Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Landeskirche initiiert Aufarbeitungskommission


10 Juli 2020

DRESDEN - Die sächsische Landeskirche initiiert eine Kommission, die die Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in der Kirchgemeinde Pobershau im Erzgebirge übernimmt. Die Fälle ereigneten sich in den 1990er Jahren und waren 2019 bekannt geworden. Seitdem sind Kirchgemeinde und Landeskirche mit der Aufarbeitung befasst. Mit der Einsetzung der Kommission bekräftigen nun Landeskirche und Kirchgemeinde ihren Willen, diese mithilfe externer Fachleute fortzuführen.   

Ab Mitte der 1990er Jahre hatte sich in Pobershau ein Ehrenamtlicher im Rahmen der Kurrende mehreren Mädchen im Alter von 11 bis 15 Jahren sexuell genähert. Die Fälle waren erst 2019 öffentlich bekannt geworden. Nach dem Bekanntwerden wurde er von allen Tätigkeiten in der Kirchgemeinde (kirchenmusikalische Vertretungsdienste auf Honorarbasis) suspendiert.

Sowohl der Ortspfarrer als auch der Kirchenvorstand der Kirchgemeinde haben sich verantwortlich und engagiert um die Aufarbeitung vor Ort bemüht. An Gesprächen mit den Familien der Betroffenen waren neben dem Pfarrer auch Vertreter des Kirchenbezirks beteiligt. Die betroffenen Frauen wurden zudem von der Ansprechperson für Fälle sexualisierter Gewalt in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens beraten.  

Landesbischof Tobias Bilz äußert sich zutiefst betroffen: „Seit ich im Amt des Landesbischofs bin, beschäftigt mich die Situation in Pobershau. Dieser Fall geht mir sehr nah. Als Mensch fühle ich mit den Frauen, die als Kinder und Jugendliche solchen Missbrauch erleiden mussten und bis heute darunter leiden. Und als Landesbischof fühle ich große Betroffenheit und Scham, dass diese Taten im kirchlichen Kontext erfolgt sind. Ich sehe unsere Kirche hier in der Verantwortung.

Dadurch können wir erlebtes Leid nicht ungeschehen machen. Wir sind es aber den Opfern, unserer Kirche und der Gesellschaft schuldig, uns damit auseinanderzusetzen, wie es dazu kommen konnte. Und wie wir verhindern, dass solche Dinge zukünftig wieder passieren können.“  

Die Bildung der Kommission wird durch erfahrene Personen aus dem Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt. Sie wird durch die sächsische Landeskirche finanziert. 

In der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens existiert bereits seit 2010 eine Ansprechstelle für Fälle sexualisierter Gewalt, die Betroffene berät und unterstützt und Mitarbeitende in den Kirchenbezirken der Landeskirche zum Thema „Prävention und Intervention“ schult. Seit Juni 2020 ermöglicht ein Kollegialbeschluss auch Anerkennungsleistungen für erlittenes Leid.  

Alle Kirchgemeinden haben die Pflicht Maßnahmen zu ergreifen, dass Missbrauch von Schutzbefohlenen im Rahmen kirchlicher Arbeit nicht möglich ist. In dem besonders sensiblen Bereich der Kinder- und Jugendarbeit gibt es seit 2012 einen Verhaltenskodex, der landesweit für alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden gilt und von jedem unterschrieben werden muss.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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