Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

„Luther und Marx“ – ein Projekt zum Reformationsjubiläum


19 Apr. 2017

Posaunen und Schalmeien. Im Park der OdF mit Luther und Marx am 1. Mai

CHEMNITZ – Nach der Auftaktveranstaltung des Projektes „Luther und Marx“ in der Chemnitzer Stadt- und Marktkirche St. Jakobi Anfang April setzt sich die Reihe mit Beiträgen zur 4. Chemnitzer Lesenacht am 22. April im Kulturkaufhaus DAStietz fort. Zwischen 15:00 und 23:00 Uhr werden im Kontext des Projektes „Luther und Marx“ Gedanken, Worte und Werke der beiden Persönlichkeiten an unterschiedlichen Orten und zu verschiedenen Zeiten präsent, anverwandelt und diskutiert. Die musikalische Eröffnung der Lesenacht wird prägnant darauf einstimmen.

In einer musikalischen Veranstaltung am 1. Mai von 15:00 bis 17:30 Uhr erklingt im Park der Opfer des Faschismus und der Jugendkirche St. Johannis „lutherische“ und „marxistische“ Musik, gespielt von der Sächsischen Posaunenmission e.V. und dem Plauener Schalmeienorchester. Ebenso werden Worte von Martin Luther und Karl Marx vorgetragen. Noch bis zum 17. Juni stehen Lesungen, Vorlesungen an der TU Chemnitz sowie Konzerte und eine Ballettaufführung auf dem Programm.

So sind die wöchentlichen Siesta-Lesungen im Uni-Semester jeweils dienstags in der Zeit von 13:15 bis 13:30 Uhr am 2., 15., 30. Mai und am 13. Juni für Lesungen zu „Luther & Marx“ in der Buchhandlung Universitas im Mensa-Gebäude (Reichenhainerstr. 55) reserviert.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltungsreihe ist die vierteilige Ringvorlesung. Sie beginnt am 3. Mai, um 19:30 Uhr in der TU Chemnitz mit dem Thema „Theologe, Reformator - und Revolutionär? Zum Bild Martin Luthers im populären Spielfilm“. Ralf Georg Czapla, apl. Professor am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg, widmet sich in seinem Vortrag unterschiedlichen Lutherbildern in der Kino- und TV-Geschichte. Die Vorlesungsreihe setzt sich am 17. Mai, um 19:30 Uhr in der St. Petrikirche fort. Gilles Candar, Paris, Präsident der internationalen Jean Jaurès Studiengesellschaft, referiert zum Thema „Jean Jaurès im Blick auf Luther und Marx. Von der Glaubensreform zur Sozialrevolution? Kritisches Lesen und Wiederverwendung“. Die beiden letzten Teile der Reihe finden am 31. Mai im Foyer des Opernhauses und am 14. Juni im Museum Gunzenhauser statt.

Am 17. Juni wird ab 15:00 Uhr das Chemnitzer Ballett unter der Leitung der ersten Ballettmeisterin Sabrina Sadowska einen tänzerischen Streifzug entlang Chemnitzer Denkmäler aufführen. Dabei werden im Rahmen des dritten Festivals TANZ|Moderne|TANZ kleine und große Monumente, die einen ikonischen Bezug zu Marx und Luther haben, in den Mittelpunkt gerückt.

Die große Monumentalplastik von Karl Marx prägt das Chemnitzer Innenstadtbild, aber auch Martin Luther ist in zahlreichen Kunst- und Baudenkmälern der Stadt präsent. Das Projekt „Luther und Marx“ soll die Erinnerung an diese beiden sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten vergegenwärtigen sowie zum Austausch und zur Diskussion anregen. Es wird gemeinsam vom Kirchenbezirk Chemnitz, der TU Chemnitz und den Städtischen Theatern Chemnitz veranstaltet.

In einem Podiumsgespräch zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe diskutierten am 5. April die Organisatoren des Projektes Sabrina Sadowaska, erste Ballettmeisterin am Theater Chemnitz, Generalintendant Dr. Christoph Dittrich, Theater Chemnitz, Prof. Dr. Ulrike Brummert und Prof. Dr. Christoph Fasbender von der TU Chemnitz sowie Pfarrer Dr. Christoph Herbst, St.-Petri-Schloßkirchgemeinde Chemnitz und Studentenpfarrer an der TU Chemnitz und Pfarrer Stephan Brenner, Kirchenbezirk Chemnitz.

Luther und Marx

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite