Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Landeskirche unterstützte wissenschaftliche Arbeiten


20 Apr. 2017

Promotionen führten zu drei Publikationen über neuzeitliche Kirchengeschichte

TÜBINGEN / GÖTTINGEN / LEIPZIG – Drei von der Landeskirche durch Stipendien unterstützte Promotionen  zur Erforschung der Geschichte des „Kirchenkampfes“ in der NS-Zeit innerhalb der neueren und neuesten Geschichte der Landeskirche konnten innerhalb des letzten Jahres erfolgreich beendet werden. Die entstandenen Arbeiten sind jetzt von drei namhaften Verlagen verlegt und in den Handel gebracht worden.

Das im letzten Jahr im Mohr Siebeck Verlag in Tübingen erschienene Buch von  Dr. Andreas P. Seidel steht im juristischen Kontext und untersucht das Wirken des Kirchenjuristen Erich Kotte (1886-1961), der Anfang der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts in das Sächsische Landeskonsistorium eintrat und dort von 1945 bis 1957, zuletzt als Präsident, arbeitete. In der zugrundeliegenden Promotion beleuchtet Seidel insbesondere die Prozesse der Landeskirche mit dem Freistaat Sachsen über die Staatsleistungen in der Weimarer Republik, den Kirchenkampf im Nationalsozialismus, den sogenannten „Zweiten Kirchenkampf“ in der DDR sowie die Verfassungsreform in der Landeskirche im Jahre 1950.

Die in diesem Jahr bei Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen erschienene Publikation des Theologen Dr. Markus Schmidt in der Reihe „Kirche – Konfession – Religion“ (Band 69) befasst sich unter dem Titel „Charismatische Spiritualität und Seelsorge“ mit dem Volksmissionskreis in Sachsen bis 1990. Schmidt untersuchte in seiner Promotion den Volksmissionskreis von seinen Wurzeln in der Bekennenden Kirche bis hin zur Zeit der Friedlichen Revolution. Er analysiert dabei die Seelsorgekonzeption und diskutiert die sich daraus ergebende Seelsorgepraxis kritisch. Seine Studie liefert nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag zur kirchen-, frömmigkeits- und biographiegeschichtlichen Erforschung der Landeskirche im 20. Jahrhundert.

In der Reihe „Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte“ der EVANGELISCHEN VERLAGSANSTALT Leipzig erschien ebenfalls in diesem Jahr im Band 48 das über 500-seitige Buch von Dr. theol. Mandy Rabe „Zwischen den Fronten“. Die Studie der Theologin zeichnet die Geschichte der sächsischen „Mitte“ nach. Diese kirchenpolitische Gruppierung positionierte sich während der NS-Zeit zwischen den Deutschen Christen und der Bekennenden Kirche. Von ihren Anfängen werden die Linien bis zur Auflösung der „Mitte“ als Sächsische Pfarrbruderschaft, so die offizielle Bezeichnung ab 1939, gezogen. Mit strukturellen Erläuterungen und fünf Personenbeispielen ist die Arbeit mit ausführlichen biografischen Angaben und einem umfangreichen Dokumentenanhang mit größtenteils erstmals gesichteten Quellen aus sächsischen Archiven versehen.


Zu den drei Autoren:

Dr. jur. Andreas P. Seidel, geboren 1986, Studium der Rechtswissenschaften nebst wirtschaftswissenschaftlicher Zusatzausbildung in Bayreuth; 2015 Promotion (Universität Halle-Wittenberg); seit 2015 als Rechtsanwalt in Zwickau tätig.

Dr. theol. Markus Schmidt, geboren 1986, Studium der Theologie, Studium der Theologie an der Theologischen Fakultät Leipzig von 2005 bis 2012, 2012-2015 Promotionsstipendiat, seit 2015 Vorbereitungsdienst (Vikar), 2016 Promotion (Universität Leipzig).

Dr. theol. Mandy Rabe, geboren 1985, studierte von 2004 bis 2012 Evangelische Theologie in Leipzig, Tübingen und Berlin. 2012-2015 Promotionsstipendiatin. Seit 2015 im Vorbereitungsdienst (Vikarin) in Leipzig. 2016 Promotion (Universität Leipzig).

„Aufgrund des erfreulichen Abschlusses dieser Arbeiten hat sich das Landeskirchenamt entschlossen, auch weiterhin zwei Stipendien für 24 Monate zur Verfügung zu stellen“, sagt Dr. Johannes Kimme, Präsident des Landeskirchenamtes. Derzeit fördere die Landeskirche zwei Promotionsprojekte.

Das eine – am Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (Greifswald) – beschäftigt sich mit der Entwicklung von theologisch verantworteten Pfarrbildern am Beispiel peripherer ländlicher Räume. Das andere – an der Theologischen Fakultät Leipzig – geht der Frage nach, welche Rolle das religiöse Bekenntnis bei der Ablösung Jugendlicher vom Elternhaus in einer überwiegend konfessionslosen Umwelt spielt.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite