Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Landeskirche hilft Erdbebenopfer


29 Jan. 2021

Sächsische Landeskirche unterstützt aus Mitteln des Katastrophenfonds

DRESDEN - Mit 8.000 Euro unterstützt die sächsische Landeskirche die Arbeit des Vereins Hilfe konkret e.V. im Erdbebengebiet in Kroatien. Der Ökumene-Referent, Oberkirchenrat Friedemann Oehme, sagt dazu: „Es ist uns ein Anliegen, unsere ökumenischen Partner in ihrer Arbeit in Krisenregionen mit Mitteln aus unserem Katastrophenfonds zu unterstützen und damit auch den dort lebenden Menschen Hilfe zukommen zu lassen.“

Nach dem schweren Erdbeben im März vergangenen Jahres in der Umgebung der kroatischen Hauptstadt Zagreb wurde am 29. Dezember 2020 insbesondere die Region um die Städte Petrinja, Sisak und Glina von einem schweren Erdbeben (Richterskala 6,4) getroffen. Inzwischen gab es mehrere hundert Nachbeben. Wohn- und Wirtschaftsgebäude von über 50.000 Menschen wurden beschädigt.

Nach aktuellen Informationen sprach der Generalsekretär des Baptistenbundes, Pastor Zeljko Mraz, von sieben Toten und 26 Schwerverletzten.  Das Krankenhaus in Sisak sei schwer beschädigt worden und Patienten mussten verlegt werden. In den umliegenden ländlichen Gebieten würden viele ältere Menschen alleine in ihren Häusern leben, oft weit weg von den Nachbarn. Mraz schätzt die Situation in den schwer zugänglichen Bergregionen als unübersichtlich ein.  „Gemeindehäuser, die noch in einem entsprechenden Zustand sind, wurden für Übernachtungen der Menschen geöffnet. Viele Menschen haben jedoch aus Angst vor weiteren Beben im Freien übernachtet. Freiwillige aus unseren Gemeinden brachten Matratzen und Decken sowie haltbare Lebensmittel als erste Nothilfe“, so der Pastor.

Die Region um das Epizentrum ist zudem ehemaliges Kriegsgebiet. Viele Häuser wurden in den letzten 25 Jahren mühsam wieder aufgebaut. Die jungen Menschen sind fast alle aus der ländlichen Region weggezogen. Aber auch in den Städten Petrinja und Sisak bleibt die Situation herausfordernd, da die Zerstörungen auch dort sehr groß sind.

Johannes Neudeck, Vorsitzender des Vereins Hilfe konkret e. V., berichtet über den Einsatzort: „In den letzten Tage waren verschiedene Teams aus Gemeinden auch aus dem Norden Kroatiens (Region Cakovec) unmittelbar im Einsatz. Wir hatten noch Matratzen und Decken im Lager in Puscine, die wir auf zwei Transportfahrzeuge verladen haben. Auf diese Weise konnten Notlager für Menschen in noch intakten Gemeindehäusern in der Krisenregion eingerichtet werden. Ein Transporter brachte inzwischen die zwei ersten Wohncontainer ins Erdbebengebiet. Wir planen mit diesen Wohncontainern Menschen eine sichere und vorübergehende Bleibe zu bieten. Ein neuer Wohncontainer mit Bad kostet inkl. Transport ca. 4.000 Euro. Bis Ende Januar können wir zehn Container bereitstellen.  Sobald wir weitere Mittel hätten, könnten wir auf jeden Fall in einem ersten Schritt bis zu 40 Container einsetzen, um Menschen zu helfen. Auf diese Weise können Betroffene auf ihrem Grundstück bleiben, das Umfeld und gegebenenfalls ihr Kleinvieh bewirtschaften. Diese Container werden in Serbien gefertigt und nur für die Dauer der Notlage zur Verfügung gestellt, danach werden sie für die Arbeit in einem Freizeit- oder Jugendcamp eingesetzt bzw. für andere kirchlich-diakonische Zwecke genutzt.“

Neudeck sagt zudem weitere notwendige Basisnothilfe zu, so Reparaturen von Dächern und weiterer Notmaßnahmen. Dazu stünden zahlreiche Freiwillige bereit. Auch die geistliche und seelsorgerliche Arbeit werde weitergehen. Weitere Informationen: www.hilfekonkret.de

Hilfe mit ökumenischen Partnern in Katastrophenregionen

Die sächsische Landeskirche hat einen Fonds, aus dem sie ökumenische Partner unterstützt, die in Krisenregionen oder nach Naturkatastrophen vor Ort humanitäre Unterstützung und Hilfe leisten. So unterstützte die Landeskirche 2019 die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe im Bürgerkriegsland Jemen, wo gut 24 Millionen Menschen an Hunger leiden, mit 10.000 Euro. Aus dem Katastrophenfonds der Landeskirche wurden außerdem 10.000 Euro über das Leipziger Missionswerk für Zyklonschäden an die indische Partnerkirche und 8.000 Euro über das Deutsche Nationalkomitee LWB für Hilfe für Flüchtlinge aus Venezuela in Kolumbien an den Lutherischen Weltdienst ausgezahlt. Weitere 10.000 Euro stellte die Landeskirche für die Menschen in Mosambik zur Verfügung, nach dem der Zyklon Idai im März 2019 das afrikanische Land schwer getroffen hatte. Zwei andere Schwerpunkte der Katastrophenhilfe waren die Hungerhilfe in Ostafrika und die Versorgung von Bürgerkriegsflüchtlingen in der Krisenregion Syrien.

Frau vor ihrer neuen Container-Unterkunft
Team des Vereins erkunden vor Ort die Schäden
Bereits viele notwendige Hilfsgüter wurden schon verteilt

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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