Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Landesbischof besuchte Metallbau Walter Müller GmbH in Aue
25 Nov. 2025
Generationsübergreifender Zusammenhalt und positives Denken können auch für Kirche eine wichtige Perspektive sein
DRESDEN – Landesbischof Tobias Bilz besuchte am Montag, 24. November 2025, die Metallbau Walter Müller GmbH in Aue. Begleitet wurde er neben den Vertretern der Männerarbeit der sächsischen Landeskirche, welche den Betriebsbesuch organisierten, von Mitarbeitenden der Bischofskanzlei und des Kirchenbezirkes Aue.
Am Schmiedefeuer wurde die 185jährige Tradition und Geschichte des Familienunternehmens gezeigt, das vor Jahrzehnten noch traditionelle Schmiederei war und heute ein moderner Metallbaubetrieb ist.
»In diesem fast 200 Jahre alten Traditionsbetrieb beeindruckt mich der generationsübergreifende Zusammenhalt. Schwierigkeiten gelten hier als Herausforderungen. Positives Denken, Freude, Dankbarkeit gehören zu den inneren Grundeinstellungen. Daraus wachsen die Kräfte, die man täglich braucht. Auch für die Kirche ist das eine sinnvolle und lehrreiche Perspektive«, sagt Landesbischof Tobias Bilz.
Mit Walter Müller (Geschäftsführer seit 1971, 94 Jahre alt), Michael Müller (Geschäftsführer seit 1997) und Christian Müller, der seit 2009 mit Lehre und Meisterausbildung ebenfalls in die Nachfolge im Familienbetrieb eingestiegen ist, wären sie von Vertretern aus 3 Generationen begrüßt worden, so Bilz. »Sogar die vierte Generation im Kindergartenalter hat an dem Treffen schon teilgenommen!«, freute sich Tobias Bilz.
Der Landesbischof durfte zu Beginn das Schmiedefeuer schüren und am Amboss einen Nagel schmieden. Im Anschluss besuchte er alle Arbeitsbereiche und die modernen Werkhallen und kam mit den Arbeitern ins Gespräch. Ihn interessierten die einzelnen Prozesse und der Wandel in der Arbeit insgesamt. Fachkräftemangel und bürokratische Herausforderungen sowie die Chancen von Digitalisierung und KI spielten im anschließenden Austausch eine Rolle. Der Austausch fand in der benachbarten Kirche statt. Die Firma Metallbau Müller befindet sich direkt gegenüber von Sachsens erster in der DDR gebauter Kirche – die kleine Kirche in Alberoda wurde im Oktober 1951 geweiht – und Familie Müller engagiert sich aktiv in der Kirchgemeinde. Alle Besucher erhielten am Ende einen geschmiedeten Nagel mit Worten aus der Bibel im Zusammenhang mit Kreuz und Auferstehung.
Hintergrund: Metallbau Walter Müller GmbH
Das Familienunternehmen Metallbau Walter Müller GmbH blickt auf eine 185jährige Tradition zurück. Sie begann am 28. Dezember 1832, als der Huf- und Waffenschmiedemeister Johann Gottlieb Müller sen. die Weinholdsche Schmiede zu Alberoda kaufte. Sie wurde von da an jeweils vom Vater an den Sohn übergeben. Mittlerweile hat die siebte Generation Müller die Meisterausbildung absolviert. Über mehr als hundert Jahre wurde in der Schmiede für die Landwirtschaft gearbeitet, Ackergeräte erneuert, Eisenreifen auf die schweren Holzräder der Fuhrwerke aufgezogen sowie Pferde und Ochsen beschlagen.
Nachdem die Technik auch in der Landwirtschaft Einzug hielt, veränderten sich die Arbeitsgeräte und das Arbeitsaufkommen in der Schmiede verringerte sich. Zu einem fast vollständigen Abbruch kam es durch die Gründung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, die ihre eigenen Werkstätten unterhielten. Auf der Suche nach neuen Wegen wurden Kontakte zur Wirtschaft geknüpft. Man lieferte Teile für die Produktion und Instandsetzung und schuf die Voraussetzungen für die Reparatur von Fahrzeugfedern.
Die Wiedervereinigung Deutschlands brachte dem Familienunternehmen erneut einen massiven Rückgang der Aufträge, jedoch auch die Chance zum Aufbau. Durch gezielte Investitionen gelang es, den Betrieb bis heute wettbewerbsfähig zu erhalten. Mehr Informationen auf der Webseite der Firma Metallbau Walter Müller.
Hintergrund: Betriebsbesuch des Landesbischofs
Der Betriebsbesuch des Landesbischofs zählt zu den traditionellen Kontakten von kirchlichen Verantwortungsträgern zur Arbeitswelt und soll dem Erfahrungs-austausch von Mitarbeitenden in Arbeitswelt und Kirche dienen. Die Organisatoren der Männerarbeit achten dabei auf ein breites betriebliches Spektrum. Nach einem Besuch hinter den Kulissen des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters in Bautzen (2022), einem Besuch der Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie einem Privatbetrieb der Milchviehwirtschaft in der Nossener Region (2023) besuchte Landesbischof Bilz im letzten Jahr das Ziegelwerk Klaus Huber GmbH & Co. KG in Graupzig bei Nossen.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.