Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
Bereich
Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
Bereich
Leben am Toten Meer
08 Okt. 2019
Archäologie aus dem Heiligen Land
CHEMNITZ – Derzeit präsentiert das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (smac) die neue Sonderausstellung „Leben am Toten Meer – Archäologie aus dem Heiligen Land“.
Zu dieser Region hat es weder in Deutschland noch in Europa je eine Ausstellung gegeben, die sich mehr als einem Teilaspekt widmete, obwohl fast jeder das Tote Meer kennt und die Entdeckung der Schriftrollen von den Höhlen von Qumran vor 70 Jahren um die ganze Welt ging.
Die biblischen Geschichten von Sodom und Gomorra sowie die Zerstörung der Stadtmauern von Jericho durch Posaunenklänge sind weithin bekannt und das Mitbringen von Jordanwasser zur Taufe von Kindern und Enkeln bei christlichen Pilgern ins Heilige Land ist gängige Sitte.
Diese museale Lücke schließt die Sonderausstellung „Leben am Toten Meer“, die das smac bis zum 29. März 2020 präsentiert.
Insbesondere für Kirchgemeinden und Gruppen, die schon mal diesen eindrücklichen Ort besucht haben oder besuchen wollen, gibt diese Ausstellung eine lebendige Erinnerung oder Impulse der Inspiration.
Sonderausstellung einer langen Kulturgeschichte der Region
In „Leben am Toten Meer“ wird die Kulturgeschichte der Region in einer zeitlichen Tiefe von rund 12.000 Jahren und in acht Themenfeldern vorgestellt.
Gemäß des Gestaltungskonzepts von Szenographie Valentine Koppenhöfer, Weimar, ziehen sich die Themen konzentrisch um ein medial bespieltes Landschaftsmodell des Toten Meeres. In ihrer baulichen Form nehmen die Themenpfade von innen nach außen an Höhe zu, um so den Charakter der Landschaft einzufangen.
Das Landschaftsmodell und die dazugehörigen Medienstationen stellen die für die meisten Mitteleuropäer fremde Natur und Umwelt der Wüstenlandschaft vor und erläutern die Lebensgrundlagen der Menschen. Um das Modell herum schließen sich dann konzentrisch die Themen Wellness, Mobilität, Höhlen-Dörfer-Städte, Macht und Ohnmacht sowie Kult und Religion an. Sie werden vor allem durch Exponate, aber auch durch Modelle und virtuelle Rekonstruktionen beleuchtet.
Abgerundet wird die Präsentation zum einen durch einen Bereich zur Forschungsgeschichte, die durch das Spannungsfeld aus Religiosität, Wissenschaft und Politik geprägt ist. Zum anderen werden die außerordentlichen Textilfunde, deren Erhalt der extremen Trockenheit der Region geschuldet ist, vorgestellt.
Obwohl der Schwerpunkt der Ausstellung auf der Zeit bis zur Frühislamischen Epoche liegt, wird jeweils ein Ausblick auch in die Gegenwart gegeben, beispielsweise mit drei aktuellen Interviews zum Leben in dieser Konfliktregion.
Ziel der Ausstellung ist es, die Kulturgeschichte dieser lebensfeindlich anmutenden und dennoch anziehenden Region vorzustellen, die auch in der Vergangenheit keine Einheit darstellte, und viel mehr bietet als nur Schreckensszenarien wie Sodom und Gomorra.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.