Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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LWB-Konsultationen zu aktuellen Friedensfragen


11 Dez. 2024

Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung in Zeiten von Krieg

WIEN – Über 40 Vertreterinnen und Vertreter von Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbund (LWB) in den drei europäischen Regionen waren vom 2. bis 4. Dezember in Wien zu einer dreitägigen Friedenskonferenz zusammengekommen. Unter dem Titel „Churches reflecting together: Peace, Justice and Reconciliation in Times of War“ war eine solche Konferenz von den Teilnehmenden der Vollversammlung im September 2023 in Krakau gefordert worden. Aus deutschen Landeskirchen nahmen sechs Personen teil, darunter das Ratsmitglied und sächsische Synodalpräsidentin Bettina Westfeld aus Dresden.

Einen besonderen Akzent setzte die Teilnahme von Bischof Pavlo Shwartz aus Charkiw und Prof. Tsolyn aus der Ukraine. So folgten Augenzeugenberichte aus der Ukraine, wo der LWB sowohl durch ein Länderprogramm seines Weltdienstes als auch durch eine Mitgliedskirche, die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche der Ukraine, selbst direkt aktiv ist. In der Ukraine und in ganz Europa unterstützen die lutherischen Kirchen die notleidenden Menschen auf vielfältige Art und Weise.

Die Tagung stellte in ihren Andachten den biblischen Text von Jesaja 9 in den Mittelpunkt und beinhaltete mehrere Hauptvorträge. Prof. Kratochvil aus Prag analysierte zu Beginn die politische Situation in Europa und den großen Einfluss von historischen Erfahrungen und der geographischen Lage bei den Reaktionen auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Die ukrainische Kirchenvertreter erzählten eindrücklich von der Hilfsbereitschaft kleiner Kirchengemeinden für die Kriegsopfer in der Ukraine, die nachdrücklich vom LWB unterstützt seien.

Weiterhin wurden Fragen der Friedensethik und die unterschiedlichen Auffassungen von „gerechtem Frieden“ diskutiert. Die Reflexionsgruppen erörterten die Positionen der Kirchen, wobei auch der Austausch am Rande der Tagung von großer Bedeutung gewesen sei, so die Dresdner Teilnehmerin Westfeld: „Noch im Dezember wird ein Studienprozess im Lutherischen Weltbund zu friedensethischen Fragen beginnen, besonders im Blick auf die sich seit dem Februar 2022 veränderte Situation in Europa.“

Zum Ende der Tagung betonten alle Teilnehmer die Wichtigkeit des respektvollen Dialogs zu diesen Fragen zwischen den Kirchen und auch den Gemeindegliedern und die Notwendigkeit, unterschiedliche Positionen zu akzeptieren und diesen auf der Grundlage fundierter politischer Fakten und theologischer Diskurse weiterzuführen.

Der LWB ist nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet worden. Er ist heute noch eine einzigartige weltumspannende kirchliche Organisation, die humanitäre Hilfe und zwischenkirchliche Beziehungen, Theologie, Mission, Zeugnis und Dienst als weltweite Gemeinschaft von Kirchen unter einem Dach vereint.  Er ist daher gut aufgestellt, um einen sicheren Raum für den Austausch zu diesen zentralen theologischen Fragen unserer Zeit zu bieten.

Mehr Informationen über lutheranworld

Aus der sächsischen Landeskirche nahm Bettina Westfeld aus Dresden an den Konsultationen teil (r.)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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