Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Letzter Oberhofprediger Dibelius starb vor 100 Jahren
15 Jan. 2024
Auf allen Gebieten des kirchlichen Lebens maßgebend tätig
DRESDEN – Die lange Reihe der evangelischen Oberhofprediger in lutherisch Sachsen ging mit Dr. Franz Wilhelm Dibelius nach seinem Rücktritt 1922 zu Ende. Er starb zwei Jahre später am 20. Januar 1924. Nachdem Dr. Dibelius im 75. Lebensjahr in den Ruhestand versetzt wurde, trat am 1. Oktober 1922 D. Ludwig Ihmels mit der konstitutionellen Neuordnung der Landeskirche den Dienst als erster Landesbischof an. Sein Amtskreuz, das bis heute die sächsischen Landesbischöfe tragen, ging damit von Dr. Dibelius an D. Ludwig Ihmels über. Es wurde vom letzten sächsischen König, Friedrich III., 1905 an den Amtsvorgänger D. Dr. Oskar Ackermann überreicht.
Das geistliche Leitungsamt des Oberhofpredigers geht sehr viel länger in die sächsische Kirchengeschichte zurück und es galt bald als das vornehmste geistliche Amt im evangelischen Deutschland. Der Titel wurde nach der Reihe von Hofpredigern an der Seite der Kurfürsten 1613 für Matthias Hoe von Hoenegg geschaffen, der Beichtvater des Kurfürsten Johann Georg I. war. Mit dem Übertritt des sächsischen Herrscherhauses zur römisch-katholischen Konfession 1697 durch Kurfürst Friedrich August blieb zwar die Leitung des „corpus Evangelicorum“ in der Hand des Kurfürsten, das landesherrliche Kirchenregiment wurde aber an die beauftragten Geheimen Räte übertragen. Von nun an wurde die Dresdner Sophienkirche evangelische Hofkirche und spätere Domkirche.
Als Sohn eines Oberlehrers wurde Franz Wilhelm Dibelius am 6. Januar 1847 in Prenzlau (Uckermark) geboren. Nach dem Studium der Theologie und Geschichte in Halle (Dr. phil.) und Berlin (Licentiat theol.) war D. Domprediger und Inspektor des Domkandidatenstiftes in Berlin und habilitierte sich dort 1873 für Kirchengeschichte. 1874 als Pfarrer an die Annenkirche in Dresden berufen, wirkte er hier 50 Jahre lang, ab 1884 als Stadtsuperintendent und 1. Pfarrer an der Kreuzkirche, ab 1910 als Oberhofprediger und Vizepräsident des Landeskonsistoriums. Als Seelsorger und Prediger, der ein „fröhliches Christentum“ verkündigen wollte, sowie als Organisator des kirchlichen Lebens entfaltete er eine außerordentliche Wirksamkeit.
In Dresden führte er, bahnbrechend für die Landeskirche, den Kindergottesdienst ein und gab, selbst Lieder dazu beisteuernd, „Die Dresdner Kinderharfe“ heraus. Als Ephorus der Dresdener Kirchgemeinden setzte er energisch die Aufteilung der übergroßen Kirchspiele in der anwachsenden Großstadt fort, was den Bau zahlreicher neuer Kirchen zur Folge hatte. Auf allen Gebieten des kirchlichen Lebens maßgebend tätig, rief er daneben auch die „Gesellschaft für sächsische Kirchengeschichte“ mit ins Leben und arbeitete an den von ihr herausgegebenen „Beiträgen zur sächsischen Kirchengeschichte“ selbst mit. Seine besondere Liebe gehörte dem Gustav-Adolf-Verein, dessen Vorsitz im Dresdner Hauptverein er 1893 übernahm und dessen Zentralvorstand er seit 1895 angehörte. Die evangelische Diaspora in Böhmen wie die evangelische Bewegung in Österreich verdankten ihm wesentliche Förderung. Als Vizepräsident des sächsischen Landeskonsistoriums war er in dieser im deutschen Luthertum einst als erstes Amt angesehenen Stellung einer der führenden Männer im evangelischen Deutschland vor dem 1. Weltkrieg.*
Das Grab von Franz Wilhelm Dibelius befindet sich auf dem Alten Annenfriedhof in Dresden an der Chemnitzer Straße.
*Biografische Angaben nach: Gennrich, Paul Wilhelm, "Dibelius, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 631-632 [Online-Version];
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.