Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Landesbischof trifft sächsische Bundestagsabgeordnete
15 März 2018
BERLIN - Am 14. März hat der sächsische Landesbischof Dr. Carsten Rentzing die Abgeordneten des Deutschen Bundestages aus dem Freistaat Sachsen zu einem Abend der Begegnung eingeladen. Nach der Wahl zum Deutschen Bundestag im September 2017 war dies ein erstes Treffen mit den Mandatsträgern aus Sachsen.
Abend der Begegnung
Für diese Begegnung, die im Büro des Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) stattfand, hatten sich 15 Abgeordnete aus nahezu allen Fraktionen angemeldet.
Nach einer Begrüßung durch Dr. Rentzing und den Bevollmächtigten des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Dr. Martin Dutzmann, wandte sich Landesbischof Dr. Rentzing mit einem Grußwort an die Abgeordneten . Anschließend bestand die Möglichkeit zu einem Gedankenaustausch, an dem ebenfalls der Beauftragte der Evangelischen Kirchen beim Freistaat Sachsen, Oberkirchenrat Christoph Seele, teilnahm.
Im Gespräch mit Politik und Gesellschaft
Landesbischof Dr. Rentzing machte deutlich, worum es ihm bei dem Treffen ging: „Als Kirchen haben wir ein starkes Interesse daran, mit den politischen Verantwortungsträgern des Landes und der Gesellschaft in Verbindung und im Gespräch zu sein. Als Gemeinschaft von Gläubigen sind wir selbst Teil dieser Gesellschaft, und haben ein Interesse, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und uns mit unseren Gaben einzubringen.
Dieses Interesse erwächst aus dem Evangelium Jesu Christi, in dessen Auftrag wir leben und handeln. Von diesem Evangelium her kann und darf uns nicht gleichgültig sein, wie das Leben in dieser Welt gestaltet wird.“
Maßstäbe des Evangeliums
Eine Kirche, die das Evangelium verkünde und damit die Herzen der Menschen anspreche, handele im höchsten Sinne des Wortes immer politisch, so Dr. Rentzing. Jedoch unterscheide sich diese Form der Politik von den Fragen der Tagespolitik, bei denen es um konkrete Probleme und deren Lösung gehe. Hier könne die Kirche für sich keine höheren Einsichten reklamieren.
Die Lösung von Problemen folge dem Wettbewerb um die Einsichten der praktischen Vernunft. „Aus dem christlichen Glauben heraus werden diese Einsichten und die ihnen folgende praktische Politik allerdings immer an den Maßstäben des Evangeliums zu prüfen sein“, so Dr. Rentzing.
Gemeinsame Verantwortung für die Menschen
Dr. Rentzing machte an konkreten Beispielen deutlich, dass der Einsatz der Kirchen für die Schwächsten einer Gesellschaft und für ein von Respekt und Würde geprägtes Miteinander den christlichen Grundsätzen der Barmherzigkeit und des Menschen als Ebenbild Gottes folgten. Gemeinsam trügen Politik und Kirche Verantwortung für die Menschen, die ihnen anvertraut seien. Und so verspricht er den anwesenden Abgeordneten auch, sie und alle Verantwortungsträger im Gebet zu begleiten.
In dem im September 2017 neu gewählten 19. Deutschen Bundestag sind 38 Abgeordnete aus Sachsen vertreten. Von den 38 Abgeordneten sind 16 Abgeordnete Mitglied der evangelischen Kirche und vier Abgeordnete Mitglied der röm.-kath. Kirche; die übrigen Mitglieder sind ohne Konfession.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.