Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Missionare halfen Sprache zu retten


22 Feb. 2021

Missionsfund in Leipzig wird australisches Weltkulturerbe

LEIPZIG – Kinderbriefe der australischen Aborigines werden am 26. Februar in das australische Weltkulturerbe-Register eingetragen. An der Zeremonie, die um 5:00 Uhr deutscher Zeit stattfindet, nimmt auch Missionsdirektor Ravinder Salooja teil.

1840 erreichten von Aborigine-Kindern geschriebene Briefe die Dresdner Missionsgesellschaft. Die ersten Missionare der Dresdner, später Leipziger Mission, waren 1838 nach Adelaide in die kurz zuvor gegründete Siedlerkolonie Süd-Australien entsandt worden. Nach ihrer Ankunft gründeten sie in Pirtlawodli am Stadtrand von Adelaide eine Schule für die Kinder der Kaurna-Gemeinschaft. Schülerinnen und Schüler dieser Schule hatten die Briefe (begleitet von Übersetzungen der Missionare) an die Missionsleitung nach Leipzig geschickt. Diese hatten sie in ihr Archiv gegeben.

Am 26. Februar 2021 werden diese Kaurna-Kinderbriefe nun in das australische Weltkulturerbe-Register eingetragen. Sie sind das einzige Archivdokument in der Kaurna-Sprache aus dem 19. Jahrhundert. An der Zeremonie, die um 5:00 Uhr deutscher Zeit stattfindet, nimmt auch der Direktor des Leipziger Missionswerkes Ravinder Salooja teil.

2014 waren die Briefe von Asien/Pazifik-Referent Hans-Georg Tannhäuser und Geschäftsführer Martin Habelt der Kaurna-Gemeinschaft als Dauerleihgabe zurückgegeben worden. Sie werden in der Bibliothek der Universität von Adelaide professionell aufbewahrt.

Cheryl Hoskin, Leiterin der Sondergutsammlung, initiierte im vergangenen Jahr die Registrierung der Kaurna-Kinderbriefe im Rahmen des „UNESCO Australian Memory of the World“-Register.

„Es ist wunderbar zu sehen“, so Direktor Ravinder Salooja, „wie die Mission Früchte trägt: Früchte, die nichts damit zu tun haben, dass Menschen Christen werden, sondern die den Menschen Leben schenkt. Das ist doch das, worum es bei Mission geht.“

In der historischen Geschichtsschreibung galt das Vorhaben als gescheitert: Der englische Gouverneur hatte der Schule seine finanzielle Unterstützung entzogen. Die Kaurna-Gemeinschaft wurde vertrieben und in die Unsichtbarkeit verdrängt. Einen Bekehrungserfolg konnten die Missionare auch nicht nachweisen. So wurde die Australien-Mission eingestellt.

175 Jahre später wurden die Früchte sichtbar: Mit Hilfe der von den Missionaren geführten Vokabellisten sowie Aussprache- und Grammatikbeschreibungen war es Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftlern der Universität Adelaide gelungen, die zwischenzeitlich als verloren gegangen geltende Sprache wieder zu beleben. Heute ist Kaurna eine Sprache, die von einigen Aborigines der Kaurna wieder gesprochen wird.

175. Jubiläum der sächsischen Missionsgesellschaft im August 2011

Vor zehn Jahren wurde in einer Abendveranstaltung zum 175. Missionsjubiläum in Dresden auch das Wirken der ersten von Dresden ausgesendeten Missionare nach Australien vorgestellt. 1838 reisten Christian Gottlob Teichelmann und Clamor Wilhelm Schürmann aus, zwei Jahre später August Eduard Meyer und Samuel Gottlieb Klose.

Als Vertreter der Lutherischen Kirche Australiens richtete Dr. Greg Lockwood Grüße und Glückwünsche aus. Als direkter Nachkomme von Missionar Clamor Schürmann betonte er, dass die Arbeit der sogenannten Dresdner 4, kurz D4, keineswegs ein Misserfolg war, wie es in manchen Geschichtsbüchern geschrieben steht. Die Arbeit der Lutherischen Kirche in Australien geht maßgeblich auf sie zurück.

Diese vier Missionare lebten, lehrten und lernten mit den Aborigines 15 Jahre gemeinsam in der Gegend um Adelaide in Südaustralien. Bereits 1846 wurde die Mission eingestellt, da die ursprüngliche Bevölkerung von der englischen Kolonialmacht immer weiter zurückgedrängt wurde und keine „Missionserfolge“ zu verzeichnen waren.

Woran in dieser Veranstaltung vor zehn Jahren zum ersten Mal öffentlich erinnert wurde, waren Wörterbücher verschiedener einheimischer Sprachen durch die Missionare sowie Alltagsgegenstände, die durch sie gesammelt und beschrieben wurden. Damit hätten sie einen äußerst bedeutsamen Beitrag zur Erhaltung der Kultur geliefert.

Wie engagiert die „Dresdener 4“ sich um das Erlernen der Sprache der Aborigines bemüht haben und welche nachhaltigen Erfolge dieses Bemühen bis in die Gegenwart hinein hat, davon berichteten der Linguist Dr. Robert Amery und die Vertreterinnen zweier Aborigines-Gemeinschaften Dr. Alitya Rigney (Kaurna) und Verna Koolmatrie (Ngarrindjeri).

Leipziger Missionswerk

Kaurna-Kinderbrief vor über 180 Jahren geschrieben
Der australische Linguist Dr. Robert Amery referierte über die Sprachforschung
Vertreterinnen zweier Aborigines-Gemeinschaften Dr. Alitya Rigney (Kaurna), Verna Koolmatrie (Ngarrindjeri) und Dr. Greg Lockwood (r.)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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