Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Landesbischof grüßt zum Weihnachtsfest 2017


20 Dez. 2017

Dr. Rentzing: Leidenschaft ist wahrlich kein schlechtes Zeichen für unsere Kirche

DRESDEN - In seinem Weihnachtsbrief an haupt-, neben- und ehrenamtlich Mitarbeitende in Kirchgemeinden, kirchlichen Ämtern, Diensten, Werken und Bildungseinrichtungen dankte Landesbischof Dr. Carsten Rentzing all jenen, die an der Vorbereitung und Durchführung des Reformationsjubiläums mitgewirkt haben. Insbesondere seien ihm die kleinen Formate in Erinnerung geblieben, die in diesen Jahren über die ganze Landeskirche verteilt stattfanden. „Mit viel Liebe vorbereitet, haben sie unzählige Menschen an die Wurzeln unseres Glaubens erinnert und die Frage aufgeworfen, was das für Gegenwart und Zukunft bedeutet“, hob er deren Engagement hervor.

Er erwähnte dabei das große Interesse an den Gottesdiensten am Reformationstag, woraus nach seiner Ansicht eine neue Zuversicht gewonnen werden sollte, den kirchlichen Auftrag zu erfüllen und das Evangelium zu verkünden. Weiter ging er auch auf die zurückliegende Bundestagswahl ein, die eine gesellschaftliche Zerrissenheit gezeigt habe, die geradezu nach dieser Botschaft des Evangeliums rufe. „Als Kirche Jesu Christi stehen wir hier in einer besonderen Verantwortung das Wort der Würde, des Friedens und der Versöhnung auszurichten. Das Wort der Würde ruft uns überall da auf den Plan, wo die Würde eines Menschen angetastet wird, indem man ihn als Menschen zweiter Klasse behandelt, indem man ihn aus politischem Kalkül diffamiert oder auch zur Zielscheibe der Aggression werden lässt“, schrieb Dr. Rentzing.

Das Wort des Friedens und der Versöhnung sei überall da gefordert, wo man Öl ins Feuer gieße, wo man den Streit nicht um der Sache willen führe, sondern die Spaltungen aus Machterwägungen heraus fördere und die Debattenkultur dekultiviere. Dagegen habe die christliche Botschaft in der „Vergangenheit viel zur Kultivierung des Umgangs der Menschen untereinander und miteinander in unserem Lande beigetragen“. Der Landesbischof appellierte an die kirchlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, mit „göttlicher Weisheit und Demut zu agieren“. Dazu könnten auch eigene Erfahrungen aus innerkirchlichen Auseinandersetzungen helfen. So hätten die Wogen bei der zukünftigen Aufstellung der Kirchgemeinden hochgeschlagen. Große Leidenschaft sei hier spürbar gewesen, aber diese Leidenschaft sei wahrlich kein schlechtes Zeichen für die Kirche, so Dr. Rentzing.

Die Debatten auf den Gesprächsabenden und der Herbsttagung der Landessynode bezeichnet er als konstruktiv. Insbesondere der einstimmig gefasste Beschluss der Landessynode eröffne nun die Möglichkeit, dass ein Ausgleich gesucht werden kann zwischen notwendigen Strukturveränderungen und dem Wunsch nach Beheimatung und Übersichtlichkeit. Gerade die Advents- und Weihnachtszeit bedeute für viele kirchliche Mitarbeitende viel Arbeit. Neben dem Alltagsgeschäft seien viele Gottesdienste, Predigten und musikalische Veranstaltungen vorzubereiten. Dr. Rentzing erinnert aber daran, dass gerade in dieser Zeit die Offenheit der Menschen für die Botschaft ganz besonders groß sei. Für ihn als Pfarrer gebe es nichts Herrlicheres, als in diese Offenheit hinein das Wort der Gnade sprechen zu können.

Bornkinnel in Erzgebirgstradition in der Chemnitzer Jakobikirche (Foto: KG Jakobi)
„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“(Johannes 1,14)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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