Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Abschluss der Landeskirchenmusiktage 2024


14 Apr. 2024

Möge die Musik Trennendes mindern und das Verbindende stärken     

MEISSEN – Mit einem Fest- und Sakramentsgottesdienst im Dom zu Meißen sind am 14. April 2024 die fünftägigen sächsischen Landeskirchenmusiktage mit einem umfangreichen Programm von Seminaren und Konzerten zu Ende gegangen. Anlass und Hintergrund bildete das 75-jährige Bestehen der früheren Kirchenmusikschule und heutigen Hochschule für Kirchenmusik Dresden.

So stand das Kantatenkonzert der Studierenden der Hochschule für Kirchenmusik am Mittwochabend, 10. April, in der Frauenkirche Meißen am Anfang der hochkarätigen Konzertfolge dieser Tage. Alleine 170 Studierende und ehemalige Absolventen der Hochschule für Kirchenmusik Dresden, Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker aus ganz Sachsen und darüber hinaus beteiligten sich an diesem kirchenmusikalischen Großereignis unter dem Motto „grenzenlos“.

Landesbischof Tobias Bilz sprach in seiner Predigt im Festgottesdienst am Sonntag von einer großen Musiziergemeinschaft, die sich in diesen Tagen zusammengefunden habe. Darin werde deutlich, dass die Kirchenmusik in der Landeskirche eine starke Säule sei. Nach den pandemiebedingten Einschränkungen sei die Kirchenmusik wieder aufgelebt. So wie die Seele, die durch die Musik auflebe und den Menschen verändere. Sie schenke Gewissheit, bei Gott aufgehoben zu sein. Daneben ermögliche die Musik ein Gemeinschaftserlebnis, wofür das Singen und Musizieren stehen. Luther habe gesagt, die Psalmen seien der Spiegel der menschlichen Seele. Gerade die Psalmen seien Sinnbild dafür, dass die Musik die Beziehung zu Gott stärke. „Sie sind das Instrument, auf das Gottes Geist spielt“, sagte der Landesbischof.

Im Festgottesdienst im Meißner Dom, der zugleich von der Sächsischen Posaunenmission am dritten Sonntag im April als Zentraler Bläsergottesdienst gefeiert wird, spielte eine große Blechbläserschar sowie die Kantoreien des Kirchenbezirks Meißen-Großenhain sangen raumfüllend. Zu hören waren Kompositionen von Felix Mendelssohn Bartholdy, Stefan Mey, Dieter Wendel, Aino Löwenmark (Duo Fjarill) sowie weitere Choralsatzarrangements. Die liturgische Leitung hatte Dompfarrer Superintendent Andreas Beuchel. An der Orgel begleitete Domkantor Thorsten Göbel den Gottesdienst.
Am Empfang und am Gottesdienst nahmen u.a. auch Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Oberbürgermeister Olaf Raschke sowie der Präsident des Landeskirchenamtes, Hans-Peter Vollbach, teil.

Am Ende bedankte sich Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger bei allen, die diese Tage vorbereitet und sich daran beteiligt hatten. Die Landeskirchenmusiktage seien eine Station auf dem Weg der sächsischen Landeskirche. Die Tage seien ein Fest, eine Fortbildung, eine kollegiale Begegnung und vieles mehr gewesen, „wie eine Insel in den Wogen des Meeres, das wir Alltag nennen“, kennzeichnete er die Tage. So denke er dankbar zurück, aber auch dankbar voraus. Denn Musik möge das Trennende mindern und das Verbindende stärken, so Leidenberger.
Im Anschluss an den Gottesdienst gab es noch Möglichkeiten der Begegnung außerhalb des Dom unter den Klängen der Bläser auf dem Domplatz. Auch so mancher Tourist fand sich unverhofft als Gast der Festgesellschaft in der historischen Kernzone Meißens am Fuße der Domtürme wieder.

Mit dem Eröffnungskonzert am Mittwoch gestalteten Studierende der Hochschule für Kirchenmusik Dresden zusammen mit Solisten und einem Orchester junger Musiker unter dem Motto „von ganzem Herzen“ das Kantatenkonzert, dessen stilistischer Bogen vom italienischen Barockkomponisten Giovanni Battista Pergolesi über Joseph Haydn und Gustav Holst bis hin zum „Magnificat“ von John Rutter gespannt wurde.

Der Donnerstag, 11. April, war zunächst neben Chorproben den Seminarangeboten an verschiedenen Orten vorbehalten, bevor ein Forum in der St. Afrakirche die Zukunft der Kirchenmusik thematisierte. Es bot den Teilnehmenden der Landeskirchenmusiktag die Möglichkeit, eigene Fragestellungen ins Gespräch zu bringen. Bezug genommen wurde auf die verabschiedete Konzeption Kirchenmusik der sächsischen Landeskirche mit Hinweisen auf die zukünftige Gestaltung der Kirchenmusik.

Der Konzertabend an diesem Tag begann in der Meißner Frauenkirche zunächst mit dem Zusammenspiel von MVSICA BRASS und esbrasso in der Eröffnung mit Arcangelo Corellis Concerto grosso. Danach wechselten die beiden Ensembles der Sächsischen Posaunenmission jeweils als Solistenensembles, bevor sie sich wieder um Dieter Wendels uraufgeführtes Concerto grosso vereinten. Ein Auftragswerk des bayerischen Landesposaunenwartes.

Das zweite musikalischen Highlight war in der St. Afrakirche das Nachtgebet mit dem Gospelchor St. Afra & Ensemble aus Meißen. Die Gospelmesse MESSIAH des norwegischen Komponisten und Chorleiters Tore W. Aas strahlt eine große Ruhe aus und wird getragen von Klängen skandinavischen Flairs. Mit seiner Glaubenszuversicht will der Komponist den Menschen neue Hoffnung und Mut geben.

Der Freitag war den Proben in der Johanniskirche für das große Konzert am nächsten Tag vorgesehen.
Am Abend um 19:00 Uhr war ein besonderer Gastchor mit umfangreichem Repertoire aus Dresden angereist, der seine musikalischen Grüße elbaufwärts nach Meißen trug. Mit dem Dresdner Kreuzchor als einem der ältesten und berühmtesten Knabenchöre der Welt unter der jetzigen Leitung von Martin Lehmann fiel noch ein besonderer Glanz auf die Landeskirchenmusiktag. In St. Afrakirche erklangen u.a. Werke von Gabriel Fauré, Peteris Vasks, Gregorio Allegri, Heinrich Schütz, Gottfried August Homilius.

Nach verschiedenen Seminarangeboten am Sonnabend, 13. April, stand als musikalischer Ziel- und Höhepunkt das chorsinfonische Programm mit dem Chor der Teilnehmenden und der Elbland Philharmonie Sachsen im Vordergrund. Im Chorkonzert mit dem Auftragswerk von André Engelbrecht sowie den „Chichester Psalms“ von Leonard Bernstein und dem „Te Deum“ von Anton Bruckner (aus Anlass seines 200. Geburtstags) wurden in der Johanniskirche Meißen unter der Leitung von Markus Leidenberger und Stephan Lennig alle Kräfte zusammengeführt. Die Uraufführung der Kantate „Über Grenzen“ von André Engelbrecht führt das Glaubenszeugnis der alttestamentlichen Psalmen weiter zu christlicher Auferstehungshoffnung und österlichem Jubel.

Die Landeskirchenmusiktage 2024 unter dem Motto „grenzenlos“ dienten nicht nur als kirchenmusikalische Leistungsschau sächsischer Prägung, sondern auch als Treffpunkt für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, um sich fortzubilden und Erfahrungen auszutauschen.
Gefördert wurden die Landeskirchenmusiktage von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Kulturraum Meißen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und der Stadt Meißen.

Impressionen und Bilder Landeskirchenmusiktage 2024

Kantatenkonzert „von ganzem Herzen“ in der Frauenkirche
Zentraler Bläsersonntag im Meißner Dom und Chor
Concerto grosso - Sächsische Posaunenmission
Nachtgebet mit dem Gospelchor St. Afra & Ensemble
Porträt der Mitwirkenden mit Landesbischof, Vertretern des Hochstifts, des Landeskirchenamtes, der Studierenden der Hochschule und der Kirchenmusiker

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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