteil der Kirchenmitgliedschaft an der Gesamtbevölkerung auszugehen, einer verschärften negativen demografischen Entwicklung (Sterbeüberschuss) mit geburtenschwachen Jahrgängen, die jetzt ins Berufsleben eintreten, sowie der aus der Geschichte erklärbaren geringeren Erwartung von Wiedereintritten.
Die stärkste Veränderung zu den vorläufigen statistischen Angaben ist beim Rückgang der Kirchenaustritte von 7.656 (2015) auf 6.085 im letzten Jahr zu verzeichnen. Das sind gut 20 Prozent. Da es vom Jahre 2000 bis 2012 bereits einen kontinuierlichen Rückgang von 7.375 auf 4.250 Austritte gab, besteht die Hoffnung, in der weiteren Entwicklung wieder daran anknüpfen zu können. Die im Jahre 2014 wegen der Missverständnisse um das Einzugsverfahren der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge hochgeschnellten Austrittszahlen (11.200!), dürfte eine bedauerliche, aber somit singuläre Erscheinung gewesen sein.
Über die nächsten Jahre weiter begleiten wird die Landeskirche jedoch der Verlust von Gemeindegliedern aufgrund der negativen demografischen Entwicklung in Sachsen. So sind 2016 13.586 evangelische Gemeindeglieder verstorben. Das ist ein demografisches Minus von gut 1,9 Prozent. Nicht berücksichtigt sind Wanderungsbewegungen in und aus der Landeskirche.
Die Taufzahlen liegen im Jahr 2016 mit 5.960 Taufen knapp unter denen von 2015 mit 6.081. Nach den vorläufigen Zahlen dürften aber die Erwachsenentaufen erneut gestiegen sein: 1.000 Erwachsenentaufen (2016) zu 941 (2015) und zu 759 (2014). Die Zahl der Übertritte aus anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften in die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens lag im Jahr 2016 bei 510.
Insgesamt betrug die Mitgliederzahl in der sächsischen Landeskirche Ende letzten Jahres 701.008, was Prognosen zur Gemeindegliederentwicklung erwarten ließen. Dies bedeutet einen Rückgang von Gemeindegliedern von 1,77 Prozent zu 2015 (713.650).
„Evangelische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“, Ausgabe 2017
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.