Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Landesbischof Bilz auf Demo „Hand in Hand“


03 Feb. 2024

Redebeitrag von Landesbischof Tobias Bilz am 3. Februar in Dresden

Liebe Alle

„Hand in Hand“ ist das bundesweite Motto unseres Bündnisses - hier vor Ihnen stehen ein katholischer und ein evangelischer Bischof. Christliche Kirchen haben immer wieder gegeneinander gekämpft – um Macht und Einfluss und darum, wer sich mit seiner Art zu glauben durchsetzt. Glaubenskriege wurden und werden geführt, die entsetzliches Leid mit sich gebracht haben.

Heute aber stehen wir gemeinsam hier, weil wir uns als Brüder verstehen. Bischof Timmerevers hat mich gebeten, für uns beide zu sprechen. Wir haben ein tiefes Vertrauensverhältnis. Es hat mit einer ersten Begegnung vor fast vier Jahren begonnen und ist durch viele Gespräche und gemeinsame Erfahrungen gewachsen. Auch die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Sachsen steht heute hinter uns. Wir stehen hier für die ganze Breite der Kirchen – also auch für Freikirchen und orthodoxe Kirchen! Das bedeutet „Hand in Hand“ – konkret!

Gemeinsam mit Ihnen allen sind wir heute hier. Auf die Frage, warum Sie, warum wir alle gekommen sind, gibt es unter uns vielleicht viele verschiedene Antworten.
In manchen Fragen werden wir hier unterschiedlicher Meinung sein. Manche Plakate oder Redebeiträge entsprechen vielleicht nicht dem, was wir selbst denken. Ja, auch Fremdheit ist eine Empfindung, die in einer pluralen Gesellschaft dazugehört. Sie muss eingestanden werden.

Heute aber stehen wir hier zusammen, um das zu verteidigen, was uns ausmacht und verbindet – gegen jedes Fremdheitsgefühl: Wir sind gleich, weil wir alle Menschenkinder sind! Wir haben gleiche Würde und gleiche Rechte! Wir verstärken deshalb das Verbindende, weil wir miteinander leben wollen! Wir widerstehen denen, die uns einteilen wollen in wertvolle und unwerte Menschen! Deshalb überwinden wir an Tagen wie heute diesen Reflex, uns in vertraute Kreise zurückzuziehen. Wir tun das, weil uns bewusst wird, wie groß die Gefahr ist, dass uns weggenommen wird, was unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung uns garantiert. Gleiche Freiheit und Würde für alle!

Wir sind leitende Bischöfe unserer Kirchen und nehmen in diesen Funktionen Verantwortung wahr. Es ist mit dem christlichen Glauben, mit unserem Glauben unvereinbar, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechtes, ihres Glaubens oder ihrer sozialen Zugehörigkeit zu entwerten. Das geht gar nicht! 
Als Christen lesen wir in der Bibel und stellen fest: Die Aufnahme von Fremden ist ein zentrales Merkmal unseres Glaubens. Wer sich dem Fremden in Not verschließt, verliert Gottes Segen für sein eigenes Leben.

Es geht aber nicht nur um den Umgang mit Fremden, es geht auch um den Umgang mit sozial Schwachen, mit Kultur und Vielfalt unter uns, es geht um Freiraum für Andersdenken und Anderssein! Deshalb sehen wir uns als Christen dazu aufgefordert, das Wort zu ergreifen und uns nicht ins Private zurückzuziehen! Wir wollen Salz der Erde und Licht der Welt sein. Deshalb sind wir heute hier!

Schauen Sie sich doch einmal um - schauen Sie nicht nur in die Gesichter derer, mit denen Sie heute gekommen sind, sondern lassen Sie den Blick ein wenig schweifen… wer ist noch so hier?
Wir sind so viele und bei aller Unterschiedlichkeit verbindet uns so viel – nicht nur die Sorge um einen Rechtsruck und das Erstarken des Rechtspopulismus und -extremismus, sondern auch die Bereitschaft sich einzusetzen für ein lebenswertes Land, in dem für alle Platz ist, um gut und gerne leben zu können.

Darf ich uns am Ende meiner Rede Gottvertrauen wünschen? Viele Generationen in unserem Land haben große Herausforderungen angepackt und bewältigt. Sie haben Hoffnung aus dem Glauben geschöpft. Wir brauchen heute die Hoffnung, dass es uns gelingen wird, gemeinsam die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen. Eine verwegene Hoffnung muss es vielleicht sein, eine die Kräfte freisetzt. Dazu helfe uns Gott!

MDR Sachsenspiegel 3. Februar 2024

Landesbischof Tobias Bilz auf der Bühne in Dresden (Theaterplatz)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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