Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Landesbischof Bilz von USA-Reise zurückgekehrt
13 Juni 2025
Fazit nach seiner Reise zur Partnerkirche nach Pennsylvania
DRESDEN - Mit zahlreichen Eindrücken ist Sachsens Landesbischof Tobias Bilz von seiner Reise in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Vom 29. Mai (Himmelfahrt) bis zum 9. Juni (Pfingstmontag) war er gemeinsam mit einer kleinen Delegation zu Gast bei der Northeastern Pennsylvania Synod (NEPA Synod) der Evangelical Lutheran Church in America (ELCA). Die Reise führte in einen Bundesstaat, der nicht nur als Wiege der amerikanischen Demokratie gilt, sondern in dem lutherisches Gemeindeleben vielfältig und engagiert gestaltet wird.
„Die Situation der Kirchen in den USA ähnelt der in Deutschland. Auch dort erleben wir seit etwa zwei Jahrzehnten eine zunehmende Distanz vieler Menschen zu Kirche. Wo jedoch Gemeinden mit Angeboten auf konkrete Bedürfnisse im unmittelbaren Umfeld reagieren, erleben sie Zuspruch und neue Lebendigkeit“, so Landesbischof Bilz. Besonders beeindruckt zeigte er sich von der engen Verbindung von Glaube und Diakonie in vielen Gemeinden. „Kirchliche Gebäude der NEPA Synod ermöglichen vielfältige Aktivitäten und Programme, darunter für Menschen mit Suchtproblematiken oder auch schulische Angebote. Damit wird die Kirche zum Lebensmittelpunkt vieler.“
Die Begegnungen mit Bischof Christopher DeForest und zahlreichen Gemeindegliedern machten deutlich, dass die lutherischen Kirchen diesseits und jenseits des Atlantiks ähnliche Herausforderungen und Chancen teilen – sei es im Blick auf den Generationenwechsel, den gesellschaftlichen Wandel oder die Rolle der Kirche in einer polarisierten Gesellschaft. Nachbarkirchgemeinden unterschiedlicher konfessioneller Ausrichtung setzen dabei in der Regel auf gegenseitige Unterstützung.
Einen Schwerpunkt bildete der Besuch des Muhlenberg House und des Muhlenberg Center in Trappe. Der Theologe Heinrich Melchior Mühlenberg (1711–1787) stammt aus Großhennersdorf bei Herrnhut und ist einer der Begründer der lutherischen Kirche in den USA. Mühlenberg war in den 1740er Jahren von Halle aus entsandt worden und ist als Missionar nach Pennsylvania ausgewandert. Auch die Besichtigung der Gründungsstätte der Brüdergemeine in Bethlehem bei Allentown, sowie der Einblick in das Archiv der Brüdergemeine führten auf die Spuren des Herrnhuter Nikolaus Graf Zinzendorf.
Auch der Besuch der einst klösterlichen Gemeinschaft Ephrata Cloister führte in die Vergangenheit deutscher Auswanderer mit charismatisch-religiösem Anspruch. Im Blick auf die gegenwärtigen Herausforderungen bildete die Stadt Gettyburg einen Höhepunkt der Reise. Das Lutheran Seminary in Gettysburg ist bis heute neben der theologischen Fakultät in Philadelphia ein maßgeblicher Studienort lutherischer Theologie in den USA. Zugleich liegen die Gebäude des Seminars im Zentrum eines historischen Austragungsortes des amerikanischen Bürgerkrieges im 19. Jahrhundert. Das Ringen um einen gemeinsamen nationalen Weg zwischen demokratischen Freiheitsidealen und wirtschaftlichen Wachstums-interessen bildet sich dort geschichtlich schon ab und wirkt prägend bis heute.
Landesbischof Bilz zeigte sich dankbar über die offene Gastfreundschaft und den tiefgehenden geistlichen Austausch u.a. auch bei der Northeastern Pennsylvania Synod Assembly. Dort sprach Tobias Bilz auch zu den Synodalen. Gottesdienst- und Konzertbesuche, gemeinsame Mahlzeiten und ein Besuch im Bear Creek Camp, einer Jugendfreizeitstätte für Umweltbildung, Nachhaltigkeit und Gemeinschaftserfahrung gehörten zu weiteren Höhepunkten der Reise.
Die Partnerschaft zwischen dem Kirchenbezirk Löbau-Zittau und der NEPA Synod besteht bereits seit den 1990er Jahren und wurde 2020 durch eine offizielle Vereinbarung bekräftigt. Neben dem Austausch zu theologischen und gesellschaftlichen Fragen ist sie auch Ausdruck gemeinsamer Hoffnung auf Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Verständigung in einer sich wandelnden Welt. Organisiert wurde die Reise gemeinsam mit der Partnerschaftsgruppe des Kirchenbezirks Löbau-Zittau und dem Referat für Ökumenische Beziehungen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Landesbischof Bilz dankte allen Gastgeberinnen und Gastgebern in Pennsylvania für die „herzliche Aufnahme, inspirierenden Gespräche und gelebte Geschwister-lichkeit im Glauben“.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.