Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Lutherischer Weltbund zu Migration, Säkularisierung, Nationalismus


25 Nov. 2018

Engagement für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Frieden“

SLOWENIEN – Die Teilnehmenden einer Tagung der drei europäischen Regionen des Lutherischen Weltbundes (LWB), die vom 5. bis 7. November in Moravske Toplice (Slowenien) stattfand, haben ihre Kirchen dazu aufgerufen, dem wachsenden Populismus und Klima der Angst in Europa Gottes Liebe entgegenzusetzen.

Die Delegierten zum Treffen der europäischen LWB-Regionen, unter ihnen auch zwei Vertreterinnen aus Sachsen,  diskutierten die neue Strategie des Weltbundes für die Jahre 2019 bis 2024. Sie steht unter dem Leitwort „Leidenschaftlich engagiert für die Kirche und die Welt“ und stützt sich auf die beiden Schwerpunkte „Unterstützung für die Präsenz und das lebendige Zeugnis der Kirchen in der Welt“ sowie „Engagement für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Frieden“. Die 54 Teilnehmenden, darunter neun Jugenddelegierte, setzten sich mit der Umsetzung der Strategie sowohl im LWB weltweit als auch im Büro der Kirchengemeinschaft auseinander.

Man kam zu dem Schluss, dass das Bemühen um eine vertiefte Kirchengemeinschaft und eine gestärkte lutherische Identität von großer Bedeutung sei, dass gleichzeitig aber auch die Herausforderungen Klimagerechtigkeit, Flucht und Migration, Säkularisierung und Nationalismus bearbeitet werden müssten.

„Ihre Anwesenheit hier als Vertreterinnen und Vertreter Ihrer Kirchen ist ein Zeichen der Offenheit, dass Ihnen die Zukunft der Kirche, der lutherischen Kirchengemeinschaft und der Welt am Herzen liegt“, erklärte Pfarrer Dr. Ireneusz Lukas, LWB-Europareferent und kommissarischer Direktor der Abteilung für Mission und Entwicklung. „Wir wollen unseren gemeinsamen Weg weitergehen und dabei miteinander Zeugnis ablegen und öffentlich und mitreißend Gottes Liebe weitergeben, die unsere Welt heute so dringend braucht.“

In die neue Strategie sind die Ergebnisse der Zwölften LWB-Vollversammlung eingeflossen, die im Mai 2017 stattfand. Im Juni 2018 genehmigte der LWB-Rat die Strategie.

Zu Europatreffen kommen Vertreterinnen und Vertreter der LWB-Mitgliedskirchen aus den drei LWB-Regionen in Europa (Mittel- und Osteuropa, Mittel- und Westeuropa, Nordische Länder), Ratsmitglieder, Kirchenleitende, Ökumenereferentinnen und -referenten, Mitglieder des Globalen Netzwerks junger Reformatorinnen und Reformatoren sowie Regionalkoordinatorinnen von Frauen in Kirchen und Gesellschaft (WICAS) zusammen.

Hoffnungszeichen

Gastgeberin der Tagung war die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Slowenien, die auf eine lange reformatorische Geschichte zurückblickt. In seiner Predigt im Rahmen des Eröffnungsgottesdienstes bezeichnete Bischof Geza Filo, der der 16.000 Mitglieder starken Kirche vorsteht, das Treffen als Hoffnungszeichen.

„Lutheranerinnen und Lutheraner in aller Welt sind aufgerufen, Luthers grenzenloses Vertrauen auf Gott und auf die Pläne, die er für uns hat, als Zeichen zu verstehen für die große Gemeinschaft, der wir angehören und die wir heute hier erleben“, erklärte Filo. „Das, liebe Schwestern und Brüder in Christus, ist ein Zeichen der Hoffnung, und wir werden sie hinaustragen in die Welt: die Hoffnung, die sich gründet auf das unerschöpfliche Wort Gottes, auf die Liebe, die uns geschenkt ist und die leidenschaftlich, dienstbereit, wertschätzend und kritisch bleibt.“

Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst begrüßte der slowenische Präsident Borut Pahor die Teilnehmenden bei einem Empfang.

Lutherische Identität

Anlässlich der Europatagung stellten die nordischen Kirchen einen Vorschlag zur Bewältigung der aktuellen Situation der Kirchen in Europa vor. Er bot ein Modell und eine Methodik zur Analyse der aktuellen Säkularisierung auf dem Kontinent sowie zum Umgang mit ihr.

Die Jugenddelegierten begrüßten, dass der generationenübergreifenden Arbeit an der Erneuerung der Kirchen sowie einer relevanten und verlässlichen Jugendpartizipation hohe Priorität eingeräumt wurde.

Das Thema lutherische Identität wurde auch im Zusammenhang mit dem LWB-Studiendokument „Die Kirche im öffentlichen Raum“ diskutiert. Die Tagungsteilnehmenden riefen den LWB auf, seine ökumenischen und interreligiösen Dialoge weiterzuführen.

Lutherischer Weltbund (LWB)

Rückblick: Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens greift Botschaft der Zwölften LWB-Vollversammlung auf

Dresden, Deutschland/Genf (LWI) – Erstmals legt die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens in einem Gesetz zur Gremienbildung fest, dass der Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit grundlegend für die Zusammensetzung des Gremiums ist. „Ich halte das für einen ganz wichtigen Schritt!“, kommentiert Bettina Westfeld die aktuelle Synodenentscheidung ihrer Landeskirche. Westfeld ist Ratsmitglied des Lutherischen Weltbundes (LWB) und Vizepräsidentin der sächsischen Landessynode...

Lutherischer Weltbund (29.11.2018)

Tagung
Teilnehmende des Treffens der europäischen LWB-Regionen berieten diesmal im slowenischen Moravske Toplice. (Foto: LWB/A. Danielsson)
Kathrin Wallrabe (l.), Rev. Judith Van Osdohl (Genf), Bettina Westfeld (r.)
Kathrin Wallrabe (v.l.n.r.), Rev. Judith Van Osdohl (Genf) und Bettina Westfeld
Bettina Westfeld redet vor der Delegierten
Bettina Westfeld aus Dresden redet vor den Delegierten des LWB

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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