Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Missbrauch in der Kirche – Aufarbeitung in Pobershau beginnt


01 Apr. 2022

POBERSHAU – Mit einer öffentlichen Veranstaltung am 1. April 2022 begann der Prozess der unabhängigen Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in der Kirchgemeinde Kühnhaide-Pobershau in den 1990er Jahren auch in der Kirchgemeinde vor Ort. Die Fälle waren 2019 bekannt geworden, seit 2020 wurde der Prozess mit Hilfe von Fachleuten und unter Einbeziehung der Betroffenen durch die Kirchgemeinde, den Kirchenbezirk Marienberg und die Landeskirche vorbereitet. Im Januar 2022 nahm die vierköpfige Aufarbeitungskommission ihre Arbeit auf.

Zur Auftaktveranstaltung in der Silberscheune in Pobershau waren zahlreiche Gemeindeglieder anwesend. Neben zwei Statements von Betroffenen wurde auch ein Gruß des ehemaligen Pobershauer Pfarrers Burkhard Wagner verlesen, welcher die Fälle 2019 erstmals öffentlich gemacht hatte.

Landesbischof Tobias Bilz machte in seiner Ansprache deutlich, dass es darum gehen müsse, das Leid der Betroffenen wahrzunehmen und dem Reflex zu widerstehen, die Kirche schützen zu wollen. Er versprach der Kirchgemeinde, dass die Landeskirche den Prozess begleiten und unterstützen werde. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Lutz Reichel, verlas ein Wort des Kirchenvorstand der Kirchgemeinde Kühnhaide-Pobershau und eine Vertreterin des Kirchenbezirkes Marienberg ein Wort von Superintendent Rainer Findeisen.

Die durch die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens für die Aufarbeitung initiierte unabhängige Aufarbeitungskommission, bestehend aus Christiane Hentschker-Bringt (Sozialpädagogin), Dr. med. Gregor Mennicken (Psychotherapeut), Dr. med. Julia Schellong (Traumatherapeutin) und Jörn Zimmermann (Rechtsanwalt), stellte sich vor und erläuterte ihren Auftrag - der Aufarbeitung der Vorfälle in Pobershau sowie der damit verbundenen Vorgänge in Kirchgemeinde, Kirchenbezirk und Landeskirche. Die vierköpfige Aufarbeitungskommission benannte der Kirchgemeinde Ziele und Inhalte des Aufarbeitungsprozesses. Auch zur Thematik sexualisierter Gewalt gab sie wichtige Informationen. Moderiert wurde die Auftaktveranstaltung durch Martina de Maizière.

Im zweiten Teil der öffentlichen Veranstaltung gab es auch die Möglichkeit zu Wortmeldungen und Fragen aus dem Publikum. Als Ansprechpartner standen außerdem Mitarbeitende des Vereins Wildwasser e.V. am Rande der Veranstaltung zur Verfügung. Die Aufarbeitungskommission rief nochmals dazu auf, dass sich weitere Betroffene bei der Ansprechstelle im Landeskirchenamt in Dresden oder beim Verein Wildwasser in Chemnitz melden können. "In beiden Stellen wird professionell und vertraulich mit diesen Meldungen umgegangen und kann Betroffenen auch Beratung angeboten werden.“, so die Kommission.

Wort von Landesbischof Tobias Bilz zum Auftakt des Aufarbeitungsprozesses

Wort des Kirchenvorstandes der Kirchgemeinde Kühnhaide-Pobershau

Landesbischof Tobias Bilz, Jörn Zimmermann, Christiane Hentschker-Bringt, Martina de Maizière, Dr. Gregor Mennicken, Dr. Julia Schellong, Lutz Reichel (von Links nach rechts)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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