Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Landesbischof begrüßt Klima-Demos
13 März 2019
Die Klimademonstrationen unter dem Titel "Fridays for Future" sind derzeit in aller Munde. Auch in Sachsen werden am Freitag, den 15. März tausende Schülerinnen und Schüler für Klimaschutz auf die Straße gehen.
Im Interview begrüßt Landesbischof Dr. Carsten Rentzing der Engagement der Schülerinnen und Schüler und verdeutlicht, dass Umwelt- und Klimaschutz auch ein wichtiges Thema der Kirche ist.
Sehr geehrter Herr Dr. Rentzing, derzeit gehen auch in Sachsen Schülerinnen und Schüler auf die Straße um für Klimaschutz zu demonstrieren. Wie nehmen Sie die Initiative „Fridays for Future“ wahr?
Ich persönlich freue mich sehr, wenn Jugendliche mit wachen Augen durch die Welt gehen, wenn sie die Probleme beim Namen nennen und uns Erwachsene an unsere Verantwortung für die Erde und die nachkommenden Generationen erinnern. Neben den vielen Kriegen, der ungleichen Verteilung von Ressourcen, den Migrationsbewegungen und dem damit verbundenen menschlichen Leid, ist die Zerstörung der Lebensbedingungen auf unserer Erde die größte Gefahr für die Menschheit. Wir müssen hier umdenken, aber eben nicht nur denken, sondern auch handeln. Dazu rufen uns die Jugendlichen zu Recht auf.
Sollte die Kirche das Engagement der Jugendlichen unterstützen?
Vor 30 Jahren fand in Dresden die Ökumenische Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung statt. Im sogenannten Konziliaren Prozess haben sich die christlichen Kirchen damals gemeinsam auf einen Lernweg begeben, um sich gesellschaftlich für diese Ziele einzusetzen und auch in den eigenen Kirchen darum zu ringen.
Das Thema ist derzeit wieder hochaktuell. Daher finde ich schon, dass wir als Kirche in dieser Frage die Initiative der Jugendlichen unterstützen sollten. Ich selbst möchte gern mit den Jugendlichen darüber ins Gespräch kommen, was sie sich von uns als Kirche wünschen.
Was halten Sie von den Demonstrationen während der Schulzeit?
Dies ist sicherlich ein schwieriges Thema, aber nach allem, was ich weiß, haben viele Schulen hier einen guten Umgang damit gefunden. Ich finde, dass auch persönliches und gesellschaftliches Engagement eingeübt werden muss. Daher sehe ich auch diese Demonstrationen als Teil einer Persönlichkeitsbildung, in der junge Menschen zu einer Haltung finden und gleichzeitig merken, dass sie damit nicht allein sind.
Noch eindrücklicher wäre das Zeichen der Jugendlichen allerdings, wenn sie für ihre Anliegen einen Teil ihrer Freizeit opfern würden.
Was tut denn die sächsische Landeskirche konkret für den Klimaschutz?
Hier gäbe es einiges aufzuzählen: So haben wir als Landeskirche eine Beschaffungsrichtlinie verabschiedet, die neben sozialen auch ökologische Kriterien für die kirchliche Beschaffung beinhaltet. Unterstützt und gefördert werden zudem alle Kirchgemeinden und kirchlichen Einrichtungen, die Klimaschutzmaßnahmen, Maßnahmen für mehr Energieeffizienz und die Beteiligung am Umweltmanagement „Grüner Hahn“ planen. Und für dieses Jahr gibt es die gemeinsame Initiative der Landessynode und der Evangelischen Jugend für einen „Ökumenischen Weg für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Er soll Christen und Kirchgemeinden unterstützen, ermutigen und fördern, sich mit den Themen des konziliaren Prozesses neu zu beschäftigen.
Die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands hat eine Initiative für ein Tempolimit von 130 km/h gestartet. Wie steht die sächsische Landeskirche dazu?
Als sächsische Landeskirche vertreten wir keine tagespolitischen Einzelpositionen. Allerdings rufen wir unsere Gemeindeglieder zu einer Schärfung der Gewissen auf und ermuntern sie, zu einem nachhaltigen Lebensstil.
Das Interview führte Tabea Köbsch.
Links zum Thema:
- Ökumenischer Weg für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung
- Beschaffungsrichtlinie der EVLKS
- Flyer „Schöpfung bewahren und wirtschaftlich arbeiten"
- Informationen zu Umweltthemen in der EVLKS
- Pressemitteilung der Dresdner Kirchenbezirke für den 15. März 2019
- Informationen zur Kampagne der EKM zum Tempolimit
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.