Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Machbarkeitsstudie zu »Urlaub in Pfarrhäusern der Oberlausitz«


07 Mai 2021

Kirchen und Pfarrhäuser sind mit ihrer Geschichte touristisch und kulturhistorisch interessante Orte. Oft bleiben sie außer zu Gottesdiensten, Gemeinde- u. Kulturveranstaltungen ungenutzt, in vielen Pfarrhäusern wohnen keine Pfarrfamilien mehr.  Und doch sind sie – weil sie oft mit der Kirche und dem Friedhof ein in sich geschlossenes und ortsbildprägendes Ensemble bilden – gerade im ländlichen Raum besondere und wertvolle Orte. Vielmals ist ein solches Ensemble im unmittelbaren Ortskern, dem Zentrum des Dorfes, gelegen und damit identitätsstiftend für den Ort. Somit könnten Pfarrhäuser wie geschaffen sein für den wachsenden sanften Tourismus, der auf Langsamkeit und Nachhaltigkeit, Sinnhaftigkeit, Sinnlichkeit und Spiritualität zielt. Dies war die Ausgangshypothese für eine Machbarkeitsstudie zum „Urlaub in Pfarrhäusern der Oberlausitz“, welche nun am 5. Mai 2021 in einer Online-Veranstaltung symbolisch übergeben werden konnte.

Für diese Machbarkeitsstudie war im Oktober 2019 eine Kooperationsvereinbarung zwischen vier Partnern geschlossen worden. Neben dem Ev.-Luth. Kirchenbezirk Löbau Zittau (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens) und dem Ev. Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) haben sich die LEADER-Region Östliche Oberlausitz und die LEADER-Region Naturpark Zittauer Gebirge an der Kooperation beteiligt. Ziel der Kooperation war es zu prüfen, ob das aus Österreich stammende Konzept „Himmlisch Urlauben“ auch in der Oberlausitz implementiert werden kann. In der Diözese Graz-Seckau (Steiermark) wird mit diesem Konzept seit längerem der Urlaub im Pfarrhof mit der Möglichkeit der Teilhabe am kirchgemeindlichen Leben angeboten.

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde am Beispiel von sechs Pfarrhäusern (drei aus jeder Landeskirche) und den wiederum davon ausgewählten zwei Modellobjekten (eines aus jeder Landeskirche) exemplarisch untersucht, ob und unter welchen Voraussetzungen eine touristische Nutzung von teilweise bzw. gänzlich leerstehenden Pfarrhäusern sinnvoll und praktikabel ist. Die Studie wurde von dem Görlitzer Büro Basler & Hofmann Deutschland GmbH erarbeitet und im Oktober 2020 vorgelegt. Das Büro hat in der Machbarkeitsstudie eine wirtschaftliche Betreibung von Ferienwohnungen in den Pfarrhäusern für mehrere mögliche Szenarien untersucht. Dabei wurde in den untersuchten Szenarien von einer weiterhin möglichen kirchgemeindlichen Nutzung in unterschiedlichem Umfang, in einem Szenario auch von einer vollständigen touristischen Nutzung ausgegangen. Die nun vorgelegten Ergebnisse zeigten jedoch, dass eine wirtschaftliche Machbarkeit erst mit einer größeren Anzahl an gemeinsam touristisch vermarkteten Pfarrhäusern gegeben wäre. Eine wesentliche Erkenntnis der Machbarkeitsstudie ist daher, dass es zunächst einer umfassenden Immobilienstrategie bedarf, die neue Nutzungen für Pfarrhäuser in den Blick nimmt und über den Einzelfall eines Pfarrhauses hinaus den weiteren Umgang mit leerstehenden Pfarrhäusern regelt. Die Teilnutzung von Pfarrhäusern in der Oberlausitz als Ferienwohnung sei nur eine Option, weitere Nutzungsmöglichkeiten und sich daraus ergebende Potentiale  müssten daneben gestellt werden. Um solche weiteren Nutzungsmöglichkeiten und Potentiale zu entdecken, bedürfe es einer strategischen und aufeinander abgestimmten Immobilienplanung für ein abgegrenztes regionales Gebiet, die sowohl finanzielle Rahmenbedingungen als auch regionale Infrastruktur-Konzepte berücksichtigt.

Dennoch sind sich die Kooperationspartner einig: „Mit dieser Machbarkeitsstudie ist es über landeskirchliche Grenzen und Zuständigkeiten hinaus gelungen, ein Thema gemeinsam zu bearbeiten. Das ist wiederholbar und fortsetzbar, bündelt Energien und setzt neue Perspektiven, Synergien und Potentiale frei.“, sagt die Referentin für Fördermittel und Fundraising der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, Dorothe Ehlig.

Die Übergabe der Studie war ursprünglich in der St. Peter & Paul-Kirche Hirschfelde in unmittelbarer Nähe zum Neißeradeweg an der deutsch-polnischen Grenze geplant. In Anbetracht der pandemischen Lage wurde sie nun als Online-Veranstaltung durchgeführt. Virtuell dabei und beteiligt waren neben Vertreterinnen und Vertretern der vier Kooperationspartner, die die Machbarkeitsstudie beauftragt hatten, weitere Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft. Nach einer Begrüßung durch Generalsuperintendentin Theresa Rinecker als leitende Geistliche des Sprengels Görlitz der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) sowie Superintendentin Antje Pech als leitende Geistliche des beteiligten Ev.-Luth. Kirchenbezirkes Löbau-Zittau der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (EVLKS) stellte Barbara Werling als Regionalmanagerin der LEADER-Region Östliche Oberlausitz und zugleich für die andere beteiligte LEADER-Region Naturpark Zittauer Gebirge die vier Kooperationspartner vor, welche die Machbarkeitsstudie im Herbst 2019 in Auftrag gegeben hatten. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie erläuterte Hagen Aye vom Görlitzer Büro Basler & Hofmann Deutschland GmbH. Nach einer symbolischen Übergabe der Machbarkeitsstudie an die beiden Kirchenkreise und den Landkreis Görlitz äußerte der Landrat des Landkreises Görlitz, Bernd Lange, seinen Wunsch, dass die Kirchen im Landkreis auf den Ergebnissen und Erkenntnissen der Machbarkeitsstudie aufbauend weiter dazu beitragen sollten, den Tourismus in der Region zu stärken und weiterzuentwickeln.

Die Machbarkeitsstudie wurde mit 80 Prozent der Gesamtausgaben über das europäische Entwicklungs- und Förderprogramm für den ländlichen Raum LEADER gefördert. Den Eigenanteil in Höhe von 20 Prozent der Gesamtausgaben teilten sich hälftig der Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz und der Kirchenbezirk Löbau-Zittau. 

 

Untersuchte Pfarrhäuser im Kirchenbezirk Löbau-Zittau (EVLKS)
Untersuchte Pfarrhäuser im Ev. Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz (EKBO)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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