Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Landeskirche würdigt das Lebenswerk von Werner Juza


02 Sept. 2022

Er prägte Kirchenräume mit ausdrucksstarker Kirchenkunst

DRESDEN – Der kürzlich verstorbene sächsische Künstler Werner Juza prägte mit seiner klaren Bildersprache auch viele sächsische Kirchenräume über eine ganze Epoche. Er hinterließ ein umfangreiches Erbe bildlicher Kunst auch zu christlichen Themen, das in Wandbildern, Kirchenfenstern, Reliefs und Textilkunst in zahlreichen Kirchen, vor allem in Sachsen, erhalten geblieben ist. Eines der bedeutendsten Werke ist das große Wandbild „Versöhnung“ im Festsaal der Dresdner Dreikönigskirche, welches als Entwurfsvorlage Mitte der 80er Jahre in einer Zeit zunehmend lauter werdender Kritik an den Verhältnissen in der damaligen DDR entstand.

Die gesellschaftskritischen Elemente des Bildes und die Höhen und Tiefen menschlichen Lebens sind auf die zentrale Kreuzesdarstellung ausgerichtet. Der 1. Sächsische Landtag (1990-1993) beschloss im Angesicht dieser zeithistorischen Spiegelung die Sächsische Verfassung und die Ev.-Luth. Landessynode Sachsens tagt seit dieser Zeit vor diesem Wandbild. Die Themen Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, die Werner Juza wichtig waren, spielen in diesen Beratungen bis heute eine wichtige Rolle.

In das große Werk, aber auch in viele andere Werke seiner langen Schaffenszeit, flossen seine Erfahrungen aus Krieg und Gefangenschaft und die Auseinandersetzung als Christ und freier Künstler mit der Staatsdoktrin in der DDR ein.

Die für Bau- und Grundstücksangelegenheiten zuständige Dezernentin im Landeskirchenamt Carmen Kuhn würdigt das Werk Werner Juzas: „Er zeigt in seinem monumentalen Wandbild „Versöhnung“ komprimiert und für jeden Betrachter lesbar, woran Menschen leiden. Damit gestaltete er in der Mitte der 1980er Jahre der DDR eine beißende Gesellschaftskritik und schaffte zugleich, ohne dass er es ahnte, ein bleibendes zeitgeschichtliches Dokument.“ Auf jedem Foto zur Gründung des Freistaates Sachsen sei sein Wandbild zu sehen, so Kuhn. „Juza verbindet seinen bedrückenden, zeitlosen Befund mit Zuversicht und Hoffnung. Er stellt Christus in den Mittelpunkt. Versöhnung, die wir nicht „machen“ können, an der wir so oft scheitern, kann mit Christus gelingen.“, so beschreibt sie die Wirkung seiner Bildsprache.

Der Leiter des Kunstdienstes der sächsischen Landeskirche, Dr. Frank Schmidt, hat einen langjährigen Überblick über das Werk Werner Juzas, dem der Kunstdienst bereits mehrere Ausstellungen gewidmet hat: „Es ist nur wenigen Malern vergönnt gewesen, eine Reihe von diesen monumentalen Wandbildern auszuführen.“ Das ‚Humanum‘ auf christlicher Grundlage sei das zentrale Motiv und die prägende Kraft im Schaffensprozess von Werner Juza gewesen, so Dr. Schmidt. „Zu den großen kirchlichen Wandgemälden kann man zusammenfassend sagen, dass sich in ihnen der Gedanke des ‚unter die Menschen gefallenen‘, eben in Christus menschgewordenen Gottes, ganz unmittelbar erschließt, da die biblischen Grundlagen immer mit realistischer Zeitbezogenheit von Thema und Figurensprache geschaffen sind.“

Die erste künstlerische Kirchraumausstattung habe Juza 1950 mit Holzreliefs im Kirchsaal des Epilepsiezentrums Kleinwachau geschaffen. Es folgten mehrere Kruzifixe in Dorfkirchen. Neben den großen Wandgemälden seien weitere Kirchraumgestaltungen mit Kupfertreibarbeiten u.a. in der Dresdner Matthäuskirche, des Kirchgemeindehauses in Niedersedlitz und der Kirche in Riesa-Weida zu finden. Glasmalereien Juzas könnten in der Dresdner Lukaskirche und in den Kirchen von Dorfhain und Bärnsdorf bei Moritzburg besichtigt werden.

Für den früheren Baureferenten im Landeskirchenamt, Dr. Ulrich Böhme, habe sich Juza von der Frage leiten lassen: „Was erwartet Gott von mir in der Gesellschaft?“. Damals verantwortlich für das landeskirchliche Bauwesen, erinnert er sich noch sehr gut, dass der Wiederaufbau der stark kriegsgeschädigten Dreikönigskirche erst nach jahrzehntelangem Ringen mit dem DDR-Staat möglich war. Es war ein sehr außergewöhnliches kirchliches Bauprojekt, so Dr. Böhme. Mit dem Wandgemälde in der Dreikönigskirche habe Werner Juza großen Mut bewiesen, da zu diesem Zeitpunkt die politische Wende und die Friedliche Revolution noch nicht absehbar gewesen seien. Der Künstler und die damaligen Entscheidungsträger in der Kirche hätten den geduldeten, aber stets kritisch überwachten Freiraum der Kirche in der DDR damit auch für eine gesellschaftliche Positionierung genutzt.

Juzas künstleriche Kirchraumgestaltung war Gegenstand mehrerer Ausstellungen des Kunstdienstes der Landeskirche:

1977 Kreuzkirche Dresden
1992 Haus der Kirche DD
2005 Haus der Kirche Dresden (große Werkschau zum 80. Geburtstag)
2007 Kreuzkirche Dresden (Gegen Krieg und Gewalt)
2007 Klosterkirche Kamenz
2010 Haus der Kirche Dresden (20 Jahre Wandbild).

Ausschnitt aus dem großen Wandbild im Festsaal im Haus der Kirche (Dreikönigskirche) in Dresden

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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