Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Landesbischof i.R. Hempel wird 90
22 März 2019
Seine klare christliche Haltung war Orientierung
DRESDEN - Der in Dresden lebende frühere Landesbischof Dr. theol. Dr. h.c. Johannes Hempel wird am 23. März 90 Jahre alt. Er war von 1972 bis 1994 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und von 1991 bis 1997 stellvertretender Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Über die Grenzen der Landeskirche hinaus galt Hempel als ein hervorragender Theologe und Prediger.
In der Nachfolge des 1971 verstorbenen sächsischen Bischofs Dr. Gottfried Noth waren neben dem Bischofsamt vor allem die Kontakte zu Kirchen anderer Länder prägend für Hempels Tätigkeit als leitender Geistlicher. So war er seit 1975 Mitglied des Zentralausschusses und des Exekutivausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Genf und ab 1983 einer der sieben Präsidenten des ÖRK.
Ab 1981 war er leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in der DDR und ab 1982 Vorsitzender der Konferenz der ostdeutschen Kirchenleitungen.
Zum 90. Geburtstag von Dr. Johannes Hempel am kommenden Sonnabend wird ihn Landesbischof Dr. Carsten Rentzing im Dresdner Altenzentrum der Diakonissenanstalt besuchen. Er hebt das Verdienst des früheren Landesbischofs hervor, sich in schwierigen Zeiten gleichermaßen umsichtig für das Wohl des Einzelnen, aber auch für die Interessen der Kirche eingesetzt zu haben. Dr. Hempel habe Räume der Verständigung und des Ausgleichs angeboten. „Seine klare christliche Haltung war Orientierung und ein Beispiel dafür, eigene Positionen gegenüber gesellschaftlichen Zwängen mutig zu vertreten“, so Dr. Rentzing.
Von Weggefährten wurde Dr. Hempel als Person der deutsch-deutschen (Kirchen-)Geschichte gewürdigt, der die sächsische Landeskirche in schwierigen Zeiten zwischen der notwendigen Abgrenzung und Abwehr ideologischer Übergriffe und der gebotenen Koexistenz mit dem atheistischen Staat und seinen Repräsentanten geleitet habe. Seine Perspektive der ostdeutschen Landeskirchen sei in die Beratungen des ersten Rates der wiedervereinigten BRD eingebracht worden und trug wesentlich zu einer Integration der unterschiedlichen kirchlichen Traditionen in der neuen EKD bei.
Dr. Hempels unmittelbarer Nachfolger im Bischofsamt, Landesbischof i.R. Volker Kreß (1994-2004), äußert seine „Hochachtung vor einem großartigen Theologen und eindrücklichen Prediger mit wunderbarer menschlicher Bescheidenheit". Kreß kennt Hempel seit 1963 aus der Zeit seines eigenen Studiums, als Hempel Studentenpfarrer in Leipzig war. Seit jener Zeit verbindet beide eine besondere menschliche Nähe.
Johannes Hempel wurde 1929 in Zittau geboren und studierte nach dem Abitur zunächst in Tübingen Philosophie, Germanistik und Geschichte. 1950 entschied er sich in Heidelberg zusätzlich für das Theologiestudium und wechselte 1951 an die Kirchliche Hochschule Berlin. Er wurde später Pfarrer in Gersdorf im Kirchenbezirk Glauchau.
1958 nahm Hempel seinen Dienst an der Leipziger Thomas-Matthäi-Kirchgemeinde auf, wo er gleichzeitig als Studieninspektor am Predigerkolleg St. Pauli in Leipzig tätig wurde.
In dieser Zeit promovierte Hempel zum theologischen Thema > Vision und Offenbarung in Franz Werfels Romanen "Jeremias" und "Das Lied von Bernadette" < und leistete damit einen Beitrag zur Frage nach einer evangelisch-theologischen Literaturkritik.
Von 1963 bis 1967 übernahm Dr. Johannes Hempel den Dienst als Studentenpfarrer in Leipzig, bevor er 1967 bis zu seiner Bischofswahl 1972 als Studiendirektor an das Predigerkolleg zurückkehrte.
1983 wurde dem damaligen Landesbischof die Würde eines Ehrendoktors der Theologie an der damaligen Karl-Marx-Universität verliehen. 1984 und 1987 folgten die Verleihungen der Ehrendoktorwürde an der südenglischen Universität von Kent und Canterbury und am amerikanischen Muhlenberg College in Allentown, Pennsylvania.
Hempel wurde 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und dafür geehrt, dass er immer wieder Menschen half, die in der DDR wegen ihres Glaubens in Konfliktsituationen gerieten. Auch sein aktiver und gestalterischer Beitrag im politischen und gesellschaftlichen Umbruch wurde in diesem Zusammenhang gewürdigt.
Literatur:
- Johannes Hempel: Erfahrungen und Bewahrungen. Ein biografischer Rückblick im Gespräch mit Udo Hahn. Evangelische Verlagsanstalt Leipzig. [2004].
- „Evangelisches Christsein“- Kernpunkte. Erläuterungen. Impulse. Radius-Verlag Stuttgart. [2009]
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.