Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Luther erklärt sich zum Mitstreiter


03 Apr. 2019

Ab jetzt wird‘s reformatorisch: 500 Jahre Leipziger Disputation          

LEIPZIG - „Streiten lernen mit Luther“, die erste Tagung des Forum Reformation e.V. findet vom 5. bis 7. April 2019 an der Universität Leipzig im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli statt.

Martin Luther und Johannes Eck sind 500 Meter auseinander – doch sie verbindet nichts. Man muss einen Umweg nehmen, um von Luther zu Eck zu gelangen. Die beiden Straßen im Leipziger Ortsteil Reudnitz würdigen zwei Männer, die vor 500 Jahren aneinandergerieten.

Die Leipziger Disputation 1519 katalysiert nicht nur die Reformation, sie erweist sich rückblickend als Meilenstein für die heutige Zivilgesellschaft, in der Meinungsfreiheit ausgesprochene Demokratie ist. Leipzig hat die Streitkultur inspiriert.

Leipzig hat der Reformation Stoff gegeben. In einer Medienwelt, die Informationen demokratisch zugänglich macht, sie aber auch unreflektiert teilt, geht es – 500 Jahre nach Luther – immer noch darum, was glaubwürdig ist, und was Fake News sind.

Als Gastgeber begrüßt Alexander Deeg, Professor für Praktische Theologie an der Universität Leipzig, Tagungsgäste am Freitag, 5. April, mit einer reformationsgeschichtlichen Stadtführung. Am Abend geht der Kirchenhistoriker Armin Kohnle in einem Vortrag auf das (Medien-)Ereignis Leipziger Disputation 1519 ein. Der Abend klingt aus im Studentenclub Moritzbastei, beim Preacher-Slam und DJ Battle.

Am Sonnabend, 6. April, eröffnet Siegfried Eckert, Gründer des Forums Reformation e.V., die Tagung. Die Risiken und Chancen einstiger und heutiger Streitkultur, wird u.a. Hartmut Saß beleuchten. Der Nachmittag dient aktuellen Kontroversen, etwa geht es um den Abendmahlstreit zwischen katholischer und evangelischer Kirche. Es sprechen Eugen Drewermann, Dorothea Sattler und Friedrich Schorlemmer. Mit der Frage, wie Kirche und AfD miteinander disputieren könnten, werden sich der Bonner Journalist Wolfgang Thielmann, der Leipziger Pfarrer Christian Wolff und die Kunsthistorikerin Alexandra von dem Knesebeck beschäftigen.

Der Abend, steht im Zeichen des Jazz. Am Sonntag, 7. April, wird der streitbare Göttinger Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann seine Worte zum bevorstehenden Jubiläum der Leipziger Disputation äußern und die Tagung damit beschließen. Musikalisch umrahmt wird der Vormittag mit Jazzmusik vom Netzwerk Blue Church (u.a. mit Uwe Steinmetz).

Streiten ist zielgerichteter als Erörtern, jene im Deutschunterricht gespreizte Formulierung von These und Antithese. Das hat auch Martin Luther eingesehen, damals, in Leipzig. Die Disputation markiert einen Meilenstein unserer Streitkultur. 1519 war Luther zunächst Ecks Kurs gefolgt, seine Kritik an der katholischen Kirche akademisch zu „disputieren“. Aus heutiger Sicht verkürzt auf: Hashtag Gutsherrenmentalität. Die Kirche, unglaubwürdig? Darüber ließ sich streiten, fanden die angegriffenen Katholiken, aber nicht so, dass der Streit vom Volk aufgenommen würde und womöglich Stimmung machte. 

„Hart aber fair“ anno 1519

Eck hat der Reformation einen Dienst erwiesen. Sein Erscheinungsbild zementierte die Grenze zwischen Elite und Öffentlichkeit so anschaulich, dass Luther seine Position bestätigt sah: Der akademische Diskurs war in der bisherigen Form nicht haltbar. Luther setzte sich an die Spitze des Streites um die wahre Kirche. Das zündete. Aus Mitschriften, angefertigt von Studenten, wurden Publikationen. Die Buchdrucker rissen sich darum, die ersten mit den Schlagzeilen von Veränderung und Aufbruch zu sein. Sie waren Multiplikatoren der ersten Medienschlacht. Lange vor Twitter und Co trugen sie das Gesagte ins Volk, dessen Echo Luther zu seinen in den Folgejahren entstehenden Schriften inspirierte.

Unbestritten steht Leipzig auch 2019 dafür, was uns Meinungsfreiheit W(w)ert ist, und was uns verbindet, 500 Jahre nach Luther, 30 Jahre nach dem Mauerfall. Das Jubiläum setzt sich mit dem Zustand unserer Gesellschaft auseinander.

www.forumreformation.de  

www.forumreformation.de/leipzig-2019/

500 Jahre Reformation

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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