Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Mensche​​​​​nwürde. Nächstenliebe. Zusammenhalt.


06 Jan. 2025

Sächsische Bischöfe eröffnen bundesweite Initiative der christlichen Kirchen zur Bundestagswahl

DRESDEN - Landesbischof Tobias Bilz (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens), Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen) und Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz) haben heute in Sachsen die Kampagne der christlichen Kirchen zur Bundestagswahl 2025 eröffnet. 

Mit ihr möchten die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, das Bistum Dresden-Meißen und das Bistum Görlitz gemeinsam mit vielen anderen Landeskirchen und Bistümern die christlichen und gesellschaftlichen Werte „Menschenwürde“, „Nächstenliebe“ und „Zusammenhalt“ vor der Bundestagswahl in den Mittelpunkt rücken. Unter dem Motto „Für alle. Mit Herz und Verstand“ rufen sie die Bevölkerung auf, durch aktive Teilnahme an den Wahlen die Demokratie zu stärken. Mit einer breiten Kampagne, die Social-Media-Aktionen und Online-Formate, Plakate, Banner, Postkarten, Anstecker und eine Homepage (fuer-alle.info) umfasst, wird die Stimme der christlichen Kirchen bundesweit hör- und sichtbar gemacht. Das zentrale Logo zeigt ein (Wahl-)Kreuz in Verbindung mit dem Slogan „Für alle. Mit Herz und Verstand“.

Kein Raum für extremistische Positionen

„Mit dieser Initiative rufen wir als Kirchen dazu auf, den oft mühsamen Selbstverständigungs-prozess unserer Gesellschaft nicht leichtfertig aufzugeben. Wer das tut, verschafft extremistischen Positionen Raum.“, sagt Landesbischof Tobias Bilz. Diese Kräfte missbrauchten die freiheitlich-demokratische Grundordnung und bereiteten autokratischen Staatsformen den Weg. Damit entfernten sie sich vom Grundgesetz und christlichen Werten. „Ich warne davor, Parteien zu wählen, die mit einfachen und zum Teil zugespitzten Aussagen komplexe Fragen beantworten wollen“, fügt er hinzu. Fairer Wahlkampf zeichne sich dadurch aus, dass auch die Zumutungen nicht verschwiegen würden, die mit den vielfältigen Herausforderungen unserer Gegenwart verbunden seien.

Intensiver und offener Diskurs nötig

Bischof Heinrich Timmerevers ergänzt: „Politisch wie gesellschaftlich stehen wir in den nächsten Jahren vor der Herausforderung, die Transformation nahezu aller Lebensbereiche aktiv zu gestalten und dabei möglichst zukunftsweisende Antworten auf überaus komplexe Fragestellungen zu finden. Die Regelung von Zuwanderung und Integration, die Gewährleistung innerer und äußerer Sicherheit, der Umbau zentraler Wirtschaftszweige, der Umgang mit Klimaveränderungen sowie der Erhalt sozialer Teilhabe und Gerechtigkeit werden ohne einen intensiven und offenen Diskurs nicht zu bewältigen sein. Es geht um mehr, als nur um ein Kreuz auf einem Wahlzettel. Als Kirchen spüren wir, dass es bei der Bearbeitung dieser großen Themen unserer Zeit am Ende doch immer auch um die Frage geht, inwieweit es gelingt, unser Bewusstsein für das Prinzip der Gleichwertigkeit aller Menschen, die Kraft von Solidarität und Liebe sowie die Bedeutung zwischenmenschlicher Begegnung und Verbindung als Grundpfeiler in unserem Denken, Handeln und Entscheiden wach zu halten. Ich werbe darum, uns mit Herz und Verstand dafür einzusetzen.“

Wahlinitiative mit Ausgangspunkt in Sachsen

Ihren Ausgangspunkt hatte die Initiative, die gemeinsam von Evangelischer und Katholischer Kirche entwickelt wurde, in Sachsen. Nach einem Jahr mit wichtigen Europa-, Kommunal- und Landtagswahlen, bei denen die Frage nach dem Wert der Demokratie ein zentrales Thema war, wird die Kampagne zur Bundestagswahl im kommenden Jahr nun bundesweit ausgerollt. Zahlreiche Landeskirchen, Bistümer und weitere kirchliche Partner haben angekündigt, sich der Initiative anzuschließen.

Weitere Informationen und Materialien befindet sich auf der Webseite der Initiative.

Eröffnung der Initiative vor dem Landtag in Dresden. Auf dem Bild (v.l.n.r.): Dr. Samuel-Kim Schwope (Persönlicher Referent des Bischofs im Bistum Dresden-Meißen), Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz), Landesbischof Tobias Bilz (Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens), Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen), Ordinariatsrätin Dr. Daniela Pscheida-Überreiter (Leiterin des Katholischen Büros Sachsen), Oberkirchenrat Christoph Seele (Evangelisches Büro Sachsen), Tabea Köbsch (Leiterin Stabsstelle Kommunikation der EVLKS)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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