Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Landeskirche würdigt Friedrich Magirius
14 Okt. 2025
Anerkennung als Theologe auch in der Zivilgesellschaft
DRESDEN | LEIPZIG – Der langjährige Leipziger Superintendent und Ehrenbürger der Stadt Leipzig, Friedrich Magirius, ist am 13. Oktober 2025 im Alter von 95 Jahren verstorben. Er war bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand vor 30 Jahren Superintendent des damaligen Kirchenbezirkes Leipzig-Ost. Mit dem gesellschaftlichen Aufbruch im Herbst 1989 war Magirius zunehmend in die politische Verantwortung eingebunden. Nach seinem Einsatz als Moderator am Runden Tisch in Leipzig arbeitete er als unabhängiger Abgeordneter in der damaligen Stadtverordnetenversammlung mit und wurde zum ersten Leipziger Stadtpräsidenten gewählt.
Landesbischof Tobias Bilz sagt: „Wir nehmen mit großer Trauer und Dankbarkeit Abschied von Friedrich Magirius. Mit ihm geht einer der herausragenden Theologen unserer Landeskirche von der Welt, der die Kirche der DDR und die Wendezeit entscheidend mitgeprägt hat. Sein Leben und Wirken standen im Zeichen der Verständigung zwischen widerstreitenden Meinungen in einer Zeit, in der Kirche und Gesellschaft Orientierung suchten. Als Leiter der Aktion Sühnezeichen in der DDR lag ihm Versöhnung am Herzen. Er intensivierte den Kontakt zu den osteuropäischen Nachbarländern und förderte den christlich-jüdischen Dialog. Die Anerkennung, die er sich als Theologe auch in der Zivilgesellschaft erwarb, wird durch seine Ernennung als Stadtpräsident in Leipzig und in der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Städte Leipzig und Krakau deutlich.“
Er am 26. Juni 1930 in Dresden geborene Friedrich Magirius erlebte als Jugendlicher die Bombennacht vom 13. Februar 1945, was seinen weiteren Lebensweg mitbeeinflusste. Er studierte evangelische Theologie an der Kirchlichen Hochschule in Berlin und ab 1950 an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald.
Von 1955 bis 1958 war Magirius Internatsleiter und Lehrer am Kirchlichen Proseminar in Moritzburg und ab 1958 Pfarrer in Einsiedel bei Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt). 1974 wurde er Leiter der Aktion Sühnezeichen in der damaligen DDR und hatte dadurch zahlreiche Kontakte zu den osteuropäischen Nachbarn. Auch nach seinem Wechsel von Berlin nach Leipzig, wo er von 1982 bis zur Pensionierung Superintendent für den Kirchenbezirk Leipzig-Ost war, engagierte er sich für die Verständigung mit den osteuropäischen Nachbarländern und in der Jüdisch-Christlichen Arbeitsgemeinschaft.
Im Juni 1995 wurde Magirius vom damaligen Landesbischof Volker Kreß in der Leipziger Nikolaikirche in den Ruhestand verabschiedet. Seit dieser Zeit empfing er zahlreiche Ehrungen für seine Verdienste während der Friedlichen Revolution und der Aussöhnung mit den Nachbarvölkern. 2005 wurde er mit der Ehrenbürgerwürde der polnischen Stadt Kraków (Krakau) ausgezeichnet. Weiter erhielt er u.a. die französische Auszeichnung als Offizier der Ehrenlegion und wurde 2022 zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig ernannt. Auch in seinem Ruhestand war Friedrich Magirius weiterhin in verschiedenen Ehrenämtern tätig.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.