Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Landesbischof D. Gottfried Noth starb vor 50 Jahren
25 Mai 2021
Ein Kritiker zweier Systeme in schwieriger Bewährung für die Kirche
DRESDEN – Im Mai gedenkt die Landeskirche des vor 50 Jahren verstorbenen sächsischen Landesbischofs D. Gottfried Noth (1905-1971), dessen Grab sich auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden befindet. Zu Beginn seines 18-jährigen Wirkens als Landesbischof war er konfrontiert mit der verstärkten atheistischen und antikirchlichen Propaganda besonders gegen die Jungen Gemeinden.
„Durch seine theologische Klarheit, durch seinen seelsorgerlichen Rat und die Entschlossenheit gegenüber dem atheistischen Staat prägte er in Zeiten der Bedrängung maßgeblich die Landeskirche und erhöhte damit das Vertrauen in die Führung der Kirche“, sagt Landesbischof Tobias Bilz. Nach dem legendären Evangelischen Kirchentag 1954 in Leipzig, zu dessen Schlussversammlung demonstrativ 600.000 Menschen gekommen waren, habe er sich dem Ausbau der ökumenischen Beziehungen zu den katholischen Christen zugewandt. Das Fundament trage bis heute einen verlässlichen und vertrauensvollen Umgang zwischen den Kirchen, so Bilz.
Gottfried Noth wurde am 26. Januar 1905 in Dresden geboren. Nach dem Abitur in Dresden begann er ein Studium der Evangelischen Theologie in Leipzig und Erlangen. Nach dem Ersten Theologischen Examen in Leipzig, dem Licentiat der Theologie in Erlangen und der 2. Theologische Prüfung in Dresden wurde er als Hilfsgeistlicher Diakonissenanstalt Dresden ordiniert.
Von 1932 bis 1936 wirkte Gottfried Noth als Pfarrer in Zethau, Kirchenbezirk Freiberg. 1933 trat er dem Pfarrernotbund und der Bekennenden Kirche bei. Nach einem Jahr Dienst als Referent im Landeskirchenamt kehrte er 1937 in seine Pfarrstelle in Zethau zurück, die er bis 1942 innehatte. Dann wurde er Pfarrer der Trinitatiskirchgemeinde Dresden. Als Sanitätssoldat eingezogen, geriet er in Kriegsgefangenschaft und arbeitete als Lazarettpfarrer.
Nach der Freilassung war er als Religionslehrer in Rheydt/ Niederrhein tätig, kehrte 1946 nach Dresden zurück, wo er wieder in der Trinitatiskirchgemeinde und zugleich als Oberlandeskirchenrat im Landeskirchenamt (bis 1950 kommissarisch) tätig wurde. Als vierter sächsischer Bischof erhielt Noth bei seiner Amtseinführung am 21. Oktober 1953 von seinem Amtsvorgänger Landesbischof Hugo Hahn im Dom zu Meißen das Bischofskreuz, mit dem er schon in der Zeit der Bekennenden Kirche eng verbunden war.
Gottfried Noth war Träger von Ehrendoktorwürden der Theologischen Fakultät der Universität Erlangen und der Capital University Columbus/Ohio. Er wirkte als Mitglied des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen und weiterer wichtiger ökumenischer Gremien mit. Am 9. Mai 1971 starb er in Dresden und fand am 14. Mai im gemeinsamen Grab mit seiner später verstorbenen Frau auf dem Dresdner Trinitatusfriedhof seine Ruhe.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.