Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Lettland-Partnerschaftstreffen in Rüsseina


19 Aug. 2025

Gegenseitiger Erfahrungsaustausch stand im Vordergrund

DRESDEN – Auch in diesem Jahr hat die sächsische Landeskirche zu einem Treffen zwischen Partnergemeinden der Ev.-Luth. Kirche Lettlands und Sachsens eingeladen. Über 30 Vertreterinnen und Vertreter kamen am 16. August im Gemeindehaus in Rüsseina bei Nossen zusammen. Die dortige Kirchgemeinde blickt selbst auf eine 30-jährige Partnerschaft zu einer Gemeinde in Lettland zurück. Teilnehmende aus sechs weiteren Partnerschaften kamen an diesem Tag dazu.

Unter den Gästen war auch der lettische Diözesanbischof Einãrs Alpe aus Daugavpils (Dünaburg), der in Dresden Landesbischof Tobias Bilz in der Bischofskanzlei besuchte. Alpes frühere Gemeinde in Lettland hatte zu Taubenheim bei Klipphausen eine Partnerschaft, aus der eine langjährige Freundschaft zu Pfarrer i.R. Klaus Urban (zuletzt Weixdorf) hervorging. Urban nahm ebenfalls am Treffen in der Bischofskanzlei und beim Besuch in der Dresdner Frauenkirche teil. Zur Ev.-Luth. Kirche Lettlands hat die sächsische Landeskirche eine langjährige Partnerschaft. So werden regelmäßig Vertreter dieser baltischen Kirche zu Tagungen der sächsischen Landessynode eingeladen.

Thematisch ging es beim diesjährigen Partnerschaftstreffen in Rüsseina um Fragen der unterschiedlichen Entwicklung in Liturgie, Kleiderfragen und dem unterschiedlichen Amtsverständnis der beiden Kirchen. Im ersten Teil eines Vortrags erläuterte Bischof Alpe die Vollzüge in Gottesdiensten, welche sich bereits seit der 1. lettischen Republik bei den dortigen Lutheranern herausbildet hatten.  Im zweiten Teil stellte Dr. Martin Teubner, Theologischer Referent im Dresdner Landeskirchenamt, ebenfalls anschaulich im Vergleich die sächsische Gottesdiensttradition und gegenwärtige Ausprägung vor.

Nach dieser Weiterbildung ging es am Nachmittag um einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch, der von Marion Kunz, Seniorenbeauftragte zur Förderung der Arbeit mit jungen Alten, moderiert wurde. Die Leipzigerin blickt ebenfalls auf eine langjährige Partnerschaftsarbeit mit Lettland zurück, die nach der politischen Wende begann. Zunächst durch Reisen mit Jugendlichen und dann später bis heute im Rahmen der Seniorenbildungsreisen mit der Ü55-Zielgruppe. Natürlich wurde im Rahmen des Treffens auch die große und sehenswerte spätbarocke Dorfkirche Rüsseina besucht.

Unter den Auslandsgästen in Rüsseina waren auch Vertreter aus einer Gemeinde in Litauen, die gleich das Forum zum Arbeitsaustausch nutzte. Hier besteht eine Partnerschaft zur erzgebirgischen Kirchgemeinde in Brünlos. 

Für die Teilnehmenden werde bei jedem Jahrestreffen deutlich, mit welchem Engagement die Mitglieder der ehemals 17 sächsischen Partnerschaftsgruppen, von denen zehn heute noch aktiv sind, sich ihrer Arbeit widmen. Trotz der großen Entfernung – von Mittelsachsen bis in die Mitte Lettlands sind es 1.400 Kilometer! – gibt es jährliche Fahrten hin und her.  Sie dienten dem Austausch sowie dem Transport von Waren, die in Lettland gebraucht bzw. dort Freude bereiten und den Gemeindeaufbau fördern würden.

Beispielsweise wird Geld für Apotheken-Gutscheine gesammelt, die dann von den lettischen Gemeinden an Bedürftige verteilt werden. Die Medikamenten-Versorgung in Lettland zählt nicht zu den Grundleistungen der dortigen Krankenversicherung. Arme Menschen haben daher Probleme, sich die verschriebenen Medikamente zu kaufen. Überhaupt sei das Leben in Lettland, abgesehen von einfachen Grundnahrungsmitteln, deutlich teurer als in Deutschland, so die Erfahrung von Reisenden nach Lettland.

Kirchenpartnerschaften

Teil der Teilnehmendengruppe
Partnerschaftstreffen im Kirchgemeindehaus in Rüsseina
(v.l.n.r.) Pfarrer i.R. Klaus Urban, Diözesanbischof Einãrs Alpe, Landesbischof Tobias Bilz, Monika Kunz
Menschen mit einer lettischen Flagge

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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