Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Landesbischof predigt in Nikolaikirche


18 Okt. 2021

LEIPZIG - Landesbischof Tobias Bilz hielt auf Einladung der Nikolai-Kirchgemeinde die Predigt im Friedensgebet am 18. Oktober 2021. Die Friedensgebete in der Nikolaikirche haben eine lange Tradition. Seit knapp vierzig Jahren kommen jeden Montag um 17:00 Uhr Menschen in Leipzig zum Friedensgebet in der Nikolaikirche zusammen und beten vor dem Hintergrund aktueller Geschehnisse für Frieden und Versöhnung auf der Welt. Zur friedlichen Revolution waren die montäglichen Friedensgebete in der Nikolaikirche ein wichtiger Ort, an dem sich Menschen versammeln, offen sprechen und gemeinsam beten konnten.

In seiner Predigt ging Landesbischof Tobias Bilz auch auf den Konflikt zwischen dem Landeskirchenamt und den Kirchgemeinden St. Nikolai und St. Thomas ein, welcher in den letzten Wochen sowohl die innerkirchliche als auch die öffentliche Diskussion bestimmt hat. Er schloss mit den Worten:

"Was wir hier gerade erleben ist beispielhaft für viele andere Konflikte in Kirche und Gesellschaft. Oft wird zu lange geschwiegen oder nur mit den Gleichgesinnten gesprochen und dann gibt es einen eruptiven Ausbruch von Gegensätzen.

Ich habe Sehnsucht danach, dass wir es lernen, destruktive Streitmuster zu überwinden. Was wäre, wenn wir miteinander darin vorankommen, wie man streitet und doch beieinander bleibt? Wie es ist, wenn man seine Position stark vertritt und zugleich bereit ist zum Hören? Wie wunderbar wäre es, wenn wir Streit prinzipiell als gemeinsames Ringen um eine Lösung verstehen würden? Dann würde sich unter uns das erfüllen, was Pfarrer Stief in seinen Gedanken zum Wochenende so ausgedrückt hat: 'Noch sind wir nicht am Ende des Weges, es bleibt Zeit, nach Lösungen und Antworten zu suchen. Darum werden wir uns bemühen, damit nicht Besiegte und Verlierer zurückbleiben. Ich wünschte, wir könnten damit Vorbild sein.' Diesem Wunsch schließe ich mich ausdrücklich an und ich setze darauf, dass unser Friedensgebet dazu beiträgt."

Nach dem Friedensgebet kam Landesbischof Tobias Bilz zu Gesprächen mit Mitgliedern der Kirchenvorstände der Kirchgemeinden St. Nikolai und St. Thomas zusammen.

Zur Predigt im Friedensgebet am 18. Oktober 2021

St. Nikolai Leipzig ©Yair Haklai
Landesbischof Tobias Bilz

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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