Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Landesbischof appelliert an die Weltverantwortung der Christen


30 Mai 2019

8. Sächsische Landesgartenschau in Frankenberg

 

Bei strahlendem Sonnenschein und fast wolkenlosem Firmament feierten an Himmelfahrt zahlreiche Besucher einen ökumenischen Gottesdienst auf der Landesgartenschau in Frankenberg. Gefolgt waren der Einladung der verschiedenen Kirchen und Gemeinden aus der Region auch Landesbischof Dr. Carsten Rentzing und der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, die den Gottesdienst mitgestalteten.

In seiner Begrüßung dankte der Pfarrer der evangelisch-lutherischen St.-Aegidien-Kirchgemeinde Frankenberg, Jörg Hänel, den Mitwirkenden des Gottesdienstes: den Bläserinnen und Bläsern aus der Region unter der Leitung von Ivo Havlik, der Band unter der Leitung von Carsten Hauptmann ebenso wie den Chören aus der Region unter dem Dirigat von Kantor Ekkehard Hübler. Weitere Mitwirkende waren der Superintendent Rainer Findeisen aus Marienberg und Propst Clemens Rehor aus Chemnitz. Die Gemeindepädagogin Mandy Trompelt und ihr Kollege Albrecht Rabe gestalteten das Angebot für Kinder.

In seinen Grußworten berichtete Pfarrer Hänel weiter, dass vor einigen Wochen noch die Frage, wie die 500 Sitzplätze im Pavillon mit Menschen gefüllt werden könnten, schon bald von der Frage abgelöst wurde, wie neue Sitzgelegenheiten für die große Besucherzahl geschaffen werden könnten. Und tatsächlich fand sich an Himmelfahrt kein einziger freier Platz mehr und nicht wenige – die Gesamtzahl der Besucher wurde von den Veranstaltern auf 1800 Personen geschätzt – mussten stehen oder ließen sich auf den frischen Frühlingswiesen nieder.

Während Bischof Timmerevers schon einmal privat Frankenberg besucht hatte, gestand Dr. Carsten Rentzing, dass er zwar schon oft an der Stadt vorbeigefahren sei, aber noch nie die Gelegenheit hatte, in ihr zu verweilen. Doch gleich zu Beginn seiner Predigt erklärte der Landesbischof seine Liebe zur Natur und die Freude darüber, an diesem Gottesdienst in Frankenberg Anteil zu haben: „Ein Freiluftgottesdienst ist wahrlich etwas Besonderes, die herrliche blaue Pracht des Himmels, die Pracht der Blumen – alles sprießt, wächst und gedeiht in diesen Tagen!“ lobte er die Natur und überraschte die Zuhörer anschließend mit einer persönlichen Beichte: „Ich gehöre nämlich nicht zu den Menschen, von denen man sagt, sie hätten einen grünen Daumen.“ – Das habe sich bei ihm schon als Jugendlicher herausgestellt, als er einmal das elterliche Haus nebst Garten in pflanzlichen Belangen betreuen sollte und nach Rückkehr der Eltern die Hälfte der Gewächse eingegangen war. Seine Liebe zur Natur habe er sich dadurch dennoch nicht nehmen lassen: „Die freie Natur ist etwas so Großartiges. Sie erfreut das Herz und bringt die Seele zum Aufatmen,“ sagte Rentzing. „Mittendrin in dieser Welt sind wir Menschen, mittendrin ist Christus in dieser Welt“ fügte er hinzu. Auf die in der Predigt gestellte Frage, was Christi Himmelfahrt nun bedeute und wo dieser Himmel sei, erklärte Rentzing, der Himmel in unserem christlichen Glauben sei der Ort, der allen Orten unserer Welt gleich nahe sei. So sagte Rentzing: „Wenn also Christus im Himmel ist, dann heißt das auch: er ist uns an allen Orten in dieser Welt nahe.“

Nicht nur die Rettung der eigenen Haut

Weiter sprach der Landesbischof in seiner Predigt davon, dass wenn uns das „dritte Auge, das Auge des Glaubens“, es uns ermögliche, in der Schönheit der Natur und im Wunder des Lebens den segnenden Christus zu erkennen, wir auch unsere Verantwortung für diese Welt anders wahrnehmen können: „Dann geht es uns bei der Bewahrung der Schöpfung nicht mehr nur um die Rettung der eigenen Haut, dann geht es uns dabei eben auch um Christus selbst.“ 

In einem persönlichen Gespräch nach dem Gottesdienst berichtete der Bürgermeister der Stadt Frankenberg, Thomas Firmenich, wie diese Verantwortung für Natur, Umwelt und Schöpfung auch auf dem Gelände der Landesgartenschau eine entscheidende Rolle gespielt hatte. So standen auf den heutigen Zschopau-Auen großflächig Industriebauten, die vom Hochwasser 2002 stark betroffen waren. Für Firmenich sei unmittelbar danach klar gewesen, dass diese Flächen dem Fluss zurückgegeben werden mussten und zusammen mit Hochwasserschutzeinrichtungen das neue, freundliche – und umweltgerechte – Bild der Flusslandschaft prägen sollten. Dass die Auenlandschaft zusammen mit dem renaturierten Mühlenbachtal nun als Naturerlebnisraum im Rahmen der Landesgartenschau zu genießen ist, freue ihn besonders.

Christliches Angebot auf der Landesgartenschau

Unter dem Motto „Du und sein Garten“ richtet die Kirchgemeinde Frankenberg zahlreiche Veranstaltungen aus und bietet im ökumenischen „Paradiestreff“ täglich von 10-18 Uhr biblische Impulse zum Thema „Paradies“ an. Eingeladen sind alle interessierten Besucherinnen und Besucher der Landesgartenschau – unabhängig ihrer Konfession und ihres Glaubens.

Weitere Informationen finden Sie unter:

engagiert.evlks.de/mitteilungen/mitteilungen-fuer-haupt-und-ehrenamtliche/mitteilung/news/detail/News/christen-auf-der-landesgartenschau/

du-und-sein-garten.de/de

Pfarrer Jörg Hänel im Gespräch mit Bischof Heinrich Timmerevers und Dr. Carsten Rentzing
Zahlreiche Besucher der Landesgartenschau beim ökumenischen Gottesdienst an Himmelfahrt
Dr. Carsten Rentzing hielt die Predigt im Gottesdienst
Volles Zelt beim Gottesdienst
Von links: Pfarrer Jörg Hänel, Superintendent Rainer Findeisen, Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, Bischof des Bistums Dresden-Meißen Heinrich Timmerevers, Propst Clemens Rehor aus Chemnitz.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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