Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Landeskirche würdigt Prof. Dr. Magirius


17 Juni 2021

Die Bedeutung der Kirchen im örtlichen Kontext nicht aus dem Blick verloren 

DRESDEN – Die Landeskirche gedenkt des am 13. Juni 2021 in Radebeul verstorbenen sächsischen Landeskonservators a.D. Prof. Dr. habil. Dr. h.c. Heinrich Magirius (1934-2021), der über einen langen Zeitraum in fruchtbarer Zusammenarbeit mit der kirchlichen Baupflege stand und in Sachsen zum Erhalt bedeutender kirchlicher Baudenkmale zu DDR-Zeiten und danach beitrug.

„Seine kluge und mutige Unterstützung aus den Notwendigkeiten der Denkmalpflege in Verbindung mit seinen persönlichen Überzeugungen beschränkten sich nicht auf prestigeträchtige Einzelobjekte, würdigt der Präsident des Landeskirchenamtes, Hans-Peter Vollbach, den Nestor der Denkmalpflege“. Magirius habe neben seinem Einsatz für den Erhalt der bedeutsamen Dome in Freiberg und Meißen sowie der Leipziger Thomaskirche nicht die Lebensbezüglichkeit der vielen wertvollen Kirchen in ihrer frömmigkeitsgeschichtlichen Bedeutung für die Kirchgemeinden vor Ort aus dem Blick verloren. „Daher gilt der Dank seiner Arbeit für die Erhaltung der Dorfkirchen genauso, wie für die Vision und die nachhaltige Unterstützung beim Wiederaufbauwerk der Dresdner Frauenkirche und dem Erhalt des Meißner Doms.“

So gehörte Heinrich Magirius zu den Unterzeichnern des „Rufs aus Dresden – 13. Februar 1990“ und er war damit Gründungsmitglied der Bürgerinitiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche. Von 1991 bis 2012 war er Vorstandsmitglied der Fördergesellschaft, von 1991 bis 1994 Vorstandsmitglied der Stiftung Frauenkirche Dresden e.V. sowie Mitglied mehrerer Arbeitsgruppen und Fachbeiräte. 2012 wurde er zum Ehrenmitglied der Fördergesellschaft ernannt.

Das Hochstift Meißen berief Prof. Magirius auf dem Herbstkapiteltag 1994 ins Domkapitel zu Meißen. Das Amt des Domherrn versah er bis zu seiner Resignation im Jahr 2012. Seit 1999 hatte er die Beratung und Fachaufsicht in allen denkmalpflegerischen Angelegenheiten für das Hochstift Meißen und gestaltete und prägte mit seiner außerordentlichen Kompetenz maßgeblich die nach der deutschen Wiedervereinigung bis ins Jahr 2002 andauernden Restaurierungsarbeiten im Dom zu Meißen.

„Dem christlichen Glauben und der Kirche evangelisch-lutherischer Prägung hat sich Heinrich Magirius zu allen Zeiten zugehörig und verbunden gefühlt. Die Berufung zum Domherrn empfand er als Ehre und hohe Verpflichtung, der er stets mit großer Hingabe und Verantwortung erfüllte“, würdigt ihn das Hochstift Meißen.

Der 1934 in Dresden geborene Magirius studierte ab 1952 Kunstgeschichte, Klassische und Christliche Archäologie in Greifswald und Leipzig. Über vier Jahrzehnte lang stand er im Dienst der sächsischen Denkmalpflege und führte ihre exzellente Tradition mit herausragenden Ergebnissen weiter. Sein Wirken als Kunsthistoriker und Denkmalpfleger ist eng mit vielen höchst bedeutenden Denkmälern in ganz Sachsen verbunden.

Prof. Magirius legte wichtige Grundlagen für die denkmalpflegerische Arbeit und begleitete neben der Frauenkirche auch den Wiederaufbau der Semperoper und des Residenzschlosses in Dresden. Seit 1991 war er Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Das Amt des Landeskonservators im Landesamt für Denkmalpflege Sachsen hatte er von 1994 bis 1999 inne. Zudem gründete er die Sächsische Akademie der Künste mit.

Darüber hinaus erwarb er sich herausragende Verdienste als Wissenschaftler, als Hochschullehrer und als Autor namhaftester Publikationen über die sächsische Denkmalpflege und bedeutende Denkmäler erworben. Er trug mit großem Engagement und starkem Glauben dazu bei, für die Kunst- und Kulturgeschichte sowie die Denkmalpflege in Sachsen ein nötiges öffentliches Bewusstsein herzustellen.
Mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde Dr. Magirius 1995 ausgezeichnet. 2004 erhielt er den Sächsischen Verdienstorden.

  • Am morgigen Freitag, 18. Juni, läutet die Johannes-Glocke des Meißner Doms ab 13:00 Uhr in 3 Pulsen für jeweils 15 Minuten zum Ableben von Domherr Professor Dr. Dr. h.c. Heinrich Magirius, der am vergangenen Sonntag, 13.06.2021, im Alter 87 Jahren verstarb.
Prof. Dr. Magirius gehörte von 1994-2012 als Domherr dem Domkapitel an

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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