Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Luther-Ausstellung und Druckausgabe der 95 Autographen


27 Okt. 2017

„Wie Luthers Worte fliegen lernten. Handschriften und Flugschriften der Reformation“

 DRESDEN – In der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) in Dresden wurde am gestrigen Abend, 26. Oktober, eine Luther-Doppelausstellung im Buchmuseum eröffnet. Zuvor gab es im Vortragssaal der Zentralbibliothek eine Einführung zur Sonderausstellung, die originale Briefe und eigenhändige Manuskripte Luthers sowie Flugschriften aus den Sammlungen der SLUB im Buchmuseum und der Schatzkammer zeigt.

Dazu begrüßte Generaldirektor Prof. Dr. Thomas Bürger, SLUB, die zahlreichen Gäste zur Abendveranstaltung und er kündigte die besonderen Exponate an, die im Buchmuseum zu sehen sein würden. Nur alle 100 Jahre werde der große „Lutherschatz“ gezeigt. Originale Lutherschriften zu sehen sei Erlebnis und Herausforderung zugleich. Man spüre den Atem der Geschichte. Immerhin habe der mutige Luther „Kopf und Kragen riskiert“ auf der Suche nach Wahrheit. Die Suche nach Wahrheit sei das Eine, das Handeln dazu aber die wirkliche Herausforderung.

 Nicht alleine die Person Luther stünde im Vordergrund, sondern dessen Vermächtnis bezogen auf Bildung und Schule weiterzugeben. „Luther wollte den Einzelnen  stark machen“, würdigte Dr. Bürger den Reformator. In Dresden aber, seien die ersten Druckerzeugnisse 1524 gegen Luther gerichtet. Die publizistische Vielfalt zeige sich u.a. in den 95 Autographen, die in den 95 Wochen online veröffentlicht worden seien.

Die musikalische Begleitung übernahm das Löbauer Doppelquartett "Collegium canorum Lobaviense" unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Christian Kühne, die für die historische Aufführungspraxis mit dem Repertoire von Werken Lausitzer Komponisten bekannt sind. An diesem Abend sangen sie aus dem kirchenmusikalischen Stammbuch vor historischem Notenmaterial von St. Nikolai, das in der Musikabteilung der SLUB verwahrt wird.

Dr. Ronald Werner, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, hob hervor, wie sehr die Reformation die Welt verändert habe. Durch die Teilung zwischen Ernestiner und Albertiner sei die innersächsische Grenze auch eine Religionsgrenze geworden, so dass Luthers Übersetzung des Neuen Testaments 1522 in Dresden verboten war. Der Druck verlagerte sich von Leipzig u.a. nach Wittenberg. Die damaligen Schriften und Korrespondenzen seien Quelle eines kommunikativen Netzwerks gewesen. Ein Psalmenkommentar Luthers gehöre seit 2015 zum Weltdokumentenerbe.

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing  erinnerte in seinem Grußwort an einen früheren Besuch in einem Jesuitenkolleg in Frankfurt/M., wo er frühe Flugschriften einsehen und in den Händen halten durfte. Das Jubiläum ginge Wirkungen und Folgen der Reformation nach und was sie für das Heute bedeute. Die Flugschriften als erster „Medienkonsum“ haben zu einer schnellen Verbreitung geführt, seien aber auch in der Polemik ein Fluch. Diese Kehrseite und die Erfahrungen daraus seien aktuell ein „Lehrmuster“ angesichts der Polemik in den neuen Medien.

PD Dr. Hans-Peter Hasse, Institut für Evangelische Theologie der TU Dresden, stellte den parallel zur Ausstellung beim Sax-Verlag Markkleeberg erschienenen Katalogband „Manu propria – Mit eigener Hand. 95 Autographe der Reformationszeit“ vor. Im Zentrum seines Beitrags führte er die Reformationsbibel (1545) von Hans Luft an, die der Wittenberger Erzschmied Johannes Reichknecht besaß und Autographe der Wittenberger Reformatoren sammelte. Die Bibel enthalte neuen entsprechende Einträge von der zweiten Generation der Reformatoren. Diese Bibel sei zu einer Familienbibel geworden mit Widmungen, die den nachkommenden Generationen galten. (95 Autographe)

Im Anschluss luden die Kuratoren Jana Kocourek, Dominik Stoltz und Katrin Nitzschke zu Führungen durch die Ausstellung im 2. Stock ein. Sie steht unter dem Titel „Wie Luthers Worte fliegen lernten. Handschriften und Flugschriften der Reformation“, die bis zum 24. Januar 2018 für Besucher zugänglich ist. Gezeigt werden eigenhändige Manuskripte und Briefe Martin Luthers, Melanchthons und ihrer Mitstreiter sowie eine große Anzahl von originalen Flugschriften der Reformationszeit.

Die Ausstellung richtet sich an alle Bürger der Stadt und Region: Schüler, Studenten, Senioren – ein breites Publikum. Informationen zu Begleitprogramm und Führungen sind im Internet veröffentlicht. So hält bereits in der nächsten Woche am 1. November um 17:00 Uhr Prof. Dr. Konrad Küster aus Freiburg einen Vortrag über „Wie die lutherische Kirchenmusik entstand – Sächsische Musikquellen des Reformationsjahrhunderts“.
(Zentralbibliothek, Buchmuseum, Zellescher Weg 18. Führungen und Öffnungszeiten)

Bild: Löbauer Vokalensemble zur Eröffnungsveranstaltung in der SLUB (Foto: evlks, OK)
Löbauer Doppelquartett "Collegium canorum Lobaviense"

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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