Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Landesbischof Bilz: „Statt Angst Hoffnung verbreiten“
24 Feb. 2025
Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt bleiben wichtige Werte für unsere Gesellschaft
DRESDEN – Landesbischof Tobias Bilz äußert sich im Nachgang der Bundestagswahl wie folgt:
„Am Sonntag haben die Wahlen zum Bundestag stattgefunden. Eine sehr hohe Wahlbeteiligung zeigt das große Interesse der Bevölkerung am politischen Leben.
In der Mehrheit wünschen sich die Menschen einen Neustart im Regierungshandeln. Bei vielen mischen sich Sorgen um die Zukunft des Landes und der Welt mit Hoffnungen auf eine schnelle Lösung der anstehenden Probleme. Regierungsbildung und künftiges Regierungshandeln stehen damit unter hohem Erwartungsdruck bei immensen Herausforderungen.
Erschwerend kommt hinzu, dass bewährte demokratische Grundprinzipien weltweit unter Druck stehen. Stattdessen steigt die Bereitschaft, rücksichtsloser und radikaler die eigenen Überzeugungen gegen andere durchzusetzen.
Im Osten Deutschlands erhält eine Partei Zuspruch, die diesen Weg bereitwillig mitgeht, auf Abgrenzung und Schuldzuweisungen setzt, Menschen gegeneinander ausspielt und demokratische Prinzipien im eigenen Interesse umdeutet. Davon ist eine Verschärfung der Situation statt einer Lösung der Probleme zu erwarten.
Christen lassen sich von anderen Werten leiten. Statt Angst verbreiten sie Hoffnung, Sorgen begegnen sie mit Gottvertrauen und Zuversicht. Sie betonen die Möglichkeiten, statt sich an den Schwierigkeiten abzuarbeiten. Deshalb erinnern wir am Tag nach der Bundestagswahl an die drei Werte, die unsere Kampagne „Für Alle. Mit Herz und Verstand“ geprägt haben: Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt! Damit können Potentiale gehoben werden, die wir jetzt brauchen.
Es gilt in dieser Situation zusammenzustehen und weiterzuentwickeln, was uns gegeben ist. Dabei vertrauen wir als Christen auf die Kraft des Gebetes. Wir beten für die Verhandlungen zur Regierungsbildung und um Weisheit für die anstehenden Weichenstellungen. Wir setzen mehr auf eine gemeinsame Kraftanstrengung als auf die Durchsetzungsfähigkeit einzelner Akteure. Mit Gottes Hilfe werden wir uns in der aktuellen Situation bewähren. Dafür bitten wir um seinen Geist!“
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.