Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Landesbischof im Logistikzentrum


08 Okt. 2021

BERBERSDORF – Landesbischof Tobias Bilz besuchte am Freitag, 7. Oktober 2021,  das EDEKA Logistikzentrum Berbersdorf (Gemeinde Striegistal). Dort informierten ihn der Betriebsleiter Stephan Kleyer und Abteilungsleiter André Siegert über die Entwicklungen und Herausforderungen im Großhandel.

Begleitet wurde der Landesbischof von einer Delegation der Männerarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens sowie dem Ortspfarrer Dr. Heiko Jadatz, der Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, dem Superintendeten des Kirchenbezirkes Dr. Sven Petry und dem Beauftragten der Landeskirche beim Freistaat Sachsen, Oberkirchenrat Christoph Seele.

Nach der Begrüßung lernte die Besuchergruppe neben zahlreichen Abkürzungen wie zum Beispiel TK, OG, TS, LG und EDEKA („Tiefkühlware“, „Obst & Gemüse“, „Trockensortiment“, „Leergut“ und „Einkaufsgemeinschaft der Kolonialwarenhändler“)  die Organisationsstruktur des Logistikzentrums sowie die Zusammenarbeit der einzelnen EDEKA-Ladengeschäfte mit der Dachmarke kennen.

Als Besonderheit im größeren Einzelhandel ist EDEKA genossenschaftlich organisiert. Dabei ist eine knappe Mehrheit der Genossenschaftsanteile der Regionalgesellschaften im Besitz der selbstständigen Einzelhändler. Diese sind die Betreiber der jeweiligen Filialen vor Ort und gestalten – abgesehen von einem Grundsortiment sowie der Aktionsware – ihr Warenangebot selbstständig und individuell und können durch regionale Lieferanten eigene Sortimentsschwerpunkte setzen. Der Umstand, dass die Filialen nicht standardisiert und einheitlich beliefert werden, erhöht die Ansprüche an die Logistik und wäre nach Aussagen des Betriebsleiters ohne Automatisierung nicht mehr denkbar. Der Abteilungsleiter Frischware/Obst und Gemüse, André Siegert ergänzte: „Wir haben hier eins der modernsten Lebensmittellogistikzentren in Europa“, und fügte hinzu, dass es vor der Automatisierung tatsächlich Bedenken und Ängste gegeben habe bei einzelnen älteren Mitarbeitern, die jedoch heute alle über die gemeisterte Herausforderung lächeln könnten.

Mehrfach brachte der Betriebsleiter Stephan Kleyer seinen Respekt vor der Mitarbeiterschaft zum Ausdruck und berichtete, dass die Corona-Krise durch deutliche Geschäftszuwächse ein echter Kraftakt für die Belegschaft gewesen sei: „Ich kann nur den Hut ziehen vor den Mitarbeitenden.“ Weiter betonte er, wie wichtig es auch sei, die geleistete Arbeit wahrzunehmen und der Belegschaft zu vermitteln, dass sie stolz sein könne, wenn sie zum Beispiel innerhalb von 10 Stunden 250.000 Kartons bewegt hätten.

Bei gleichbleibender Mitarbeitendenzahl (rund 330 Männer, rund 60 Frauen) konnte die Umschlagkapazität in der Vergangenheit am Standort Berbersdorf deutlich gesteigert werden und soll auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. Mit der Aussage „Handel ist Wandel“ beschrieb Stephan Kleyer die Wachstums- und Optimierungsbestrebungen des Logistikstandorts. Dieser Punkt war nach eigener Aussage für Landesbischof Tobias Bilz besonders beeindruckend und er zog eine Parallele zur Landeskirche: „Viele wünschen sich bei der Kirche, dass alles so bleibt, wie es ist, aber in Bewegung zu bleiben, spielt auch für uns eine wichtige Rolle.“

Auch die übrigen unternehmerischen Aktivitäten und die Leistungsfähigkeit des Standorts seien für ihn sehr beeindruckend gewesen, sagte Tobias Bilz. Er entdeckte für sich Parallelen zwischen der Handelsmarke und der Kirche in Sachsen: „EDEKA ist ein großes Unternehmen mit kleinen Läden vor Ort. Und auch die Kirche ist ein ‚großer Laden‘ – “, sagte er und fuhr fort, „als Landeskirche stellen wir einen Grundstock an Versorgung zur Verfügung […], aber es braucht auch das individuelle regionale Angebot vor Ort.“

Zum Ende des Betriebsbesuchs bedankte sich Michael Seimer im Namen der Männerarbeit und Tobias Bilz sprach ein Gebet mit der Bitte um Gottes Segen für EDEKA und seine Mitarbeiter.

Der Betriebsbesuch des Landesbischofs zählt zu den traditionellen Kontakten von kirchlichen Verantwortungsträgern zur Arbeitswelt und dient dem Erfahrungsaustausch von Mitarbeitenden in Arbeitswelt und Kirche. Die Organisatoren der Männerarbeit achten dabei auf ein breites betriebliches Spektrum – im vergangenen Jahr galt der Besuch der Elektrotechnik GmbH (ETO) in Oelsnitz.

Landesbischof Tobias Bilz (rechts) beim Betriebsbesuch des Edeka-Logisitkzentrums Berbersdorf mit Stephan Kleyer, Betriebsleiter Berbersdorf.
V.l.: Stephan Kleyer, Betriebsleiter des Logistikzentrums Berbersdorf, Sven Petry, Superintendent des Kirchenbezirks Leisnig-Oschatz, OKR Christoph Seele, Ortspfarrer Dr. Heiko Jadatz, Tobias Bilz.
Landesbischof Tobias Bilz beim Betriebsbesuch des Edeka-Logisitkzentrums Berbersdorf. Von links: Johannes Rösch, Stephan Kleyer (Edeka), Sven Petry, Landesbischof Tobias Bilz, Hartmut Günther, Karsten Schriever, Dr. Heiko Jadatz, OKR Christoph Seele, Michael Seimer, Angelika Schaffrin, Johannes Fromm.
Landesbischof Tobias Bilz (links) beim Betriebsbesuch des Edeka-Logisitkzentrums Berbersdorf mit Stephan Kleyer, Betriebsleiter Berbersdorf.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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